Luce statt Elettrica: Ferrari benennt sein E-SUV um

Ferraris erstes Elektromodell wird Luce heißen. Bisher hatte Ferrari den kommenden Stromer Elettrica genannt – was offenbar nur der Arbeitstitel war. Neben der Enthüllung des Modellnamens Luce gewährt Ferrari jetzt auch Einblicke in den Innenraum.

Ferrari luce interieur
Bild: Ferrari

Die Italiener hatten bereits im vergangenen Oktober technische Details zum ersten rein elektrischen Serienmodell genannt. So setzt Ferrari auf ein System mit zwei E-Achsen und insgesamt vier permanent erregten Synchronmotoren (zwei pro Achse) mit Halbach-Array-Rotoren, einer Technologie, die ursprünglich aus der Formel 1 stammt. Die Frontachse leistet 210 kW und kann bei jeder Geschwindigkeit entkoppelt werden, um die Effizienz zu steigern – im Allradmodus schaltet sie sich bei Bedarf automatisch zu. Die Hinterachse liefert 620 kW. Das Batteriesystem besteht demnach aus 15 Modulen mit jeweils 14 Zellen. Die Bruttokapazität liegt bei beachtlichen 122 kWh, die Ladeleistung bei 350 kW. 

Wie das Unternehmen jetzt ankündigt, wird das Serienmodell aber nicht Elettrica, sondern Ferrari Luce heißen. „Wir stellen Ihnen den Innenraum und die Benutzeroberfläche des Ferrari Luce vor, unserem ersten vollelektrischen Modell, das eine neue, interdisziplinäre Designsprache in ein authentisches Ferrari-Erlebnis integriert“, heißt es etwa in einem LinkedIn-Post. „Entworfen in enger Zusammenarbeit mit dem Kreativteam LoveFrom in San Francisco, nutzt der Hashtag Ferrari Luce die elektrische Architektur als neue Chance und überdenkt jedes Detail des Innenraums, der Benutzeroberfläche und der Bedienelemente. Jedes Element, vom Armaturenbrett und Bedienfeld bis hin zu den taktilen Schaltern und der benutzerdefinierten Benutzeroberfläche, wurde so gestaltet, dass es den Fahrer auf völlig neue Weise mit dem Fahrzeug verbindet.“

Wie der Sportwagenbauer in dem Posting andeutet, geht es in der aktuellen Veröffentlichung – neben dem eher beiläufig erwähnten Namen – vor allem um das Interieur. Laut den ersten Bildern setzt Ferrari dort auf eine Art Retro-Ansatz: Das Lenkrad wirkt mit seinem schlichten Design und den Aluminium-Elementen wie aus einem Oldtimer-Sportwagen, lediglich die integrierten Blinker-Tasten und die Drehräder (u.a. für die Fahrmodi) machen klar, dass es doch um ein modernes Auto geht. Auch bei der Instrumenten-Grafik wird der Retro-Ansatz aufgegriffen. Unter dem zum Fahrer geneigten Touchscreen in der Mitte gibt es klassische Kipp-Schalter und einen Griffbügel aus Aluminium.

Alle wichtigen Bedienelemente am Lenkrad und in der Mittelkonsole sind analog – auch der Gangwahlhebel. „Die Benutzeroberfläche des Ferrari Luce ist nach klaren organisatorischen Prinzipien gestaltet. Bedienelemente und Anzeigen sind funktional gruppiert, wobei die wichtigsten Steuerbefehle und Rückmeldungen direkt vor dem Fahrer positioniert sind“, erklärt Ferrari. „Präzisionsgefertigte mechanische Tasten, Drehregler und Kippschalter werden mit multifunktionalen digitalen Displays kombiniert.“

Am Lenkrad gibt es zwei der „Manettino“ genannten Drehrädern: Jenes an der linken Seite des Lenkrad wird als „E-Manettino“ bezeichnet und steuert die Antriebsmodi – es gibt die Wahl zwischen „Range“, „Tour“ und „Perfo“, also Performance. So kann der Fahrer Leistung und Reichweite verwalten – die Power-Anzeige im Cockpit legt nahe, dass im „Range“-Modus die Leistung auf 50 Prozent limitiert ist und auf 70 Prozent im „Tour“. Nur in der „Perfo“-Einstellung gibt es 100 Prozent. Am rechten „Manettino“ geht es um die Fahrdynamik: Dort kann die Charakteristik des Antriebs und Fahrwerks eingestellt werden – mit Optionen für Eis, Nässe, trockene Straßen und Sport. Hier kann auch die Fahrstabilitätskontrolle ESC abgeschaltet werden. Ein interessantes Detail: Es gibt auch eine ADAS-Taste, also für autonome Fahrsysteme. Der Ferrari Luce wird also wohl nicht immer von einem Menschen gesteuert.

Für das erste Elektromodell hat sich Ferrari auch eine neue Anzeige ausgedacht: Ein „Torque Meter“ oberhalb des Tachos soll – ähnlich wie bei den Verbrenner-Sportwagen die Schaltanzeige – auf den optimalen Zeitpunkt hinweisen, zu dem der Fahrer das Drehmoment-Niveau erhöhen könne. Das Drehmoment wird dabei nicht nur über das Fahrpedal gesteuert, sondern auch die ehemaligen Schaltpaddel am Lenkrad. „Die Paddels ermöglichen die manuelle Steuerung des Drehmoments für eine progressive Beschleunigung in Kombination mit der zurückgewonnenen Energie aus dem regenerativen Bremsen“, so die Italiener.

linkedin.com, ferrari.com

2 Kommentare

zu „Luce statt Elettrica: Ferrari benennt sein E-SUV um“
Northbuddy
10.02.2026 um 09:53
Das ist jetzt für einen Ferrari in einem Computer-Spiel, richtig? Oder warum erinnert mich das Ganze Design an Computerlenkräder für Spielkonsolen? Bin gespannt, wie Das in einem >200.000€ Ferrari wirkt....
Holger
10.02.2026 um 11:52
"Jedes Element, ..., wurde so gestaltet, dass es den Fahrer auf völlig neue Weise mit dem Fahrzeug verbindet" - und dann völlig durchschnittliche, eher kleine, rechteckige Monitore. Na ja, das war es noch nicht, bin gespannt, wie der Rest aussieht.

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