Bundesrat winkt Verlängerung der Kfz-Steuerbefreiung für E-Autos durch

Mitte Oktober hatte die Bundesregierung die Befreiung von der Kfz-Steuer für E-Autos bis 2035 beschlossen. Jetzt hat auch die Länderkammer grünes Licht für die Fördermaßnahme gegeben. (Update am Artikelende)

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Bild: EWE Go

Auf Amtsdeutsch erhebt der Bundesrat „keine Einwände gegen den Entwurf eines Achten Gesetzes zur Änderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes“. Das geht aus einer Unterrichtung der Bundesregierung hervor.

Der erwähnte Gesetzentwurf sieht vor, dass bis zum Jahr 2030 neu zugelassene Elektroautos weiterhin zehn Jahre von der KfZ-Steuer befreit bleiben, allerdings längstens bis 2035. Ohne das Gesetz wären nur noch Fahrzeuge befreit, die vor dem 1. Januar 2026 zugelassen werden. Soll heißen: Von der Höchstdauer von zehn Jahren können nur die Halter von Fahrzeugen profitieren, die ihr neues E-Auto Anfang 2026 zulassen. Wer sein E-Auto erst Ende 2030 zulässt, wird aufgrund der Einschränkung auf „längstens bis 2035“ nur für fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit.

Laut Angaben aus dem Oktober rechnet das Finanzministerium im Jahr 2026 mit einer Entlastung von insgesamt 50 Millionen Euro für die Bürgerinnen und Bürger. „Dieser Betrag steigt in den darauffolgen Jahren auf bis zu 380 Millionen Euro im Jahr 2030 an“, teilte das Ministerium seinerzeit mit.

Die Verlängerung der Kfz-Steuerbefreiung für E-Autos ist einer der Punkte, den CDU, CSU und SPD bereits in ihrem Koalitionsvertrag als Maßnahme zur Stärkung der Autoindustrie beschlossen hatten. Sie sollte als dritte Maßnahme nach der Erhöhung der Bruttopreisgrenze für die steuerliche Förderung von E-Fahrzeugen auf 100.000 Euro und der Sonderabschreibung für E-Fahrzeuge, die beide bereits mit dem sogenannten „Investitionsbooster“ beschlossen wurden, auf den Weg gebracht werden.

Update 05.12.2025: Nach dem Bundesrat hat jetzt auch der Bundestag grünes Licht für die Verlängerung der Steuerbefreiung für Elektroautos bis zum 31. Dezember 2035 gegeben. Da nun sowohl das Parlament als auch die Länderkammer den Entwurf des Kabinetts aus dem Oktober beschlossen haben, kann die Verlängerung nun ohne Änderung in Kraft treten. Das ist auch nötig, denn ohne das neue Gesetz wären E-Autos ab einer Neuzulassung nach dem 1. Januar 2026 nicht mehr von der Kfz-Steuer befreit gewesen.

Die SPD sieht in der Maßnahme laut dem Bundestagsabgeordneten Ingo Vogel ein „klarer Anreiz für einen frühzeitigen Umstieg“. Der CDU-Abgeordnete Stefan Korbach bezeichnete die erwarteten Steuermindereinnahmen von einer Milliarde Euro als „verantwortbar“, da sie en Einstieg in die Elektromobilität erleichtere und gleichzeitig die Autoindustrie sowie deren Zulieferer stärke. Als einzige Fraktion haben übrigens die AfD-Abgeordneten gegen den Vorschlag gestimmt.

bundestag.de, bundestag.de (Gesetzentwurf als PDF), zeit.de (Update)

8 Kommentare

zu „Bundesrat winkt Verlängerung der Kfz-Steuerbefreiung für E-Autos durch“
ioniqKnechter
02.12.2025 um 18:55
Ehy, Moin erst ma.. für ein ioniq vFL 28 kWh muss man etwa 50 € im Jahr an Steuern bezahlen. (Stand heute)
Peet
02.12.2025 um 22:33
Werden auch Hybride befreit oder gilt das nur für Elektrofahrzeuge?
Toni
03.12.2025 um 08:30
Hybride waren nie befreit und werden es in Zukunft auch nicht.
rue
03.12.2025 um 09:21
Plug-In-Hybride waren 5 Jahre Steuerbefreit- Frage bleibt: was bringt die Zukunft für PHEV's...
erFahrer
03.12.2025 um 12:59
Ad hoc Preise etc auf 50 Cent deckeln, wäre eine andere Version, die Sicherheit bringt und kein Steuergeld kostet.
Ulf
08.12.2025 um 09:11
Fragt sich nur, wie die CPOs reagieren würden, wenn man ihnen einen großen Teil ihrer Goldgrube versperrt.
Lodi
08.12.2025 um 07:55
Steuer aussetzen auf E-Autos, damit wird kein einziges Fahrzeug mehr verkauft. Aber für die trotzdem kaufen (können), ein toller Mitnahmeeffekt! Die Politik hat immer noch nicht kapiert, das Symptome bekämpfen keine langfristig Lösung zur Folge hat. Es muss in der Entwicklung und Forschung angesetzt werden!
Martin
08.12.2025 um 10:49
Das Problem liegt nicht bei mangelnder F&E, sondern dass aufgrund schelchter Standortbedingungen in D und EU (kein integrales Konzept zum Aufbau einer produzierenden Batterieindustrie, Stromkosten aufgrund verkorkster Energiewende, Bürokratie, Industrie- undUnternehmerfeindlichkeit) keine Fabriken für Batterien entstehen, keine Rohstoffe gesichert wurden, und die europäischen Autohersteller nicht mit China mithalten können.

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