Zijin setzt auf selbst entwickelte Elektro-Muldenkipper im Bergbau
Zijin Mining zählt zu den größten Produzenten von Gold, Kupfer und Zink in China. Nach eigenen Angaben entschied sich der Konzern zum Aufbau einer eigenen Produktions- und Montagelinie für Elektro-Muldenkipper, nachdem auf dem Markt keine geeigneten Fahrzeuge für die eigenen Anforderungen verfügbar waren. Ende 2025 rollte mit dem LK220E das erste Modell vom Band. Inzwischen betreibt das Unternehmen fast 300 Elektro-Muldenkipper, die je nach Ausführung bis zu 140 Tonnen wiegen und mit austauschbaren Batterien mit einer Kapazität von 776 kWh ausgestattet sind.
Wie das Portal thedriven.io berichtet, wurden die ersten Fahrzeuge des Typs LK220E bereits im Mai an die Julong-Kupfermine ausgeliefert. Die Mine befindet sich auf rund 5.300 Metern Höhe und gilt aufgrund niedriger Temperaturen sowie des anspruchsvollen Geländes als herausfordernde Einsatzumgebung. Nach Angaben von Zijin erreichten die Fahrzeuge dort eine Verfügbarkeit von mehr als 90 Prozent und reduzierten den Energieverbrauch im Vergleich zu ähnlichen Modellen um mehr als 17 Prozent. Parallel arbeitet das Unternehmen an weiteren Modellen. Dazu gehören der größere Elektro-Muldenkipper LK350E sowie der autonome Elektro-Lkw LK110EI. Für den LK350E wurde bereits eine Liefervereinbarung mit der Julong-Kupfermine geschlossen. Angaben zur Anzahl der Fahrzeuge machte das Unternehmen bislang nicht.
Auch an anderen Standorten treibt Zijin die Elektrifizierung voran. So ersetzt die Xinjiang-Zijin-Zinkmine ihre Diesel-Flotte schrittweise durch Batterie-elektrische Fahrzeuge. Nach Angaben des Unternehmens sind dort bereits mehr als 290 Elektro-Lkw verschiedener Hersteller im Einsatz, darunter Fahrzeuge des chinesischen Herstellers Lingong Heavy Machinery. Die Fahrzeuge übernehmen nach Unternehmensangaben inzwischen mehr als 80 Prozent des Transportaufkommens in der Mine.
Die Xinjiang-Zijin-Zinkmine betreibt zudem einen sogenannten „Zero Carbon Transport Loop“, der mit Strom aus lokalen Wind- und Solaranlagen sowie Energiespeichern versorgt wird. Ergänzt wird das Konzept durch ein automatisiertes Batteriewechselsystem, das mithilfe künstlicher Intelligenz mehr als 180 Batteriewechsel pro Tag durchführen können soll. Ein Batteriewechsel für die rund 90 Tonnen schweren Fahrzeuge soll dabei etwa vier Minuten dauern und bei Temperaturen zwischen minus 40 und plus 40 Grad Celsius möglich sein.
Darüber hinaus setzt Zijin auf ein digitales Flottenmanagement, das Batteriestatus und Sicherheitsdaten in Echtzeit überwacht. Nach Angaben des Unternehmens konnte die Zahl der Geschwindigkeitsverstöße dadurch um 75 Prozent reduziert werden. Die Erfahrungen aus Xinjiang sollen künftig auch auf weitere Tagebau-Standorte des Konzerns übertragen werden.
Der Markt für elektrische Bergbau- und Schwerlastfahrzeuge gewinnt derzeit weltweit an Dynamik. So hat Volvo Construction Equipment im April die Serienproduktion der elektrischen Knickgelenk-Muldenkipper A30 Electric und A40 Electric gestartet. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich dabei um die weltweit ersten elektrisch betriebenen Knickgelenk-Muldenkipper dieser Größenklasse in Serienfertigung.





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