Foxtron bringt E-SUV Cavira unter eigener Flagge heraus

Der iPhone-Auftragsfertiger Foxconn bringt über seine Tochter Foxtron einen Elektro-SUV namens Cavira in Taiwan, Australien und Neuseeland heraus, weitere Länder sollen folgen. Nachdem sich Foxtron eigentlich als Auftragsfertiger für westliche Hersteller positioniert hatte, ist der Cavira nun schon das zweite Serienmodell unter eigener Flagge.

Foxtron cavira
Bild: Foxtron

Der neue Cavira markiert eine strategisch wichtige Evolutionsstufe für das von Foxconn und seinem Partner Yulon Motor vor sechs Jahren gegründete Unternehmen. Das Modell ist ein mittelgroßes SUV, das laut chinesischen Medienportalen als Konkurrent zum Tesla Model Y positioniert werden soll. Dabei ist er aber 9,5 Zentimeter kürzer – und kommt so auf eine Länge von knapp 4,70 Metern bei einem Radstand von 2,92 Metern. Und auch in der Form lassen sich beide Fahrzeuge nicht ganz vergleichen, denn während Tesla beim Model Y auf eine fließende, coupéhafte Dachlinie setzt, ist der Foxtron Cavira bei der Karosseriegestaltung kantiger geformt und kommt dadurch einer klassischen SUV-Silhouette näher, wenn auch mit gerundeten Ecken.

Technisch bietet Foxtron zum Marktstart zwei Varianten an, die beide auf einem 82,7-kWh-LFP-Akku basieren: Die Basisversion namens „Emerge“ mit Heckantrieb leistet 186 kW und erzielt eine Reichweite von bis zu 578 km. Wer mehr Dynamik sucht, greift zur „Pioneer“-Variante, die mit Dual-Motor-Allradantrieb 349 kW an Systemleistung mobilisiert und den Sprint von 0 auf 100 km/h in sportlichen 3,8 Sekunden absolviert. Bei dieser Variante liegt die Reichweite bei 538 km. Die maximale Ladeleistung für beide Versionen liegt bei 175 kW, der Ladehub von 10 auf 80 Prozent soll am HPC-Lader in ca. 30 Minuten möglich sein.

E-Auto als Erweiterung des Zuhauses

Foxtron-Chef Li Bingyan sagt: „Wir sind überzeugt, dass Elektrofahrzeuge der Zukunft nicht nur ein Transportmittel, sondern eine Erweiterung des Zuhauses sind. Die Markenphilosophie von Foxtron, basierend auf Technologie, Vertrauen und Mobilität als Mehrwert, zielt darauf ab, diesen Mehrwert zu schaffen und Produkte zu entwickeln, denen Kunden vertrauen können – stets mit innovativer Technologie als Basis.“ 

Entsprechend hat das Unternehmen den Innenraum so gestaltet, dass sich Kunden darin fühlen sollen wie Zuhause: Die Kabine ist geräumig gestaltet, ein intelligentes Kabinensystem sorgt für eine komfortable Klimatisierung, und eine Dual-V2L-Funktion ermöglicht die Stromversorgung von Haushaltsgeräten.

Dem Fahrer steht u.a. ein zentrales 15,6-Zoll-Touch-Display im Hochformat und ein digitales Kombiinstrument zur Verfügung, während physische Kippschalter für bestimmte Funktionen eine Brücke zur haptischen Bedienung schlagen. Zur umfangreichen Serienausstattung gehören neben modernen Assistenzsystemen auch Komfort-Features wie ein 12-Lautsprecher-System, belüftete Vordersitze sowie ein integriertes Duftsystem.

Den Vorverkauf für den Cavira hat Foxtron bereits in Taiwan gestartet, am 17. Juni 2026 erfolgt dort dann auch der reguläre Verkaufsstart. Foxtron hat im Land bereits 18 Showrooms eröffnet, in denen aktuell schon das Debütmodell Foxtron Bria erhältlich ist. In der zweiten Jahreshälfte soll der Cavira dann auch in Australien und Neuseeland in den Verkauf gehen, weitere Länder sollen folgen.

Nicht mehr nur Auftragsfertiger

Dass Foxtron nun Elektroautos unter seiner eigenen Marke anbietet, ist ein Strategiewechsel: Das Unternehmen hat seit 2021 zwar bereits einige selbst entwickelte Konzeptfahrzeuge vorgestellt. Diese waren aber bislang primär als Referenzmodelle gedacht, um die eigenen Technologien, Plattformen und die Fertigungskompetenz zu demonstrieren – und so internationale Automobilkonzerne als Kunden für die Auftragsfertigung zu gewinnen. Doch dieser Ansatz kam bislang nur schleppend voran, erst im Mai 2025 konnte Foxtron einen ersten Kunden für ein gemeinsames E-Auto präsentieren, nämlich Mitsubishi. Später folgte dann ein Joint Venture für E-Busse mit der Daimler-Truck-Tochter Fuso.

Der nun vorgestellte Foxtron Cavira basiert denn auch auf einem eigenen Referenzdesign, nämlich dem 2021 vorgestellten Model C, wurde aber natürlich auf den Stand von 2026 weiterentwickelt. Ein Ableger des Model C war aber sogar schon zuvor in Taiwan erhältlich, und zwar unter dem „Haus-Label“ Luxgen der Partner Foxtron und Yulon Motor unter der Modellbezeichnung Luxgen n⁷. Doch die Marke Luxgen soll offenbar nicht weiter genutzt werden.

insideevs.com, foxtronev.com (Produktseite), foxtronev.com (PM auf Chinesisch)

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