EV2 feiert Weltpremiere: Kia will’s im B-Segment wissen
Kia hat das Tuch vom EV2 gezogen, bei dem kleinen Crossover handelt es sich um das neue Einstiegsmodell der Koreaner. Er reiht sich unterhalb des EV3 ein und soll zum bisher günstigsten Elektro-Kia avancieren – auch wenn der Hersteller zur Weltpremiere noch keine konkreten Preise nennt. Spruchreif ist dafür, dass der EV2 auf der 400-Volt-Variante von Kias E-Plattform E-GMP aufbaut und 4,06 x 1,80 x 1,57 Meter (bei einem Radstand von 2,57 Metern) misst.
Beherbergen wird der E-Kleinwagen entweder einen kleinen Akku mit 42,2 kWh und daraus resultierenden bis zu 317 Kilometern Reichweite. Oder einen größeren Akku mit 61 kWh für bis zu 448 Kilometer nach WLTP. Die Ladeleistung des EV2 bleibt zur Premiere noch unter Verschluss, Kia gibt aber an, dass der DC-Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent beim großen Akku rund 30 und beim kleinen rund 29 Minuten betragen soll. Beim AC-Laden unterstützt das B-SUV die branchenüblichen 11 kW. Erstmals bietet Kia bei einem seiner Stromer aber direkt zur Markteinführung optional auch 22 kW an. „Damit trägt der neue Stromer der Vorherrschaft der AC-Ladeinfrastruktur in Europa Rechnung und bietet mehr Flexibilität beim Laden an privaten und öffentlichen Stationen“, begründet Kia dieses Angebot. Von 10 auf 100 Prozent soll der Wechselstrom-Ladevorgang dann nur 2:35 Stunden (kleiner Akku) bzw. glatt drei Stunden (großer Akku) dauern. Bei 11 kW Ladeleistung sind es analog 4:05 bzw. 5:35 Stunden.
Wichtig: Bei allen Werten handelt es sich noch um vorläufige Angaben, die sich auf den europäischen Markt beziehen. Nach der Homologation sollen dann zum Marktstart die finalen Spezifikationen vorliegen. Wann genau der Verkauf starten wird, präzisiert Kia dabei noch nicht. Klar ist nur: Die Produktion des EV2 soll noch im ersten Quartal 2026 mit der Modellvariante mit kleinem Akku beginnen, im Laufe des Jahres soll die Fertigung dann um den EV2 mit großem Akku und um GT-Line-Varianten ergänzt werden.









Grundsätzlich wird der EV2 von Kia als Fünf- oder Viersitzer angeboten. Bei ersterem ist hinten eine klassische Rückbank eingebaut, bei letzterem können die zwei Rücksitze separat verschoben und die Neigungswinkel der Rückenlehnen verstellt werden. Und auch das Kofferraumvolumen unterscheidet sich: Während der Fünfsitzer auf 362 Liter Gepäckraumvolumen gemäß VDA kommt, sind es beim Viersitzer bis zu 403 Liter.
Was die Optik angeht, kann der EV2 seine Verwandtschaft zum EV3 und zum EV9 nicht verhehlen. Auch der neue Kleine im Sortiment übernimmt Kias Designphilosophie „Opposites United“ (Vereinte Gegensätze) mit stark ausgeprägten Schulterlinien, robust gestalteten Radläufen und den charakteristischen Tagfahrlichtern. Je nach Ausführung rollt der EV2 dabei auf 16 bis 19 Zoll großen Rädern vor. Das Spektrum an Außenfarben beinhaltet Uni-, Metallic-, Perleffekt- und Mattlackierungen. Die GT-Line hebt sich optisch dadurch ab, dass die 19-Zöller sowie auffällige SUV-Design-Elemente (Front- und Heckstoßfänger sowie Side-Blades in Wagenfarbe, schwarze dreieckige Akzente in der Front- und Heckschürze) für sie exklusiv bleiben.
Innen präsentiert sich der EV2 mit einer offen gestalteten Kabine und einem Armaturenbrett, das sich seitlich bis in die Türverkleidungen zieht. Als zentrales Element im Cockpit dient ein Panoramadisplay, das ein digitales Kombiinstrument und den Navigationsbildschirm (je 12,3 Zoll) sowie dazwischen einen kleineren Touchscreen zur Klimasteuerung (5,3 Zoll) umfasst. Was das Infotainment betrifft, erhält der EV2 eine neue „Lite“-Version des konzerneigenen „Connected Car Navigation Cockpit“, die Kia als „kostengünstig“ bezeichnet. Die Version habe das gleiche Display-Layout und viele Kernfunktionen des ccNC, allerdings ohne Festplattennavigation, präzisiert der Hersteller. Um Missverständnissen vorzubeugen: Eine Routen-Navigation ist dennoch möglich, da sich Smartphones über Android Auto und Apple CarPlay kabellos in das Infotainmentsystem integrieren lassen.
Als weitere relevante Features des Kleinwagens nennen die Südkoreaner eine V2L-Funktion (Vehicle-to-Load), um externe Geräte mit 230 Volt zu laden. Den Strom dazu liefert die im Auto verbaute Batterie. Darüber hinaus ist der EV2 Hardware-seitig auch bereits auf V2X vorbereitet, also auf die Rückspeisung von Strom ins private oder öffentliche Stromnetz. Als weiteren „digitalen Komfort“ des Autos bezeichnet Kia u.a. den digitalen Autoschlüssel („Digital Key“) sowie Over-the-Air-Updates und Features on Demand (FOD), also aufpreispflichtige abrufbare Dienste, Funktionen bzw. Leistungssteigerungen. Optional ist zudem ein Soundsystem von Harman/Kardon mit acht Lautsprechern erhältlich.
Mit Blick auf das Assistentenpaket bietet der EV2 laut Herstellerangaben „ein breites Spektrum, das üblicherweise eher in höheren Fahrzeugsegmenten zu finden ist“. Zu den je nach Ausführung serienmäßigen oder optional verfügbaren Assistenten gehören ein Autobahnassistent, Frontkollisionswarner, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, ein Totwinkelassistent mit Monitoranzeige, eine Rundumsichtkamera und die jüngsten Parkassistenztechnologien. Und: Per Fernbedienung („Remote Smart Parking Assist Entry“) lässt sich das Fahrzeug auch von außen per Smart Key manövrieren.
„Jedes Element des EV2 wurde im Hinblick auf den europäischen Lebensstil entwickelt“, betont Sjoerd Knipping, COO von Kia Europe. „Seine kompakten Außenmaße, sein großzügiger Innenraum und seine fortschrittlichen Technologien machen es leicht, ihn in das Alltagsleben zu integrieren. Als ein EV-Einstiegsmodell, das Ausstattungselemente aus höheren Fahrzeugsegmenten bietet, steigert der EV2 den Anreiz, elektrisch zu fahren.“
| EV2 Standard Range | EV2 Long Range | |
|---|---|---|
| Antrieb | FWD | FWD |
| Leistung | 108 kW | k.A. |
| Höchstgeschwindigkeit | 161 km/h | 161 km/h |
| WLTP–Reichweite* | 317 km | 448 km |
| Batteriekapazität | 42,2 kWh | 61 kWh |
| Ladeleistung DC | k.A. | k.A. |
| Ladezeit DC 10-80%* | 29 min | 30 min |
| Ladeleistung AC | 11 kW/22 kW | 11 kW/22 kW |
| Ladezeit AC 10-100% | 4:05 h/2:35 h | 5:34 h/3:00 h |
| V2L | Ja | Ja |
| V2G | vorbereitet | vorbereitet |
| Preis | k.A. | k.A. |
Für Kia ist der EV2 ein wichtiges Neumodell, um das Segment unterhalb des EV3 zu erschließen. Denn ebendieses B-Segment ist laut den Koreanern „das zweitgrößte im europäischen Automobilmarkt“ und die Bedeutung von E-Autos werde in diesem Bereich bis zum Ende des Jahrzehnts voraussichtlich stark zunehmen. In den Worten von Soohang Chang, Präsident und CEO von Kia Europe, klingt das so: „Der Kia EV2 ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, die Elektromobilität einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Als unser kompaktestes Elektrofahrzeug verbindet er ein mutiges Design mit hochmodernen Entwicklungen in den Bereichen Laden, Konnektivität und Sicherheit.“
Als Zeichen seines Engagements für Europa produziert Kia den EV2 übrigens in der Slowakei. Nach dem Kompaktwagen EV4 ist das B-SUV das zweite vollelektrische Modell, das im Werk in Zilina vom Band läuft. Der Produktionsstart ist für Februar geplant, die Termine für die Markteinführung sollen wie erwähnt später bekannt gegeben werden.




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