BMW: M-Modelle der Neuen Klasse kommen mit vier E-Motoren
In allen vollelektrischen Modellen der BMW M Neuen Klasse sollen zwei elektrische Antriebseinheiten an Vorder- und Hinterachse mit je einem Elektromotor pro Rad für „eine BMW M typische Fahr-Performance“ sorgen, wie die Münchner mitteilen. Jeder der insgesamt vier Elektromotoren treibt dabei ein Rad an. Es handelt sich dabei aber um innenliegende Elektromotoren, nicht um Radnabenantriebe.
Das Konzept mit einem Motor pro Rad überrascht nicht, denn BMW hatte schon im Februar 2025 das Hochleistungs-Testfahrzeug „Vision Driving Experience“ vorgestellt, das bereits über einen derartigen Antrieb verfügte. Allerdings war der Sinn und Zweck des Concept Cars damals der Test der Steuergeräte, etwa des neuen Antriebs-Zentralcomputers „Heart of Joy“. Dieser wurde zwar schon auf das komplexe Management von vier Antriebseinheiten ausgelegt. Das musste aber nicht zwingend bedeuten, dass auch spätere Serienmodelle mit gleich vier Elektromotoren je Fahrzeug kommen werden – das hat BMW erst jetzt bestätigt.
Der Antrieb mit den vier Motoren soll „alle Vorteile des Heck- und Allradantriebs“ verinenen und zugleich die Fahrdynamik steigern. Die Vorderachse lässt sich auch vollständig entkoppeln, womit die Fahrzeuge den fahrdynamisch orientierten Heckantrieb erhalten – zugleich wird etwa auf der Autobahn so die Effizienz erhöht. Da der „Heart of Joy“-Computer jede Antriebseinheit einzeln steuern kann, können Drehmoment und Leistung pro Rad in Millisekunden individuell festgelegt werden. Das erlaubt zum einen eine optimale Traktion, da das Drehmoment kontinuierlich passend verteilt werden kann. Auf der anderen Seite wird die Bremsenergie-Rekuperation „bis in den Grenzbereich“ möglich, so BMW. Denn auch bei der Rekuperation kann jedes Rad einzeln angesteuert werden, um die optimale Verzögerung aus der Energie-Rückgewinnung zu erhalten – im engen Zusammenspiel mit dem Bremssystem.








„Die neu entwickelte Architektur mit zentral gesteuertem Einzelradantrieb erschließt eine völlig neue Fahrdynamik-Dimension und steigert weiterhin auch die Fahrsicherheit aller BMW M Fahrzeuge der neuen Generation“, so die Münchner. Das fasst die Bandbreite der Anforderungen gut zusammen: Einerseits müssen auch die elektrischen Antriebe die „markentypische Fahrdynamik“ bieten, auf der Straße und Rennstrecke überzeugen und gleichzeitig auch als „universaler Alltagsbegleiter“ dienen können. Es darf also nicht nur ein scharfer Sportwagen sein, sondern muss auch ohne Probleme auf der Pendelstrecke zur Arbeit oder der Fahrt zum Supermarkt im Straßenverkehr überzeugen.
Dafür wurde die Software der „Heart of Joy“-Zentraleinheit im Vergleich zu den Standard-BMWs wie dem iX3 50 xDrive mit einer M-spezifischen Steuerungssoftware versehen. Davon verspricht sich BMW M „völlig neue Potenziale bezüglich Fahrdynamik und -sicherheit. Außerdem erlaubt das System eine höchstmögliche Rekuperation und optimale Traktion bis in den Grenzbereich und ein direkteres Ansprechverhalten.“
Für die elektrischen M-Modelle wird auch die Batterie angepasst und nicht 1:1 aus den Serienmodellen übernommen – im iX3 50 xDrive als erstem Modell der Neuen Klasse ist etwa eine 108-kWh-Batterie mit Rundzellen und 800 Volt Systemspannung verbaut. Zu den M-Batterien äußert sich BMW noch nicht im Detail, es bleibt aber bei 800 Volt und den Rundzellen. „Der mehr als 100 kWh nutzbare Energie umfassende Hochvoltspeicher als Energielieferant für den BMW M eDrive Antrieb wurde ebenfalls speziell an die Anforderungen der Hochleistungs-Fahrzeuge angepasst“, so BMW. „Auch hier stand die Vereinbarkeit der Straßen- und Rennstreckentauglichkeit im Vordergrund.“
Das neue Batterie-Steuergerät, von den Münchnern „Energy Master“ genannt, wurde genauso wie das Kühlsystem auf höhere Leistungen optimiert. „Mit BMW M spezifischen Lösungen bietet der Gen6 Hochvoltspeicher der vollelektrischen high-performance Modelle nochmals höhere Spitzen- und Ladeleistungen. Außerdem bieten die Neuen Klasse Modelle innerhalb der Gen6 Technologie die höchsten Rekuperationswerte“, kündigt BMW an. Zahlen hierzu nennt das Unternehmen aber noch nicht.
Auch das Gehäuse der Batterie wird für die M-Modelle angepasst und unterscheidet sich von den Standard-BMWs. Das Gehäuse übernimmt hier die olle eines Strukturbauteils im Fahrzeug und ist fest mit der Vorder- und Hinterachse verbunden. „Die dadurch erreichte höhere Steifigkeit im Gesamtfahrzeug führt ebenfalls zu einer spürbar verbesserten Fahrdynamik“, erklärt BMW.





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