Volkswagen zentralisiert Management der Core-Markengruppe
Volkswagen hat seine vier Volumenmarken schon länger in der sogenannten Brand Group Core (BGC) organisiert. Für die Elektrifizierung ist diese Gruppe ein extrem wichtiger Faktor im Konzern. 2025 verzeichnete das Quartett zusammen ein BEV-Wachstum von 29 Prozent, wobei Skoda und Seat/Cupra herausstachen, die VW-Kernmarke jedoch stagnierte. Wie Volkswagen heute ankündigt, soll die Core-Gruppe nun noch enger zusammenrücken: Ab diesem Monat sollen die Ressorts Produktion, Technische Entwicklung und Beschaffung der vier Marken „schrittweise markenübergreifend gesteuert“ werden. Mit dem Abschluss dieser Neuorganisation rechnen die Wolfsburger im Sommer. Ziel sei Prozesse, Entscheidungswege und Strukturen zu verschlanken und ergo Kosten und Jobs einzusparen – vor allem im Management. Das ist nur konsequent, kündigte Volkswagen Ende 2024 im Zuge der damaligen Tarif-Einigung doch an, dass im Konzern bis 2030 mehr als 35.000 Jobs abgebaut werden sollen.
Sichtbar wird die Neuordnung vor allem in Form des neu geschaffenen Markengruppenvorstands, der künftig als oberstes BGC-Gremium die übergreifenden Entscheidungen fällen soll. Die Vorstände der einzelnen Volumenmarken werden im Umkehrschluss verkleinert – auf je nur noch vier Mitglieder (CEO, Finanzvorstand, Personalvorstand und Vertriebsvorstand). „Im ersten Schritt verringert sich dadurch bis Sommer 2026 die Gesamtzahl der Vorstandsmitglieder innerhalb der vier zur BGC gehörenden Volumenmarken um etwa ein Drittel“, verdeutlicht Volkswagen – und kündigt bereits an: „Mittelfristig sollen die Management-Strukturen innerhalb der Brand Group Core weiter verschlankt werden.“ Die klare Botschaft: Der Jobbau bei Volkswagen trifft alle Ebenen.
Von dem neuen Steuerungsmodell erhofft sich Volkswagen zudem eine schnellere Umsetzung operativer Themen innerhalb der Core-Gruppe, während auf Konzernebene weiterhin die großen strategischen Synergiefelder (wie Software und Batterie) beackert werden. „Die Verantwortung wird künftig besser verteilt – regionale und fachliche Kompetenzen werden dort eingesetzt, wo sie den größten Nutzen für die gesamte Gruppe entfalten“, teilt Volkswagen mit. Wer im neuen BCG-Markengruppenvorstand sitzt, erwähnt der Autobauer allerdings nicht. Thomas Schäfer, Leiter der Brand Group Core und CEO der VW-Konzernmarke, dürfte aber auf jeden Fall gesetzt sein.

Schäfer kommentiert, dass der Konzern mit dem neuen Steuerungsmodell den nächsten Schritt in puncto Zusammenarbeit und Zukunftsfähigkeit der Brand Group Core gehe: „Der neue Markengruppenvorstand bringt mehr Schnelligkeit und Steuerung im Sinne des markenübergreifenden Optimums. Im Fokus stehen deshalb Effizienz im Management – und eine höhere Prozessgeschwindigkeit für wettbewerbs-fähigere Produkte.“ Die beschlossenen Maßnahmen sind laut Schäfer ein zentraler Hebel, um die Rendite der BGC nachhaltig zu erhöhen.
Allein im Produktionsbereich soll die Neuordnung laut Schäfer bis 2030 ein kumuliertes Einsparpotenzial von einer Milliarde Euro eröffnen. Wohlgemerkt: Potenzial, Volkswagen erklärt hier also noch kein fixes Einsparziel. Dass die 20 global produzierenden Werken der BGC tatsächlich so viel Kosten reduzieren können, muss sich erst noch zeigen. Ein wichtiger Hebel: Operativ sollen die 20 Werke künftig in fünf Produktionsregionen organisiert werden. Die neu eingeführten Regionsleiter übernehmen dann marken- und länderübergreifende Planungs-, Steuerungs- und Logistikverantwortung. „Dadurch werden die Regionen selbstständiger, effizienter und flexibler“, so die Idee. Der Auftakt ist laut den Verantwortlichen bereits auf der Iberischen Halbinsel gemacht worden, wo die Produktionswerke zu einem markenübergreifenden Cluster zusammengefasst wurden.





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