Indien startet Förderung für Lithium- und Nickelverarbeitung
Laut einer Reuters-Meldung plant das indische Ministerium für Bergbau, einen Zuschuss von 15 Prozent auf förderfähige Investitionsausgaben für Lithium- und Nickelverarbeitungsprojekte zu gewähren. Es geht also nicht um den Abbau der Rohstoffe an sich, sondern um die Weiterverarbeitung z.B. zu Kathodenpulver. Der Zuschuss ist begrenzt. Das Ministerium könnte die Subvention bereits zum 1. April 2026 einführen.
Eine mit der Angelegenheit vertraute Person bezeichnete den vorgeschlagenen 15-prozentigen Investitionszuschuss als „realistisch“, was darauf hindeutet, dass er wahrscheinlich umgesetzt wird. Sollte das Ministerium für Bergbau das geplante Subventionsprogramm einführen, würden Anreize für bis zu fünf Jahre gewährt, vorbehaltlich jährlicher Höchstgrenzen von 40 Prozent des Nettoumsatzes für Lithiumverarbeitungsanlagen und 25 Prozent für Nickelverarbeitungsanlagen.
Das Ministerium für Bergbau würde das Förderprogramm Unternehmen anbieten, die Anlagen errichten, welche jährlich mindestens 30.000 Tonnen Lithium oder 50.000 Tonnen Nickel verarbeiten können. Das Ministerium würde Mindestauslastungsziele für die Anlagen festlegen und die Subventionen stufenweise auszahlen, sobald diese erreicht sind.
Zunächst plant das Ministerium für Bergbau, jeweils zwei Projekte für die Lithium- und Nickelverarbeitung zu fördern, um den Bedarf des Landes bis zum Ende des Jahrzehnts zu decken. Diese kritischen Mineralien sind zentral für die Lieferkette der indischen Elektrofahrzeugindustrie, insbesondere für Batterien. Die Regierung strebt an, den Anteil von Elektrofahrzeugen am Pkw-Absatz bis 2030 von 4 auf 30 Prozent und am Zweiradabsatz von 6 auf 80 Prozent zu steigern.
Das geplante Förderprogramm zur Stärkung der lokalen Lithium- und Nickelverarbeitung soll Indien helfen, seine Importabhängigkeit zu verringern. Derzeit fehlt dem Land die Technologie zur Verarbeitung vieler kritischer Mineralien, weshalb es weitgehend auf Importe angewiesen ist.
In diesem Zusammenhang strebt Indien auch eine größere Unabhängigkeit in der Lithium-Ionen-Zellen-Herstellung an. Aktuell sind Investitionsgüter zur Herstellung von Lithium-Ionen-Zellen für Batterien von den Grundzöllen befreit. In dem am 1. Februar verkündeten Haushalt für das Finanzjahr 2026 schlug die Regierung vor, diese Befreiung auf Investitionsgüter zur Herstellung von Lithium-Ionen-Zellen für Batteriespeichersysteme auszuweiten.
reuters.com, indiabudget.gov.in (PDF, S. 27)
Dieser Artikel von Sagar Parikh erschien zuerst in der internationalen Ausgabe von electrive.
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