Batterie-Additive: PowerCo setzt auf Nanoröhren von OCSiAl

Volkswagens Batterietochter PowerCo hat das Nanotechnologieunternehmen OCSiAl zum Lieferanten für ihre „Unified Cell“-Batterieplattform gekürt. Die in Luxemburg ansässige Firma soll Additive für die Graphitanoden von PowerCos Einheitszelle zuliefern. Produziert werden diese in Serbien.

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Bild: OCSiAl

OCSiAl teilt mit, mit PowerCo einen weiteren großen Abnehmer für seine Nanoröhren gefunden zu haben. Bei den sogenannten TUBALL-Nanoröhren der Firma handelt es sich um ein Additiv, das ein leitfähiges und verstärkendes 3D-Netzwerk bildet und so u.a. Kathoden- und Anodensysteme von Lithium-Ionen-Batterien stabilisieren kann. OCSiAl gilt als Spezialist für einwandige Kohlenstoff-Nanoröhren und produziert diese in einer neuen Fabrik in Serbien.

PowerCo will das Additiv in der Graphitanode seiner Einheitszelle einsetzen. Die Nanoröhren sollen „zur Verbesserung der Sicherheit, der Ladeleistung und der Lebensdauer der Batterien beitragen“, heißt es in einer begleitenden Mitteilung. Gregory Gurevich, Senior Vice President bei OCSiAl, präzisiert: „Einwandige Kohlenstoffnanoröhren verbessern die elektrische Leitfähigkeit von Graphitanoden erheblich und sorgen für eine bessere Wärmeableitung, sodass Batteriezellen mit höheren Lade- und Entladeströmen betrieben werden können, ohne zu überhitzen.

OCSiAl teilt weiter mit, dass man inzwischen die Mehrheit der europäischen Hersteller von Batterien für Elektrofahrzeuge mit den TUBALL-Nanoröhren beliefere. Und die Nachfrage dürfte aus Sicht der Verantwortlichen bei den Kommenden Batterieplattformen der nächsten Generation noch zunehmen. Deshalb prüft OCSiAl auch den Aufbau weiterer Kapazitäten in Europa.

Schon spruchreif ist, dass OCSiAl den Bau einer „Flaggschiff-Anlage für Graphen-Nanoröhren“ in Luxemburg vorhat und dafür 300 Millionen US-Dollar in die Hand nehmen will. Gregory Gurevich kommentiert: „Heute versorgen Batterien mit Nanoröhren von OCSiAl weltweit rund eine Million Elektrofahrzeuge mit Energie. Im Rahmen des PowerCo-Projekts liefern wir Nanoröhren-Lösungen für Graphitanoden. […] Unsere fortschrittlichen leitfähigen Additive sind für leistungsstarke Batterieplattformen, die im industriellen Maßstab hergestellt werden, unverzichtbar.“

PowerCo wiederum fertigt die sogenannte Einheitszelle seit Dezember in Salzgitter. Diese geht noch auf die Zeit von Herbert Diess als Wolfsburger Konzern-CEO zurück. Bei der Einheitszelle handelt es sich um eine prismatische Batteriezelle in einer einheitlichen, immer gleichen Größe – konkret sind es 256 x 24,8 x 106 Millimeter. „Die standardisierte Architektur der Zelle ermöglicht den weltweiten Einsatz über alle Marken und Regionen hinweg und bietet Skaleneffekte, Kostenvorteile sowie technologische Flexibilität“, so das Credo von PowerCo. Um die Zelle aber an die Anforderungen der jeweiligen Fahrzeuge anzupassen – schließlich soll sie vom E-Kleinwagen bis zum großen Luxus-SUV oder Sportwagen von Porsche eingesetzt werden – kann das standardisierte Format mit unterschiedlichen Zellchemien gefüllt werden, bis hin zu künftigen Feststoff-Zellen.

Dieses Konzept wird auch direkt beim ersten Serieneinsatz der Einheitszelle umgesetzt: Die Electric Urban Car Family rund um den VW ID. Polo wird sowohl mit LFP-Zellen als auch NMC-Zellen angeboten.

ocsial.com

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