Elektroauto-Absatz in den USA bricht ein – wie erwartet
Da der Rückgang im Gesamtjahr mit zwei Prozent trotz des schwachen vierten Quartals eher moderat ausgefallen ist, ist zum Teil mit der stabilen Entwicklung des Absatzes in den ersten drei Quartalen zu erklären. Allerdings hat das angekündigte Auslaufen der US-Steuergutschrift per Ende September zu zahlreichen vorgezogenen Käufen geführt, um die Förderung noch mitzunehmen. Dieser Einmaleffekt hat für einen extrem starken September gesorgt, in dem zahlreiche Autobauer neue Absatzrekorde bei ihren Elektroautos aufgestellt hatten.
Zwar gab es einige Versuche von Händlern und Herstellern, den Kater nach dem Förder-Aus etwas zu verzögern, doch den starken Einbruch der Verkäufe im vierten Quartal konnten sie so nicht verhindern – wobei anhand der reinen Statistik natürlich unklar ist, wie das Ergebnis ohne solche Tricks und Maßnahmen ausgefallen wäre.
Blicken wir auf die Zahlen: 2025 wurden in den USA 1.275.714 Elektrofahrzeuge verkauft, wie aus der Statistik von Kelley Blue Book hervorgeht. Ein Jahr zuvor waren es noch 1.301.441 E-Autos. Deutlicher fällt der Unterschied im Q4 aus: Von 365.830 E-Autos im Schlussquartal 2024 ging es im Q4 2025 auf 234.171 Verkäufe zurück. Das sind nur die Zahlen zu den Batterie-elektrischen Autos, die Brennstoffzellenfahrzeuge werden von Kelley Blue Book separat ausgewiesen. Aber auch dort ist die Statistik (wenn zum Teil auch aus anderen Gründen) nicht positiv: Toyota hat 2025 in den USA 57,9 Prozent weniger FCEV verkauft, der Absatz ging von 499 auf 210 Mirais zurück. Und bei Hyundai brach der Absatz der ersten Generation des Nexo von 94 auf gerade einmal noch sechs Fahrzeuge ein – ein Minus von 93,6 Prozent.
Dabei hat Hyundai bei dem Nexo auf Jahressicht den höchsten Rückgang zu verkraften, nicht aber in einem Quartal. Denn im Q4 ging es beim Nexo „nur“ um 60,0 Prozent nach unten, was aufgrund der bekannten Förder-Effekte im BEV-Bereich von einigen Marken noch unterboten wurde. Bei Acura ist der Elektroauto-Absatz etwa um 97,9 Prozent eingebrochen, also quasi zum Erliegen gekommen – es ging von 4.377 Verkäufen im Q4 2024 auf noch 90 herunter. Allerdings steht bei Acura und Honda auch ein Strategiewechsel hinter den Rückgängen, Honda hat mit 2.641 statt 18.838 Verkäufen ebenfalls mit -86 Prozent stark verloren. Aber auch bei Nissan mit -93,2 Prozent (von 8.546 Verkäufen auf noch 577 Einheiten) wird eine ähnliche strategische Entscheidung direkt im Q4-Ergebnis sichtbar.
Bei den großen US-Konzernen war das vierte Quartal ebenfalls im roten Bereich, im Gesamtjahr 2025 ist das Bild aber etwas anders. Ford hat zwar deutlich verloren (-51,9 % im Q4 und -14,1 % im Gesamtjahr), bei den GM-Marken ist die Lage hingegen etwas besser. Zwar hat zum Beispiel auch Chevrolet im Q4 Feder lassen müssen und um satte 65,8 Prozent verloren (mit 9.814 Verkäufen sogar wieder nur im vierstelligen Bereich), auf Jahressicht ist trotz des schwachen Q4 das Ergebnis mit einem Plus von 39,3 Prozent durchaus positiv – mit 96.951 Verkäufen hat Chevrolet hier nur knapp die 100.000er Marke verpasst. Auch Cadillac (+69,1 %) und GMC (+50,7 %) haben in 2025 ihren Absatz spürbar steigern können.
Unangefochtener Marktführer in den USA ist und bleibt aber Tesla. Zwar hat auch Tesla im vierten Quartal im Jahresvergleich 15,0 Prozent verloren, bleibt mit glatten 138.000 Verkäufen aber mit enormen Abstand an der Spitze – dahinter haben es nur Ford (14.513) und Cadillac (11.001) im Q4 in den fünfstelligen Bereich geschafft. Alle anderen Marken sind – teilweise trotz Zuwächsen – nur im drei oder vierstelligen Bereich unterwegs. Im Gesamtjahr ist Tesla mit 589.160 Fahrzeugen zwar wieder unter die 600.000er Marke gefallen (nach 633.762 E-Autos in 2024), kommt aber immer noch auf einen Marktanteil von 46,2 Prozent. Die Zeiten, in denen weit mehr als jedes zweite E-Auto in den USA ein Tesla war, sind zwar vorbei. Allerdings kommt keine andere Marke auf einen sechsstelligen Jahresabsatz. Chevrolet mit den erwähnten knapp 97.000 Verkäufen und 7,6 Prozent Marktanteil liegt mit Abstand auf Platz zwei.
Und die deutschen Marken? Bei Mercedes steht für 2025 ein Minus von 54 Prozent, mit gerade einmal noch 12.942 Verkäufen im Gesamtjahr können die Stuttgarter nicht zufrieden sein. Denn Mercedes ist damit Stuttgart-intern sogar hinter Porsche zurückgefallen, da der elektrische Macan hier für ein Absatz-Plus von 117,5 Prozent auf 14.107 Einheiten gesorgt hat. BMW liegt mit einem Minus von 16,7 Prozent immer noch bei 42.483 Verkäufen, Audi konnte immerhin im 30,5 Prozent auf 30.214 E-Autos wachsen – obwohl bei den Ingolstädtern das Geschäft im Q4 mit -91,1 Prozent auf noch 584 E-Autos US-weit nahezu eingebrochen ist. Bei der Marke VW lag das Minus im Schlussquartal bei 19,6 Prozent, im Gesamtjahr waren es hingegen 56,8 Prozent Wachstum. Mit 28.513 Einheiten bleiben die Wolfsburger aber hier im Konzern-internen Vergleich hinter Audi zurück.
coxautoinc.com (PDF)





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