Video - 24:38 minInfrastruktur

Netzengpässe überwinden, Flexibilität nutzen – Sascha Alexander König, ADS-TEC Energy

Koenig ads tec live mai

Die Ladeinfrastruktur wächst rasant, doch das Stromnetz hält nicht immer mit. Sascha Alexander König, Director Product Marketing Charging bei ADS-TEC Energy, zeigte auf der electrive LIVE, wie Batterie-gestützte Ladelösungen hier die Rettung sein können – und warum sie längst keine Zukunftsmusik mehr sind. „Für uns ist Laden immer kombiniert mit Speichern. Denn das ist der Weg, wie wir in der Zukunft weiterkommen können“, betonte König.

Sein Credo: Ohne intelligente Puffer wird der Ausbau der Ladeinfrastruktur zum Flaschenhals der Elektromobilität. Schließlich unterstreichen die Zahlen die Dringlichkeit: Deutschland hat zwar aktuell ein Überangebot an Ladeleistung – die Erfüllungsquote liegt bei 260 Prozent. Doch in den nächsten fünf Jahren braucht es das Drei- bis Dreieinhalbfache der heutigen Kapazitäten, um mit der Nachfrage nach E-Autos Schritt zu halten. „Die Fahrzeuge ziehen jetzt mit einem schönen Hockeystick-Effekt in den Markt“, so König. Doch der Netzausbau hinkt hinterher – in manchen Regionen dauert es bis zu 15 Jahre, bis neue Anschlüsse stehen. „Der Netzausbau ist zeitlich eine massive Hürde“, warnt er. Die Lösung? Dezentrale, Batterie-gestützte Systeme, die ohne teure Netzerweiterungen auskommen.

Ein Blick in die Niederlande zeigt, wie es gehen kann: Dort setzen Kommunen auf kleine, netzschonende Schnelllader mit Speicher, die direkt an Niederspannungsnetzen hängen. „150, 200 kW reichen dort völlig aus“, erklärt König. Die Fahrzeuge fahren kurze Strecken, die Verweildauer passt – und die Batterie puffert die Spitzenlast ab. Auch in Deutschland funktioniert das schon: In Stuttgart betreibt ADS-TEC Energy gemeinsam mit den Stadtwerken einen Urban Hub mit vier Batterie-gepufferten Schnellladern – realisiert in wenigen Monaten, statt in Jahrzehnten. „Der Netzausbau dort hätte fast eine siebenstellige Summe verschlungen und wäre erst in den 2030er Jahren fertig gewesen“, so König.

Doch die Batterie kann mehr als nur Netzengpässe umschiffen: Sie macht Ladesäulen zu flexiblen Energie-Assets. Ob Eigenverbrauchsoptimierung mit PV-Strom, Rückspeisung ins Netz oder Teilnahme an Regelenergiemärkten – die Systeme von ADS-TEC Energy machen es möglich. „Mit Energiemanagementsystemen lassen sich vollintegrierte Energy Hubs gründen“, erläutert König. Selbst nachts, wenn keine Autos laden, können die Stationen als Puffer für erneuerbare Energien dienen. In Österreich speisen die ChargePost-Systeme bereits Regelenergie ins virtuelle Kraftwerk der Salzburg AG ein – und stabilisieren so das Netz.

Die Botschaft ist klar: „Wir haben die Mittel, um Netzengpässe zu überwinden“, sagt König. Batterie-gestütztes Laden ermöglicht Schnellladestationen dort, wo sie gebraucht werden – in Städten, auf Parkplätzen, bei Retailern oder in Gewerbegebieten. Und das ohne jahrelange Wartezeiten oder astronomische Kosten. „Es geht schneller, es geht einfacher und günstiger.“ Wer wissen will, wie genau – der sollte sich den Vortrag nicht entgehen lassen.

Sie möchten sich den gesamten Vortrag anschauen? Dann nutzen Sie bitte den Videoplayer oberhalb dieses Beitrags oder unseren YouTube-Kanal.

0 Kommentare

zu „Netzengpässe überwinden, Flexibilität nutzen – Sascha Alexander König, ADS-TEC Energy“

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert