BMW: M-Modelle der Neuen Klasse kommen mit vier E-Motoren

BMW hat erste Details zur Technik der ab 2027 geplanten M-Modelle der Neuen Klasse veröffentlicht. Herzstück der neuen Architektur ist der BMW M eDrive – mit vier Elektromotoren pro Auto.

Bmw m edrive
Bild: BMW

In allen vollelektrischen Modellen der BMW M Neuen Klasse sollen zwei elektrische Antriebseinheiten an Vorder- und Hinterachse mit je einem Elektromotor pro Rad für „eine BMW M typische Fahr-Performance“ sorgen, wie die Münchner mitteilen. Jeder der insgesamt vier Elektromotoren treibt dabei ein Rad an. Es handelt sich dabei aber um innenliegende Elektromotoren, nicht um Radnabenantriebe.

Das Konzept mit einem Motor pro Rad überrascht nicht, denn BMW hatte schon im Februar 2025 das Hochleistungs-Testfahrzeug „Vision Driving Experience“ vorgestellt, das bereits über einen derartigen Antrieb verfügte. Allerdings war der Sinn und Zweck des Concept Cars damals der Test der Steuergeräte, etwa des neuen Antriebs-Zentralcomputers „Heart of Joy“. Dieser wurde zwar schon auf das komplexe Management von vier Antriebseinheiten ausgelegt. Das musste aber nicht zwingend bedeuten, dass auch spätere Serienmodelle mit gleich vier Elektromotoren je Fahrzeug kommen werden – das hat BMW erst jetzt bestätigt.

Der Antrieb mit den vier Motoren soll „alle Vorteile des Heck- und Allradantriebs“ verinenen und zugleich die Fahrdynamik steigern. Die Vorderachse lässt sich auch vollständig entkoppeln, womit die Fahrzeuge den fahrdynamisch orientierten Heckantrieb erhalten – zugleich wird etwa auf der Autobahn so die Effizienz erhöht. Da der „Heart of Joy“-Computer jede Antriebseinheit einzeln steuern kann, können Drehmoment und Leistung pro Rad in Millisekunden individuell festgelegt werden. Das erlaubt zum einen eine optimale Traktion, da das Drehmoment kontinuierlich passend verteilt werden kann. Auf der anderen Seite wird die Bremsenergie-Rekuperation „bis in den Grenzbereich“ möglich, so BMW. Denn auch bei der Rekuperation kann jedes Rad einzeln angesteuert werden, um die optimale Verzögerung aus der Energie-Rückgewinnung zu erhalten – im engen Zusammenspiel mit dem Bremssystem.

„Die neu entwickelte Architektur mit zentral gesteuertem Einzelradantrieb erschließt eine völlig neue Fahrdynamik-Dimension und steigert weiterhin auch die Fahrsicherheit aller BMW M Fahrzeuge der neuen Generation“, so die Münchner. Das fasst die Bandbreite der Anforderungen gut zusammen: Einerseits müssen auch die elektrischen Antriebe die „markentypische Fahrdynamik“ bieten, auf der Straße und Rennstrecke überzeugen und gleichzeitig auch als „universaler Alltagsbegleiter“ dienen können. Es darf also nicht nur ein scharfer Sportwagen sein, sondern muss auch ohne Probleme auf der Pendelstrecke zur Arbeit oder der Fahrt zum Supermarkt im Straßenverkehr überzeugen.

Dafür wurde die Software der „Heart of Joy“-Zentraleinheit im Vergleich zu den Standard-BMWs wie dem iX3 50 xDrive mit einer M-spezifischen Steuerungssoftware versehen. Davon verspricht sich BMW M „völlig neue Potenziale bezüglich Fahrdynamik und -sicherheit. Außerdem erlaubt das System eine höchstmögliche Rekuperation und optimale Traktion bis in den Grenzbereich und ein direkteres Ansprechverhalten.“

Für die elektrischen M-Modelle wird auch die Batterie angepasst und nicht 1:1 aus den Serienmodellen übernommen – im iX3 50 xDrive als erstem Modell der Neuen Klasse ist etwa eine 108-kWh-Batterie mit Rundzellen und 800 Volt Systemspannung verbaut. Zu den M-Batterien äußert sich BMW noch nicht im Detail, es bleibt aber bei 800 Volt und den Rundzellen. „Der mehr als 100 kWh nutzbare Energie umfassende Hochvoltspeicher als Energielieferant für den BMW M eDrive Antrieb wurde ebenfalls speziell an die Anforderungen der Hochleistungs-Fahrzeuge angepasst“, so BMW. „Auch hier stand die Vereinbarkeit der Straßen- und Rennstreckentauglichkeit im Vordergrund.“

Das neue Batterie-Steuergerät, von den Münchnern „Energy Master“ genannt, wurde genauso wie das Kühlsystem auf höhere Leistungen optimiert. „Mit BMW M spezifischen Lösungen bietet der Gen6 Hochvoltspeicher der vollelektrischen high-performance Modelle nochmals höhere Spitzen- und Ladeleistungen.  Außerdem bieten die Neuen Klasse Modelle innerhalb der Gen6 Technologie die höchsten Rekuperationswerte“, kündigt BMW an. Zahlen hierzu nennt das Unternehmen aber noch nicht.

Auch das Gehäuse der Batterie wird für die M-Modelle angepasst und unterscheidet sich von den Standard-BMWs. Das Gehäuse übernimmt hier die olle eines Strukturbauteils im Fahrzeug und ist fest mit der Vorder- und Hinterachse verbunden. „Die dadurch erreichte höhere Steifigkeit im Gesamtfahrzeug führt ebenfalls zu einer spürbar verbesserten Fahrdynamik“, erklärt BMW.

bmwgroup.com

11 Kommentare

zu „BMW: M-Modelle der Neuen Klasse kommen mit vier E-Motoren“
Manfred Stummer
15.01.2026 um 07:45
"Es darf also nicht nur ein scharfer Sportwagen sein, sondern muss auch ohne Probleme auf der Pendelstrecke zur Arbeit oder der Fahrt zum Supermarkt im Straßenverkehr überzeugen". Genau auf dieses Auto warten die Pendler. In Zeiten in denen in Österreich die MwSt. auf Grundnahrungsmittel gesenkt wird um mit dem Geld bis zum Monatsende auszukommen.
JeyJey
15.01.2026 um 10:28
Seit wann sind denn Menschen die sich schwer tun sich Ihr Essen zu leisten die Kundengruppe von BMW M Fahrzeugen? Und wieviel mehr solche Leute hätten wir wenn wir diese Autos nicht hier in Zentraleuropa bauen würden?Vielleicht sollte man mal über die Technik reden. Rekuperation im Grenzbereich klingt schon sehr cool. Welcher BEV Bauer hat sowas schon mal auf die Straße gestellt? Wär schön wenn mein i4M50 das auch könnte. Aber da muss ich wohl noch etwas am Essen sparen.
masta
18.01.2026 um 06:48
perfekte Anwort !
Manfred Stummer
16.01.2026 um 08:39
@JeyHey: Es freut mich für Sie dass Sie offensichtlich nicht der Personengruppe angehören die zum Monatsende den Einkauf sehr genau planen muss. Gott sei Dank ich auch nicht, aber ich kenne welche...
Martin
15.01.2026 um 12:00
Interessant, das Sie sich von dem Beitrag angesprochen fühlen. Einen aktuellen BMW M abseits einer Rennstrecke im Grenzbereich zu bewegen, sollte sich von selbst verbieten. In unserer Nähe hat ein 25-Jähriger in einem Industriegebiet seinen schönen M3 Competition aufs Dach gelegt, vermutlich versehentlich den Grenzbereich überschreitend. Alle 3 Insassen gottlob nur leicht verletzt. Sein Smartphone durfte er der Polizei überlassen und die relevanten Daten seines BMW werden wohl bei der Staatsanwaltschaft landen. Warum geht BMW mit den über 1.300 PS im künftigen i3 M heute schon hausieren? Warum nicht gleich 10.000? Eine völlig absurde Entwicklung!
Max
15.01.2026 um 13:34
Erst mal für alle, die sich über BMW und die hier vorgestellten Leistungsmerkmale aufregen: BMW ist der einzige deutsche Autobauer, der das CO2 Flottenziel in 2025 eingehalten hat. Und das trotz einer Modellpalette, die eher im Luxussegment angesiedelt ist. BMW stellt hier tolle Technik vor, die zuerst in den hochpreisigen und leistungsstarken Fahrzeugen zum Einsatz kommt. Natürlich braucht man im Straßenverkehr keine 1000 PS. Aber Tesla und Porsche machen es auch. Beim E-Antrieb ist es im Gegensatz zum Verbrenner sehr leicht irrwitzig hohe Leistungen anzugeben, da man den Emotor, Batterie und Leistungselektronik kurzfristig stark überlasten kann. Wie bei meinem Elroq, der hat eine Spitzenleistung von 250kW (340PS). Die kann er aber nur liefern, wenn Temperatur und Ladezustand in einem engen definierten Bereich liegen und dann kann er das nur für maximal 30 Sekunden. Ist aber auch Unsinn, denn wenn ich vom Stand mit voller Leistung beschleunige bin ich nach ca. 15 Sekunden auf 180 KM/h und dann regelt der ab. Das ganze ist fürs Marketing, da so wie bei den Verbrennern bei einer entsprechende Anzahl von Leuten die Höchstleistung die Kaufentscheidung beeinflusst.
tuxcad
15.01.2026 um 13:36
Nun, Rekuperation bis in den Grenzbereich können andere (bspw. Tesla) schon lange. Erstklassige Traktion dank einer höchst effektiven Drehmomentsteuerung für jedes Rad auch. Also soweit nix Neues - außer für BMW selbst. Tesla baut derzeit im Model S Raven drei Motoren ein - da muss es bei BMW natürlich mindestens einer mehr sein, okay, für die Steuerung sicher eine gute Option. Grundsätzlich finde ich gut, dass man nun seit einigen Monaten auch bei BMW begriffen hat, wie hervorragend sich der E-Antrieb gerade für hocheffiziente sportliche Fahrzeuge anbietet und zudem exorbitanten Fahrspaß ermöglicht. Andere schlafen da noch. Preislich ist die "Neue Klasse" ja bisher ohnehin nicht konkurrenzfähig, möglicherweise ist sie zukünftig aber wenigstens technisch auch dort, wo heute schon der Preis ist.
Habicht
15.01.2026 um 21:51
Leider sehr viel Unwahres, wie so oft bei Tesla-Vergleichen. Tesla kann natürlich nicht im Grenzvereich rekuperieren, die Rekuperationsleistung ist bei Tesla im Vergleich zu Porsche und erst recht im Vergleich zum neuene BMW sehr gering Dazu benötigt man Hochleistungskomponenten im Bereich Leistungselektronik Wechselrichter, Akku, E-Motor und natürlich auch Computerchips. Das kann Tesla nicht leisten. Auch die Traktionssteuerung ist beim neuen BMW und bei Porsche viel schneller und leistungsfähiger. Ebenfalls falsch ist die Anmerkung das die "Neue Klasse" nicht preislich nicht konkurrenzfähig ist, sie ist wirklich gut ei gepreist für die bereitgestellten technischen Daten und für die zusätzlichen technischen Funktionen und Komfort-Features. Tesla hingegen ist für die veraltete 400V Technik mit langsamen Akkus, fehlenden technischen Funktionen und fehlenden Komfort-Features im Grunde deutlich zu teuer, inbesondere mit Blick auf chinesische Modelle, und in jedem Falle auch in Hinblick zur deutschen Konkurrenz veraltet und spartanisch ausgestattet. Im Vergleich zur deutschen Konkurrenz sind sie etwas billiger, müssen sie ja aber auch.
René
15.01.2026 um 15:00
So sieht das Ergebnis von freiem Wettbewerb und Technologieoffenheit aus. Danke BMW.
Harry
16.01.2026 um 18:35
Ich kann mir bis zum letzten Tag alle "köstlichen Speisen" leisten . Und fahre nur einen Renault Megane E Tech mit 220 PS . Das reicht für den Alltag . Ich hoffe das die Eigner dieser "Raketen"fahrzeuge diese mit klarem Verstand und Rücksicht auf andere Verkehersteilnehmer bewegen. Wohl dem der sich ein solches Fahrzeug leisten kann.Die Entwicklung mit den Überbordenden KW Leistungen ist wieder einmal völlig überzogen. Man sollte sich auf die Steigerung der Effizienz konzentrieren . (somit Verbesserung der Reichweite oder kleinere Batterien )
Peet
17.01.2026 um 17:29
Jemand, der sich über 1.300PS in einem Sportwagen aufregt, soll mir bitte erklären, warum sein Skoda Yeti 110PS braucht. Der würde mit 70PS auch von A nach B fahren.

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