Daimler Truck schließt Winter-Tests des eArocs 400 ab
Der Arocs ist bei Mercedes-Benz Trucks seit 2013 als Lkw für die Bauwirtschaft positioniert – bisher rein dieselgetrieben. Vor recht genau einem Jahr hatte Mercedes-Benz Trucks den eArocs 400 erstmals angekündigt und die Premiere auf die Messe bauma Anfang April terminiert. Seitdem sind die technischen Daten bekannt, etwa dass der eArocs wie der Fernverkehrs-Lkw eActros 600 LFP-Zellen nutzt und als Fahrmischer oder Kipper angeboten wird. Und damals hat die Daimler-Truck-Tochter bestätigt, dass es vom eArocs 400 eine Kleinserie von 150 Fahrzeugen pro Jahr für ausgewählte EU-Märkte geben soll.
Kurz bevor diese Kleinserie in diesem April auf den Markt kommt, hat der Hersteller jetzt die letzte Winter-Erprobung abgeschlossen. Bei Temperaturen von bis zu –20°C wurde der neue E-Lkw Anfang des Jahres am finnischen Polarkreis gezielt auf Schnee und Eis erprobt, „um seine Einsatzfähigkeit auch unter harten winterlichen Bedingungen sicherzustellen“, wie Daimler Truck mitteilt. Im Fokus der Tests standen unter anderem die Traktion und die Fahrstabilität des eArocs 400 auf schnee- und eisbedeckter Fahrbahn, das Kaltstart-, Batterie- und Ladeverhalten bei extremen Minusgraden sowie die Leistungsfähigkeit des elektrischen Antriebsstrangs und das Rekuperationsverhalten im Winterbetrieb.
Das Unternehmen mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart gibt zwar an, dass die Erprobung unter winterlichen Extrembedingungen „den Ingenieuren von Mercedes-Benz Trucks wichtige Erkenntnisse für die weitere Optimierung des eArocs 400 zum Start der Serienproduktion“ geliefert habe – Details hierzu nennt der Hersteller aber nicht. Nur so viel: Die Winterstests würden die eigenen Ambitionen unterstreichen, „elektrische Nutzfahrzeuge auch für anspruchsvolle Ganzjahreseinsätze bereitzustellen“.





Zwar muss jedes neue Modell natürlich einzeln getestet und validiert werden, allerdings ist schon der Diesel-Arocs ein Ableger der Actros-Familie für den Gütertransport. Auch beim eArocs 400 konnte Mercedes-Benz Trucks also „wesentliche Komponenten“ aus dem eActros-Portfolio übernehmen. Neben den Batterien gehören dazu etwa die Frontbox und der Power Take-Off (PTO) beziehungsweise Nebenabtrieb. Bei der Batterie-Technologie bedient sich der neue Baustellen-Lkw direkt beim eActros 600, nur sind im eArocs 400 zwei statt drei LFP-Batteriepakete à 207 kWh verbaut – also 414 kWh in Summe. Der Batterieturm befindet sich dabei direkt hinter dem Fahrerhaus. Geladen wird das 800-Volt-System mit bis zu 400 kW über die serienmäßig an beiden Fahrzeugseiten platzierten CCS2-Anschlüsse. Die zwei Batteriepakete benötigen laut dem Hersteller circa 46 Minuten, um von 10 auf 80 Prozent zu laden.
Der eArocs 400 wird zunächst mit einem technisch zulässigen Gesamtgewicht von 37- und 44-Tonnen in der Achsformel 8×4/4 und in vier verschiedenen Radständen verfügbar sein – unter anderem als Fahrmischer oder als Kipper, womit laut Mercedes-Benz Trucks „wesentliche Anwendungen für den straßennahen Bauverkehr“ abgedeckt werden. Die Reichweite beträgt als Fahrmischer bis zu 200 Kilometer, bei der Kippervariante steigt die Reichweite auf bis zu 240 Kilometer. „Damit ist für viele Anwendungsfälle ein ganzer Arbeitstag ohne Zwischenladen möglich“, so das Unternehmen.
„Die Wintertests in Finnland stellten den eArocs 400 unter trockenen, extrem kalten Bedingungen vor anspruchsvolle Prüfungen, die er souverän meisterte“, wird Michael Kimmich, Entwicklungsleiter eArocs 400, zitiert. „Mit stabilem Fahrverhalten sowie einem Reichweiten- und Ladeprofil innerhalb der erwarteten Parameter bestätigte er seine Leistungsfähigkeit.“
Der eArocs 400 wird ab Anfang April dieses Jahres verkauft. Das Grundfahrzeug wird ab dem dritten Quartal 2026 im Mercedes-Benz Werk Wörth am Rhein produziert. Die Integration des elektrischen Antriebsstrangs erfolgt anschließend durch die Paul Group.




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