Neue spanische E-Auto-Förderung „Plan Auto+“ startet wohl im Juli

Das neue Förderprogramm "Plan Auto+" der spanischen Regierung rückt auf die Zielgerade: Anträge können offenbar ab Juli gestellt werden, und zwar rückwirkend auch für E-Autos, die ab dem 1. Januar 2026 gekauft wurden. Es winkt eine maximale Förderung von 4.500 Euro pro Fahrzeug, es gelten aber komplizierte Bedingungen.

Cupra raval vz produktion martorell spanisches kennzeichen spanien
Auch der neue Cupra Raval VZ erfüllt die Förderkriterien
Bild: Cupra

Spanien hat seine eMobility-Förderung Anfang 2026 neu aufgestellt und dabei in drei Säulen untergliedert. An dieser Stelle schauen wir auf das damals bereits angekündigte Programm „Plan Auto+“, das von der Zentralregierung verwaltet wird und nicht mehr wie der Ende 2025 ausgelaufene Vorgänger Moves III von den autonomen Regionen. Zwar wurde das Programm bereits im Februar verabschiedet, doch ähnlich wie bei der neuen deutschen E-Auto-Förderung mussten auch die Spanier seitdem noch einige Monate warten, bis auch tatsächlich Förderanträge eingereicht werden können.

Nun aber soll es offenbar in Kürze losgehen: Wie das Automotive-Fachblatt „La Tribuna de Automoción“ berichtet, sollen die genauen Förderbedingungen und das Antragsverfahren für den Plan Auto+ Anfang Juli im spanischen Staatsanzeiger veröffentlicht werden. Die Anträge sollen dann rückwirkend für E-Autos, Plug-in-Hybride und Range Extender gestellt werden können, die seit dem 1. Januar 2026 gekauft worden sind.

Laut dem Bericht dürften bis dahin mehr als 50 Prozent der ingesamt 400 Millionen Euro an bereitgestellten Fördergeldern durch Fahrzeuge abgedeckt sein, die seit Jahresanfang gekauft worden sind. Daher geht „La Tribuna de Automoción“ davon aus, dass die Fördermittel bereits im September oder Oktober komplett aufgebraucht sein könnten.

Die Struktur der Förderung ist dabei relativ komplex. Zwar gibt es anders als beim deutschen Förderprogramm keine Einkommensstaffelung und -grenzen oder einen Kinderbonus. Dennoch hat Spanien eine Reihe von Kriterien zusammengestellt, die zu einer unterschiedliche Förderhöhe je nach Antrag führen.

Dabei beträgt die maximale staatliche Förderung für reine Elektro-Pkw 4.500 Euro, hinzu kommt eine verbindliche Prämie des Herstellers/Händlers von 1.000 Euro (Gesamtersparnis also bis zu 5.500 Euro). Einen separaten Abwrackbonus für Altfahrzeuge gibt es im neuen System dagegen nicht mehr. Wie viel Förderung tatsächlich fließt, richtet sich nach einem neuen Vier-Bausteine-System, das gezielt günstigere Mobilität und die europäische Wertschöpfungskette unterstützen soll:

  • Antriebsart (50 % der Förderung, also 2.250 Euro): Volle Punkte gibt es nur für reine Elektroautos (mit dem spanischen CERO-Label). Plug-in-Hybride (PHEV) oder REEVs erhalten deutlich weniger (Basiswert nur 25 %, also 1.125 Euro).
  • Kaufpreis (25 % der Förderung, also 1.125 Euro): Gefördert werden ausschließlich Fahrzeuge bis zu einem Nettopreis von 45.000 Euro, das entspricht inkl. der spanischen Mehrwertsteuer von 21 % einem Bruttopreis von 54.450 Euro. Liegt der Nettopreis des Modells unter 35.000 Euro (42.350 Euro brutto), sichert man sich die vollen 25 % dieses Bausteins. Bei Preisen zwischen 35.001 und 45.000 Euro sinkt dieser Anteil auf 15 % der maximalen Förderung, also 675 Euro.
  • Europäische Fertigung (15 % der Förderung, also 675 Euro): Nur Fahrzeuge, deren Endmontage in der Europäischen Union stattfindet, erhalten diese 15 %.
  • Batterieherkunft (10 % der Förderung, also 450 Euro): Die verbleibenden 10 % werden nur gewährt, wenn die Batterie aus europäischer Produktion stammt, wobei um diesen Punkt lange gerungen wurde und nun offenbar eine Batteriemontage in Europa ausreicht, um das Kriterium zu erfüllen, und nicht wie anfangs angestrebt eine Zellproduktion.

Wer also ein günstiges, komplett in Europa gebautes E-Auto wie z.B. eine günstige Version des neuen Cupra Raval oder VW ID. Polo für unter 35.000 Euro netto kauft, holt die vollen 100 % der staatlichen Förderung (4.500 Euro) plus den Händlerrabatt von 1.000 Euro heraus. Kostet das E-Auto hingegen über 45.000 Euro, ist es überhaupt nicht förderfähig. Somit implementiert das spanische Förderprogramm indirekt auch eine soziale Komponente, denn üblicherweise werden kostspielige Autos nur von Menschen mit höheren Einkommensklassen gekauft.

Auch die Beschaffung von elektrischen Nutzfahrzeuge bis 
3.500 kg, Elektromotorrädern sowie Leichtfahrzeugen der Kategorie L6e und L7e werden gefördert, hierbei gelten aber jeweils andere Förderbedingungen. Neben Privatpersonen können auch Selbstständige sowie kleine Unternehmen den Plan Auto+ nutzen.

latribunadeautomocion.es, forococheselectricos.com, gob.es (alles auf Spanisch)

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