Xiaomi überarbeitet seinen Debüt-Stromer SU7

Der chinesische Tech-Konzern Xiaomi bringt in China eine überarbeitete Version seiner E-Limousine SU7 auf den Markt. Diese bietet eine Reihe von Upgrades, weist aber auch einen um 14.000 Yuan höheren Basispreis auf als der Vorgänger – zumindest im nun gestarteten Vorverkauf.

Xiaomi su7 facelift
Bild: Xiaomi

Im Vorverkauf ist der SU7 in China jetzt ab 229.900 Yuan zu haben, also umgerechnet etwa 28.200 Euro. Die Top-Version steht mit 309.900 Yuan (knapp 40.000 Euro) in der Liste. Das sind je nach Version 10.000 bis 14.000 Yuan (ca. 1.200 bis 1.700 Euro) mehr als bisher. Allerdings verlangen in China die Hersteller im Vorverkauf oft etwas mehr, die Kunden erhalten aber sicher die ersten Fahrzeuge. Im regulären Verkauf sind die Preise dann in der Regel wieder etwas niedriger – beim SU7 eventuell auf das alte Niveau.

Kunden, die schon einen „alten“ SU7 bestellt haben, sollen bis zum 10. Januar ohne Aufpreis ihre Order auf das überarbeitete Modell abändern können. Der offizielle Marktstart des überarbeiteten Xiaomi SU7 soll im April erfolgen.

Während der SU7 beim Design innen wie außen der bisherigen Linie treu bleibt (mit geringfügigen Änderungen, versteht sich), fallen die nicht sichtbaren Eingriffe unter dem Blech deutlich größer aus – auch bei Batterie und Antrieb. Bisher hat die Basisversion eine 400-Volt-Batterie mit LFP-Zellen genutzt, im Max-Modell kam hingegen eine NMC-Batterie mit 871 Volt Systemspannung zum Einsatz. Mit dem Facelift steigt auch die Spannung der Basis-Batterie auf 752 Volt, während das Max-Modell laut chinesischen Medien jetzt auf 897 Volt kommt. Das hat auch Einfluss auf die Lade-Performance: Beim „alten“ Modell konnte in 15 Minuten Strom für maximal 510 Kilometer im CLTC nachgeladen werden, jetzt sollen es in der gleichen Zeitspanne bis zu 670 Kilometer sein, wie Xiaomi ankündigt.

Auch die Reichweite aller Batterievarianten steigt, allerdings nicht so stark: Das Standard-Modell wird mit 720 Kilometern im chinesischen Norm-Zyklus angegeben (bisher 700 km), die Pro-Version legt auf 902 Kilometer zu (bisher 830 km) und das leistungsstarke Max-Modell kommt auf 835 statt 800 Kilometer Norm-Reichweite. Ob der jeweilige Reichweiten-Zuwachs auf einen geänderten Energiegehalt oder die neuen Antriebe (oder beides) zurückzuführen ist, gibt Xiaomi nicht an – die Batteriegrößen werden nicht genannt.

Klar ist aber, dass in allen drei Varianten neue Motoren zum Einsatz kommen. Bisher wurden Aggregate namens V6 und V6s verbaut, in Anlehnung an die Leistung von V6-Benzinmotoren. Jetzt wird in allen Varianten auf die Weiterentwicklung V6s Plus gesetzt. In der Standard-Version mit Heckantrieb steigt die Leistung von 220 auf 235 kW (299 auf 320 PS) und der SU7 Max erstarkt von 495 auf 507 kW – oder 690 PS in der alten Währung. Um die Haftung zu verbessern, sind die Reifen an der Hinterachse künftig 265 statt 245 Millimeter breit, vorne bleibt es bei 245ern. Zudem gibt es eine Änderung am Fahrwerk: Bisher war nur das Top-Modell namens Max mit einer Luftfederung ausgestattet, jetzt gibt es eine Zweikammer-Luftfederung und variable Dämpfer in allen drei Varianten serienmäßig.

Dass die Technik der Top-Variante verbessert und in alle drei Versionen übertragen wird, ist auch bei den Fahrassistenten und der dafür notwenigen Hardware der Fall. Bisher waren Lidar-Sensoren nur in den Varianten Pro und Max verfügbar und mit einer ADAS-Rechenleistung von 508 TOPS kombiniert. Jetzt sind 700 TOPS Rechenleistung für die autonomen Fahrsysteme verbaut, und zwar in allen Versionen. Das bedeutet vor allem für das Standard-Modell ein enormes Upgrade: Bisher gab es hier kein Lidar und das System war mit einfacheren Sensoren nur nur 84 TOPS Rechenleistung ausgestattet.

Auch bei der anfangs beim SU7 kritisierten Sicherheit legt Xiaomi nach: Es sind durchweg bessere Bremsen verbaut, die Stabilität der Karosserie wurde erhöht und es sind neun statt bisher sieben Airbags verbaut. Außerdem verfügen jetzt alle Türschlösser über eine separate Notstromversorgung, damit die Türen auch noch entriegeln können, wenn das Hauptsystem ausgefallen ist.

Ob und wann diese Änderungen in das technisch mit dem SU7 eng verwandte SUV-Modell YU7 kommen, ist noch nicht bekannt. Vor wenigen Tagen hat Xiaomi angekündigt, dass man in diesem Jahr 550.000 Fahrzeuge ausliefern will – nach 410.000 Einheiten im Jahr 2025.

carnewschina.com, cnevpost.com

7 Kommentare

zu „Xiaomi überarbeitet seinen Debüt-Stromer SU7“
Sergio Souza
07.01.2026 um 17:34
Mein Handy ist stark
Markus
08.01.2026 um 05:24
Schade das Deutschland alles versucht damit die Chinesen den deutschen Autoherstellern hier nicht in den Hintern treten.
Andre
08.01.2026 um 08:53
Damit wir die überteuerten und nicht innovativen Produkte aus dem VW Konzern Regal kaufen. Zum Beispiel einen Skoda Enyaq der nicht mit den versprochenen 165 kW lädt sondern nur mit 70-80 kW. Die Rolle der Lendenwirbelstütze als Massage dient und auf und ab fährt, wo andere Herstelle wie z.B. Xpeng im Preissegment von 50.000 Euro deutliche bessere Fahrzeuge anbieten. Es wird wie einst bei den Handys werden. Die Bekannten Marken werden Bankrott gehen und die Marke aufgekauft werden. Es wird noch seine 10 Jahre dauern... Dann hat sich das Blatt gewendet.
Addy
08.01.2026 um 08:18
Was zum Anker, du willst doch hier auch einen guten Gehalt haben, ne Stabile Wirtschaft, und wenns geht noch eine Arbeitsstelle, oder? Warum sollte man alles hinwerfen nur weil jemand etwas leicht günstiger enbietet? Vorallem wieso kann es Xiaomi günstiger anbieten? Willst du auch so leben wie die?
Toni
08.01.2026 um 08:49
Sie treffen genau den Punkt, der mich hier bei den Meisten auch so massiv stört. Die privilegiertesten der Privilegierten schreien weil alles zu teuer ist. Jeder will China zahlen und Europa im Geldbeutel haben.
Maik
08.01.2026 um 07:07
Eine Meldung die auch bei deutschen Herstellern mal kommen sollte. Eine enorme Verbesserung der Ausstattung und trotzdem gleicher Preis.
Paul-Gerhard Fenzlein
08.01.2026 um 08:50
Man muss bei diesen Entwicklungen berücksichtigen, dass in China mit der neuen staatlichen Förderpolitik, der Reduzierung der Steuerermäßigung beim Neukauf um 50 % sowie den seit dem 1. Januar 2026 geltenden direkten Verkaufsprämien, die an vorgegebene Verkaufspreise gekoppelt sind, ein neuer Preiskampf im chinesischen E-Automarkt ausgelöst wurde. In diesem Marktumfeld sind insbesondere jene E-Autobauer im Vorteil, die ein hohes Maß an Technologie zu einem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten können. Vor diesem Hintergrund sind auch die Upgrades der beiden Modelle SU7 und YU7 zu bewerten. Die Ausstattung der Spitzenmodelle mit der geplanten rund 890-Volt-Systemplattform verdeutlicht, wie intensiv der Wettbewerb mit den in China bereits erhältlichen 900-Volt-Modellen von NIO auf der seit März 2025 verfügbaren Hardwareplattform NT 3.0 ist. Die hohen Verkaufszahlen des in China äußerst erfolgreichen NIO ES8, der als direkter Wettbewerber des Xiaomi YU7 gilt, haben Xiaomi dazu gezwungen, insbesondere in den Bereichen Hochvolttechnologie und Sicherheit nachzuziehen. Dennoch adressiert der NIO ES8 mit einem Verkaufspreis von über 400.000 RMB primär Kunden im Premium- und Luxussegment, in dem Xiaomi bislang noch nicht vertreten ist. Darüber hinaus verfügt der NIO ES8 über einen weiteren entscheidenden Verkaufsvorteil: die Batteriemiete. Für den chinesischen Kunden bedeutet dies, dass er das Fahrzeug ohne Batterie erwerben kann und somit rund 100.000 RMB weniger für den Kaufpreis aufbringen muss. Entsprechend fallen auch die Steuern lediglich auf den um diesen Betrag reduzierten Fahrzeugpreis an, während die Batteriemiete steuerfrei bleibt. Mit inzwischen über 3.700 Batteriewechselstationen bietet NIO zudem einen hohen Komfort: Eine nahezu leere Batterie kann in weniger als drei Minuten gegen eine zu etwa 92 % geladene Batterie ausgetauscht werden. Zwar ist der NIO ES8 mit einer maximalen Ladeleistung von bis zu 600 kW an entsprechenden NIO-Schnellladesäulen auch beim konventionellen Laden leistungsfähig und lädt damit schneller als aktuelle Modelle von Xpeng oder SAIC-Marken, im Alltag stellt der Batteriewechsel für viele chinesische Kunden jedoch die praktikablere Lösung dar.

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