E-Auto-Verkäufe in China wachsen um 20 Prozent

16,49 Millionen New Energy Vehicles aus chinesischer Produktion wurden 2025 verkauft, 28,2 Prozent mehr als 2024. Aber: Die Exporte haben stärker zugelegt, denn in China selbst ist der NEV-Absatz „nur“ um rund 20 Prozent gewachsen.

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Bild: Leapmotor

Im Dezember wurden 1,71 Millionen New Energy Vehicles (NEV) verkauft, wie aus den Daten der China Association of Automobile Manufacturers (CAAM) hervorgeht. Das sind 7,2 Prozent mehr als im Dezember 2024, aber 6,2 Prozent weniger als im November, dem stärksten Monat des Jahres 2025. Dennoch war es ein starkes Jahr: Der NEV-Absatz lag in jedem einzelnen Monat über dem Vorjahr, im vierten Quartal hat jeder Monat deutlich die 1,6-Millionen-Marke übertroffen – was 2024 in keinem einzigen Monat der Fall war. Insgesamt stehen 16,49 Millionen Einheiten in der Statistik, 28,2 Prozent mehr als in 2024.

Aber: Diese Zahlen sagen nur bedingt etwas über die Marktentwicklung in China selbst aus. Denn die CAAM-Statistik gibt die sogenannten Großhandelsverkäufe wider, also die Verkäufe aller in China hergestellten Fahrzeuge – für den heimischen Markt, aber auch die Exporte in andere Märkte. Zu den New Energy Vehicles zählen bekanntlich Batterie-Elektroautos (BEV), Plug-in-Hybride (PHEV) inklusive der Range-Extender-Fahrzeuge und die Brennstoffzellenautos (FCEV). Letztere spielen aber auch in China eine untergeordnete Rolle, den Markt dominieren die BEV und PHEV.

Im Dezember sind 1,11 Millionen Verkäufe der 1,71 Millionen NEV auf Batterie-elektrische Fahrzeuge entfallen – wohlgemerkt im Großhandel. Das sind 5,3 Prozent weniger als im November, aber 13,8 Prozent über dem Vorjahresmonat. Wie auch im Gesamtmarkt lagen die BEV jeden Monat deutlich über den 2024er Ergebnissen. Bei den Plug-in-Hybriden war das Wachstum zum Vorjahr seit Monaten nur minimal, aber es war ein Wachstum. Im Dezember sind die PHEV-Verkäufe dann doch mit 599.000 Einheiten 3,7 Prozent unter den Vorjahreswert gefallen. Es ist laut der Auswertung der CAAM-Zahlen des Portals „CN EV Post“ das erste Mal seit mindestens fünf Jahren, dass die PHEV-Verkäufe im Jahresvergleich gesunken sind. Bei den Batterie-Elektroautos war das zuletzt im Februar 2024 der Fall.

Es war aber insgesamt ein schwacher Monat. Über alle Antriebsarten hinweg sind die Großhandelsverkäufe auf 3,27 Millionen Fahrzeuge gesunken, 4,6 Prozent weniger als im November und 6,2 Prozent unter dem Dezember 2024. im Dezember lag der NEV-Anteil damit bei 52,3 Prozent, was über den 45,7 Prozent des Vorjahresmonats liegt, aber unter den 53,2 Prozent aus dem November. Im Gesamtjahr haben die NEV 47,9 Prozent aller Fahrzeugverkäufe ausgemacht.

Die NEV-Exporte haben sich sehr stark entwickelt: Wie schon im November wurden recht genau 300.000 (teil-)elektrische Fahrzeuge aus China exportiert, 120 Prozent mehr als im Vorjahr. Das heißt auch: Von den 1,71 Millionen NEV aus der CAAM-Statistik sind 1,41 Millionen in China geblieben. Damit lag der Dezember 7,4 Prozent unter dem starken November und sogar 3,6 Prozent unter dem Dezember 2024.

Auf Jahressicht belaufen sich die chinesischen NEV-Verkäufe auf 13,88 Millionen Fahrzeuge, ein Plus von 19,8 Prozent. In dieser Statistik der Fahrzeuge, die tatsächlich in China verblieben sind, unterscheidet das CAAM aber nicht mehr nach den einzelnen Antriebsarten.

Wohl aber bei den Exporten: 2025 wurden 2,62 Millionen in China gebaute New Energy Vehicles in andere Märkte exportiert, ein Plus von 100 Prozent. Davon waren 1,65 Millionen Fahrzeuge Batterie-elektrisch, ein Plus von 66,7 Prozent. Die Plug-in-Hybride haben also 969.000 Einheiten aller Exporte ausgemacht, 230 Prozent mehr als vor einem Jahr. Wohin diese Plug-in-Hybride gegangen sind, geht aus der Statistik an sich natürlich nicht hervor. Viele dürften aber nach Europa verschifft worden sein: In der EU fallen (derzeit noch) beim Import von Elektroautos aus China die Sonderzölle an, bei den Plug-in-Hybriden hingegen nicht.

cnevpost.com

2 Kommentare

zu „E-Auto-Verkäufe in China wachsen um 20 Prozent“
Paul-Gerhard Fenzlein
15.01.2026 um 07:47
Chinesische Autokäufer verhalten sich im Grundsatz ähnlich wie europäische beziehungsweise deutsche Autokäufer. Bei attraktiven Subventionen, direkten staatlichen Zuschüssen und steuerlichen Erleichterungen steigen die Zulassungszahlen deutlich – insbesondere im Bereich der Elektromobilität. Da sich das Ladenetz in China Jahr für Jahr auch in den eher ländlichen Regionen sowie in Zentral- und Westchina verbessert, entscheiden sich dort lebende Konsumenten zunehmend für staatlich geförderte New Energy Vehicles (NEVs), anstelle wie bisher für konventionelle Verbrennerfahrzeuge. In den bevölkerungsreichen Megastädten an der Ostküste hingegen – auch bedingt durch strenge Reglementierungen bei der Zulassung von Verbrennerfahrzeugen – ist Elektromobilität bereits weitgehend etabliert. Dort existiert eine sehr gut ausgebaute Ladeinfrastruktur mit zahlreichen Schnellladeparks sowie einer hohen Dichte an Batteriewechselstationen. Letztere werden unter anderem von NIO, CATL, Aulton New Energy, Geely, SAIC und BAIC betrieben. In diesen Metropolregionen fahren viele Chinesen daher nicht nur aus regulatorischen Gründen, sondern auch aus klaren Kostenvorteilen heraus elektrisch. Wie stark dieses System jedoch von staatlichen Subventionen und Zuschüssen abhängt, zeigte sich im November und Dezember 2025. Sowohl die Zentralregierung als auch zahlreiche Provinzregierungen strichen ohne Vorankündigung die chinesische Form der „Abwrackprämie“ in Höhe von rund 3.800 US-Dollar für den Ersatz eines alten Verbrenners beim Kauf eines neuen NEVs vollständig. Einen ähnlichen dämpfenden Effekt auf die Nachfrage hatte ab Januar 2026 die Halbierung der Steuerermäßigung beim Kauf eines Neuwagens. Da zudem der für China besonders wichtige private Binnenkonsum bereits seit längerer Zeit schwächelt, sah sich die Zentralregierung gezwungen, ein neues, breit angelegtes Kaufanreizprogramm aufzulegen. Dieses Programm beschränkt sich nicht nur auf Elektrofahrzeuge, sondern umfasst auch elektronische Haushalts- und Konsumgeräte. Gefördert werden dabei ausschließlich Produkte oberhalb eines festgelegten Mindestverkaufspreises, um aggressives Preisdumping zu verhindern und die Margen der Hersteller zu stabilisieren. Vor diesem Hintergrund rechnen viele Automobilhersteller für das erste Halbjahr 2026 – wenn nicht mit einem Rückgang, so zumindest mit einer Stagnation des chinesischen Automobilmarktes. Die Verkaufszahlen des ersten Quartals 2026 werden dabei eine entscheidende Indikation liefern, ob die neuen staatlichen Maßnahmen ausreichen, um die Nachfrage zu stabilisieren, oder ob die Kaufzurückhaltung der Verbraucher überwiegt.
REST
15.01.2026 um 11:45
Nun kenne ich die Zahlen aus USA und China. Interessant wäre zu erfahren, wie viele Elektrofahrzeuge weltweit im Jahr 2025 verkauft wurden.

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