Foxconn und EMP wollen ab 2029 Elektro-SUVs in Polen bauen

Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat Berichte über ein geplantes Elektroauto-Werk von ElectroMobility Poland (EMP) und Foxconn im südpolnischen Jaworzno bestätigt. Die Fabrik soll 2029 eröffnen, dort sollen künftig rund 400.000 Elektro-SUVs pro Jahr gebaut werden.

foxconn foxtronn model c 2024
Konzeptfahrzeug Model C von Foxtron (Symbolbild)
Bild: Foxtron

Dass ElectroMobility Poland (EMP), ein vor zehn Jahren von mehreren staatlichen Energieunternehmen Polens gegründetes Joint Venture, eine Partnerschaft mit Foxconn anstrebt, wurde bereits Anfang Mai bekannt. Damals liefen aber noch die Verhandlungen von EMP mit dem berühmten Auftragsfertiger aus Taiwan und dessen E-Auto-Tochter Foxtron.

Nun scheint die Kooperation zu stehen. Polens Ministerpräsident Donald Tusk sagte am Dienstag im Vorfeld einer Kabinettssitzung: „Gemeinsam mit den Taiwanern werden wir über  ElectroMobility Poland in Jaworzno ein großes Zentrum aufbauen, das in das gesamte Industrie- und Technologieökosystem der Stadt und der Region eingebunden wird. Geplant sind Fahrzeuge, voraussichtlich drei Modelle der Mittelklasse, darunter SUVs“, kündigte Tusk an. Gemeinsam mit Foxconn will Polen zudem auch eine Halbleiterfabrik errichten, die Tusk in einem Atemzug erwähnte: „Also: Autos und Halbleiter“.

EMP-Chef Cyprian Gronkiewicz hatte zuvor erklärt, dass der Baubeginn der Fabrik für das Frühjahr 2027 geplant sei. Voraussetzung sei die Unterzeichnung eines Joint-Venture -Vertrags mit Foxconn sowie dessen Tochter Foxtron, die bereits über fertige Referenzdesigns für Elektrofahrzeuge verfügt, seit kurzem aber auch E-Autos unter eigener Flagge auf den Markt bringt.

Das Joint Venture will die bestehenden Plattformen von Foxtron weiterentwickeln. Nach Angaben von EMP soll die zweite Generation der Plattformen bereits zu mehr als 70 Prozent unter Beteiligung polnischer Ingenieure entstehen. Die Investition soll gemeinsam mit Foxconn finanziert werden. 

Die Produktion von drei elektrischen SUV-Modellen soll in dem Werk dann 2029 beginnen. Die Jahreskapazität soll bei 400.000 Fahrzeugen liegen. Polen will für das Vorhaben Kredite in Höhe von 4,5 Milliarden PLN (ca. 1,06 Mrd. Euro) aus EU-Wiederaufbaufonds bereitstellen.

EMP wurde 2016 gegründet, um eine polnische Elektroautomarke namens Izera zu entwickeln und wollte dafür einen chinesischen Partner ins Boot holen.  2020 wurde dann der erste Prototyp vorgestellt, doch der geplante Bau einer Fabrik für den ersten Izera scheiterte und das Projekt wurde 2024 eingestellt. Nun hat EMP den Ball aber wieder aufgenommen – und der gesuchte Partner könnte statt aus Festland-China nun also von der abtrünnigen Insel Taiwan kommen.

polskieradio.pl, brusselstimes.com

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