ABB liefert Antriebssysteme für vier Hybrid-Fähren in Kanada
Als eine der grössten Fährgesellschaften der Welt fährt British Columbia Ferry Services (BC Ferries) auf 25 Routen ganzjährig 47 Terminals an und befördert etwa 9,7 Millionen Fahrzeuge und 22,7 Millionen Passagiere im Jahr. Im Rahmen des Programms „New Major Vessels“ beschafft BC Ferries nun vier neue Doppelend-Fähren, d.h. Schiffe, die auf beiden Seiten eine Rampe zum Be- und Entladen von Fahrzeugen haben.
Auch wenn bislang keine exakten Daten zu den Fähren vorliegen, so zeigen doch die Anforderungen aus einer Projektausschreibung von BC Ferries, um welche Größenklasse es geht: Die Fähren sollen rund 172 Meter lang werden und jeweils Platz für 360 Autos und 2.100 Passagiere bieten. Sie sollen in der kanadischen Strait of Georgia verkehren. Das Gewässer trennt Vancouver Island vom Lower Mainland von British Columbia.
Bereits im Juni wurde die chinesische Werft CMI Weihai, die auch schon eine Hybrid-Fähre für den Einsatz im Ärmelkanal gebaut hat, mit der Fertigung der vier Fähren beauftragt. Diese werden mit Diesel-Batterie-Hybridantrieben ausgestattet und sollen darauf vorbereitet werden, später auf vollelektrischen Betrieb umgestellt zu werden. Die Hybrid-Fähren sollen die Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren, die Treibstoffeffizienz verbessern und den Unterwasserlärm verringern, um die Meereslebewesen wie etwa im Einsatzgebiete lebende Orcas besser zu schützen.
Wie erst jetzt bekannt wurde, wird die Energie-, Antriebs- und Steuerungstechnik vom Schweizer Unternehmen ABB kommen. So werden die Schiffe mit dem getriebelosen, steuerbaren Azipod-Elektroantrieb von ABB ausgerüstet. Weiterhin kommt das Stromverteilungssystem Onboard DC Grid von ABB zum Einsatz, das für einen effizienten Energiefluss sorgen soll: Es minimiert Umwandlungsverluste, ermöglicht eine höhere Gesamtsystemeffizienz und senkt die Emissionen gegenüber vergleichbaren Antriebsanlagen.
Jede Fähre kann mit Batteriespeichern mit einer Kapazität von 70 Megawattstunden (MWh) ausgestattet werden. Das soll nicht nur einen effizienten Hybridbetrieb ermöglichen, sondern auch eine spätere Umstellung auf einen vollelektrischen Betrieb vereinfachen. Die Hybridkonfiguration nutzt dabei Biotreibstoff oder erneuerbaren Dieselkraftstoff. Für den vollelektrischen Betrieb können die Schiffe zudem an ein landseitiges Ladesystem mit einer Leistung von über 60 Megawatt (MW) angeschlossen werden. Das ist 150-mal so leistungsstark wie eine marktübliche 400-kW-Schnellladesäule. Zudem liefert ABB digitale Lösungen, die den Crews einen klaren Überblick über den Schiffsbetrieb verschaffen und zu einem sicheren, effizienten Fährverkehr beitragen sollen.





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