Werbekampagne: Österreich räumt die „E-ngste“ ab
Österreichs Mobilitätsministerium BMIMI startet im Juni eine landesweite Informationskampagne zur Elektromobilität. Unter dem Motto „Keine E-ngste mehr!“ soll die von der Agentur DMB konzipierte Kreativkampagne Vorbehalte adressieren und mit Fakten ausräumen. Der Wortwitz ist locker, das Ziel ernst: Mehr Information soll den Umstieg auf elektrische Fahrzeuge unterstützen.
Die Kampagne wird österreichweit über Plakate, TV, YouTube und Social Media ausgespielt. Flankierend hat das BMIMI emove-austria.gv.at überarbeitet. Eine Unterseite bündelt dort Fakten zu drei „E-ngsten“: Laden, Kosten und Batterie.
Grundlage der Aufklärungskampagne ist eine repräsentative Erhebung von market mind im Auftrag des Ministeriums: Im Mai 2026 wurden 1.000 Menschen in ganz Österreich zur E-Mobilität befragt. 64 Prozent der Menschen, die in den nächsten zwölf Monaten ein Auto anschaffen wollen, sehen demnach E-Autos grundsätzlich positiv. Insgesamt beurteilen 43 Prozent E-Autos positiv, 30 Prozent neutral und 28 Prozent eher ablehnend.Die Nullmessung soll mit einer Befragung nach der Kampagne verglichen werden, um Veränderungen bei Wissen, Akzeptanz und Verhalten zu untersuchen. Der Vergleich soll also nichts weniger als die Wirksamkeit der Werbekampagne ermitteln.
Als relevante Entscheidungsfaktoren sehen die Menschen weiterhin die Reichweite, das öffentliche Ladenetz, die Ladedauer und die laufenden Kosten. 65 Prozent glauben etwa, die durchschnittliche Reichweite eines E-Autos liege unter 400 Kilometern. Laut BMIMI lag der Durchschnittswert der beliebtesten E-Autos des Vorjahres aber bei rund 400 Kilometern Realreichweite; bei aktuellen Modellen sei der Wert in diesem Jahr sogar weiter gestiegen.
59 Prozent der befragten Österreicher halten zudem das öffentliche Ladenetz für nicht ausreichend. Jedoch verfügt Österreich derzeit über beinahe 40.000 öffentliche Ladepunkte und allein 2025 habe das Land den drittstärksten Zubau bei der öffentlichen Schnellladeinfrastruktur in der EU verzeichnet, wie das Mobilitätsministeriums (BMIMI) betont. Für eine Ladung auf 80 Prozent an einem Schnellladepunkt reichen laut Experten rund 30 Minuten. Beinahe 90 Prozent schätzen die Dauer länger ein, 44 Prozent sogar auf mehr als eine Stunde. Hier ist eine gewisse Aufklärungsarbeit also durchaus angebracht!
Bei den Betriebskosten sehen 52 Prozent E-Autos günstiger als Verbrenner. Interessant: Personen mit Zugang zu E-Autos bewerten Ladeperformance, Kosten und Ladenetz laut der Erhebung klar positiver als Menschen, die noch Verbrenner fahren. Für Martin Russ, Geschäftsführer von AustriaTech, ist deshalb klar: „Die Studie belegt, dass den Anschaffungsinteressierten Aufklärung und Bewusstseinsbildung der Hebel ist, um das in dieser Gruppe bereits bestehende, offene Mindset zu nutzen.“ Die neue Informationskampagne sei daher zentral, um Fakten zielgruppenorientiert zu vermitteln und den Schritt zum E-Auto zu erleichtern – und damit die weitere Elektrifizierung voranzubringen.
Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ) verweist denn auch auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur und Rekordwerte bei Neuzulassungen seit dem Start von „eMOVE Austria“ vor einem Jahr. Damals hatte der Infrastrukturminister eben jenes neue Förderpaket für die Elektromobilität vorgestellt. Dabei wurde klar: Es gibt zwar Geld für Ladesäulen und E-Busse. Die aufgebrauchten Fördermittel für den Kauf privater E-Autos wurden jedoch nicht mehr erneuert. Mit der Kampagne „Keine E-ngste mehr!“ soll nun also das Informationsangebot in die Offensive gehen – und möglichst einigen Vorbehalten der Stecker gezogen werden.





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