Audi präsentiert Hybrid-Supersportwagen Nuvolari
Bereits 2003 zeigte Audi auf dem Genfer Autosalon eine Konzeptstudie mit dem Namen Nuvolari quattro. Anlass war damals der 50. Todestag des italienischen Rennfahrers Tazio Nuvolari, der zu den prägenden Figuren der Motorsportgeschichte zählt. Nun bringen die Ingolstädter einen Supersportwagen in limitierter Auflage auf den Markt, der diesen Namen erneut aufgreift.
Der Nuvolari soll zugleich das erste Serienmodell mit Audis neuer Designphilosophie werden. Die Proportionen ergeben sich aus der Position des Mittelmotors. Audi spricht von einem „monolithischen Volumen, einem kraftvollen Auftritt und einer souveränen Präsenz“. Das Exterieur zeigt sich in der neuen Markenfarbe Titanium, die auch beim Audi Concept C sowie beim künftigen Formel-1-Rennwagen der Marke zum Einsatz kommt.
Mit dem Concept C hatte Audi im September 2025 bereits ein optisch eng mit dem nun vorgestellten Nuvolari verwandtes Konzeptfahrzeug vorgestellt, das allerdings rein elektrisch ausgelegt war. Optisch rückt der Nuvolari zudem so nah an klassische Supersportwagen heran, dass er auf den ersten Blick auch als Lamborghini durchgehen könnte.
Hybridantrieb mit drei Elektromotoren
Das kommt nicht von ungefähr. Gegenüber Auto Motor und Sport räumt Entwicklungsvorstand Rouven Mohr ein: „Die Hardware stammt vom Lamborghini Temerario.“ Angetrieben wird der Audi Nuvolari im Gegensatz zum Concept C somit von einem High-Performance-Hybridantrieb mit einer maximalen Systemleistung von 736 kW. Der Antrieb kombiniert einen Vier-Liter-V8-Biturbo mit drei Axialfluss-Elektromotoren. Der Verbrenner leistet laut Audi 588 kW und stellt ein maximales Drehmoment von 730 Nm bereit. Die drei Elektromotoren kommen jeweils auf 110 kW. Zwei davon, die zusammen 2.150 Nm Drehmoment liefern sollen, sitzen an der Vorderachse und unterstützen dort unter anderem die variable Kraftverteilung des Antriebs. Ein dritter Elektromotor ist zwischen V8-Mittelmotor und Getriebe integriert. Die nötige Energie liefert eine Batterie mit einer Bruttokapazität von 7,3 kWh.
Aus dem Stand soll der Nuvolari innerhalb von 2,6 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, 200 km/h sollen nach 6,8 Sekunden erreicht sein. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Audi mit mehr als 350 km/h an. Eigenen Angaben zufolge soll der Nuvolari das schnellste und stärkste Serienfahrzeug in der Geschichte der Marke werden. Der Hersteller weist allerdings darauf hin, dass diese Werte nur unter speziellen Bedingungen gelten – unter anderem bei einer Batterie-Ausgangstemperatur von mehr als 28 Grad Celsius und einem Ladezustand von mehr als 80 Prozent.






Der neue Quattro-Antrieb soll den aktuellen Fahrzustand auf Basis eines hochpräzisen Fahrzeugzustandsmodells verarbeiten. Gestützt auf detaillierte Sensordaten fließen Beschleunigung, Lenkwinkel, Gierrate und das aktuelle Grip-Niveau kontinuierlich in die Systemregelung ein. Die Antriebe verteilen darüber hinaus das Drehmoment gezielt in Längs- und Querrichtung. Die beiden Elektromotoren an der Vorderachse ermöglichen laut Audi ein variables elektrisches Torque-Vectoring, was für ein agiles Kurvenverhalten und Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten sorgen soll.
Ergänzend zur prädiktiven Systemregelung können Fahrerinnen und Fahrer zwischen vier Fahrmodi wählen. Im E-Hybrid-Modus soll rein elektrisches Fahren in urbanen Bereichen und auf kurzen Strecken möglich sein. Präziser wird Audi dazu nicht; angesichts der Bruttokapazität von 7,3 kWh dürfte der elektrische Fahranteil allerdings überschaubar bleiben. Der Balanced-Modus soll Komfort, Effizienz und Performance im Alltag verbinden.
Sportlicher geht es im Dynamic-Modus zu, während Dynamic+ laut Audi das Antriebskonzept stärker auf ein emotionales Fahrerlebnis ausrichtet. Für besonders anspruchsvolle Einsätze lässt sich die Fahrdynamik im Track Mode weiter differenzieren. Dieser ermöglicht eine Anpassung der Traktionskontrolle an Fahrstil und Grip-Niveau.
Auch das Energiemanagement ist eng mit der Fahrdynamik verknüpft. Boost- und Rekuperationsstrategien sollen laut Audi fortlaufend mit der Drehmomentverteilung abgestimmt werden. An der Vorderachse übernimmt die elektrische Verzögerung je nach Fahrsituation einen wesentlichen Teil der Bremsarbeit, während an der Hinterachse Schub-, Teillast- und Traktionsregelphasen zur Rekuperation genutzt werden.
Unter geeigneten Bedingungen sind laut Audi rein elektrische Verzögerungen von bis zu 0,3 g möglich. Erst bei höheren Verzögerungsanforderungen oder an den fahrdynamischen Grenzen schaltet das Brake-by-Wire-System die hydraulische Bremse zu.
„Mit dem Audi Nuvolari hat unser ganzes Team einmal mehr seine hohe technische Kompetenz, Innovationskraft und Hingabe unter Beweis gestellt“, sagt Audi-CTO Rouven Mohr. „Dies zeigt sich für mich nicht nur in der unglaublichen Performance des Fahrzeugs und den von der Formel 1 inspirierten technischen Lösungen, sondern auch in der Fähigkeit, Innovationen schnell und präzise in ein Serienfahrzeug zu überführen.“
Schon im ersten Halbjahr 2027 sollen die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden. Einen Preis für den auf 499 Exemplare limitierten High-Performance-Hybriden nennt Audi bislang nicht.




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