Rock Tech kämpft mit Finanzierung des Lithiumskonverters in Guben

Das deutsch-kanadische Unternehmen Rock Tech Lithium kommt mit seinem geplanten Lithiumkonverter in Guben (Brandenburg) nicht voran. Wie Unternehmensvertreter bei einer Stadtverordnetenversammlung erklärten, gibt es momentan Probleme mit der Finanzierung.

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Bild: Rock Tech Lithium

Die große Hürde für den Bau der geplanten Anlage in Guben liegt demnach in den erwarteten Investitionskosten von 750 Millionen Euro. Dem Konzern würden private Investoren fehlen, die auch Voraussetzung sind, um Fördermittel bekommen zu können, fasst der RBB die Aussagen von Unternehmensvertretern bei der Stadtverordnetenversammlung zusammen. Zwar rechnet die Firma weiter mit dem Bau der Anlage. Doch wann dieser starten kann, dazu konnten die Unternehmensvertreter keine belastbare Aussage tätigen. Der Bau selbst soll ca. zweieinhalb Jahre dauern.

Dass Rock Tech Lithium Probleme hat, eine solch große Summe zusammenzubringen, dürfte daran liegen, dass es sich um ein Startup handelt, das zwar börsennotiert ist, aber bislang noch keine nennenswerten Umsätze erwirtschaftet. Das liegt auch daran, dass der Lithiumkonverter in Guben und neben einem ebenfalls geplanten Projekt in Kanada die erste Anlage in industriellem Maßstab des Unternehmens wäre. Eine weitere Herausforderung sind die unterschiedlichen Prognosen über den Hochlauf der Elektromobilität in Europa, denn das Lithiumhydroxid aus der Anlage in Guben soll für Hochvoltbatterien von E-Autos verwendet werden.

Im letzten Quartalsbericht von Rock Tech Lithium hieß es zum aktuellen Stand des Vorhabens in Guben, man führe weiterhin Gespräche mit potenziellen Kreditgebern bezüglich der Projektfinanzierung. Das Hauptaugenmerk liege auf dem Fortschreiten in Richtung einer finalen Investitionsentscheidung (Final Investment Decision, FID). Dies umfasst die Fortführung der Finanzierungsgespräche, die Aktualisierung der FEL3-Studie sowie die Finalisierung von Detailplanungen und Beschaffungsvorbereitungen.

Der Gubener Konverter ist darauf ausgelegt, jährlich 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid in Batteriequalität zu produzieren und wäre damit die größte Anlage ihrer Art in Europa. Die Produktion sollte ursprünglich 2027 starten, doch mittlerweile wäre realistisch wohl frühestens 2029 machbar. Die angepeilte Produktionsmenge soll für rund 30 GWh Batteriekapazität oder rund 500.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr reichen. Während das Management versucht, die Finanzierung des Projekts zu ermöglichen, wurde zuletzt auch an der Produktionsmethode gefeilt und wurden die erwarteten Betriebskosten gedrückt. Eine Bau- und Betriebsgenehmigung für den Lithiumkonverter in Guben liegt bereits seit längerem vor.

rbb24.de, rocktechlithium.com (Quartalsbericht)

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