Kilowatt Collective: Einkaufsgenossenschaft fürs Laden geplant
Vielen Elektroautofahrern sind die hohen Preise an öffentlichen Ladestationen ein Dorn im Auge. Und auch die Intransparenz der Konditionen macht vielen Nutzern zu schaffen (etwa unterschiedliche Preise für Roaming, Ad-hoc-Laden, registrierte App-Nutzer und Abokunden mit monatlicher Grundgebühr). Gerade wer komplett auf öffentliches Laden angewiesen ist, fühlt sich da im Tarif-Dschungel mitunter schon einmal über den Tisch gezogen.
Sören Ziems, Mitgründer des einst von E.ON gekauften und nun insolventen Ladedaten-Anbieters Elvah, startet nun eine Initiative, um diese Herausforderung anzupacken. Unter dem Namen Kilowatt Collective hat er eine Initiative gestartet, die eine Art Einkaufsgenossenschaft fürs Laden für Privatkunden gründen will. „Statt weiter zu schimpfen, bündelt das Kilowatt Collective zukünftig das Volumen aller Mitglieder und verhandelt mit einer Stimme bessere Konditionen bei den großen Ladestationsbetreibern“, erläutert Ziems.
Den Ansatz begründet Ziems damit, dass Flotten und Großkunden schon heute bei Ladeanbietern (CPOs) oft deutlich bessere Sonderkonditionen erhalten als Privatkunden. Damit auch Privatkunden an solche günstigen Preise kommen, will Ziems im Kilowatt Collective mindestens 25.000 E-Auto-Fahrer bündeln. Wenn nun CPOs mit dem Kilowatt Collective eigene Konditionen aushandeln, würden sie im Gegenzug ein planbares Volumen und eine bessere Auslastung ihrer Ladestationen erhalten, führt Sören Ziems aus, der die B2B-Seite des Ladegeschäfts bereits gut durch seine Arbeit für Elvah und E.ON kennt.
Aktuell handelt es sich beim Kilowatt Collective noch um ein frühes „Ein-Mann-Projekt“. Ziems sucht im ersten Schritt Mitstreiter, Meinungen und eine kritische Masse an Mitgliedern, um zu sehen, ob die Mechanik am Markt ankommt. Welche Rechtsform das Kollektiv am Ende annimmt (z. B. Verein oder Genossenschaft), soll sich erst im weiteren Verlauf gemeinsam mit der Community entscheiden. Dabei ist natürlich auch die spannende Frage, ob Ziems überhaupt die angestrebten 25.000 Mitglieder für sein Kollektiv zusammenbekommt.
Welche Konditionen am Ende bei Verhandlungen mit CPOs herauskommen könnten? „Konkrete Preise verspreche ich nicht, bevor verhandelt wurde“, schreibt Ziems. Zunächst gehe es ihm darum herauszufinden, ob der Ansatz tatsächlich funktionieren kann.
Ganz neu ist die Idee einer Einkaufsgenossenschaft für Ladestrom international gesehen nicht: Der ElektroMobilitätsClub Österreich (kurz: EMC Austria) ist zwar nicht als Genossenschaft organisiert, aber als eingetragener Verein. Der Club ist dabei allen voran auch als Einkaufsgemeinschaft für Ladestrom aktiv und lockt mit den „besten Lade-Konditionen für alle unsere Mitglieder“.





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