E-Autos statt Wasserstoff: Südkorea erwägt Umwidmung von Fördergeldern

Die südkoreanische Regierung überlegt offenbar, Haushaltsmittel für die Förderung von Wasserstoffautos und Wasserstofftankstellen stattdessen für Subventionen für Elektrofahrzeuge zu nutzen. Das käme dem aktuellen E-Auto-Förderprogramm zugute, dessen Budget ansonsten wohl im August aufgebraucht wäre.

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Produktion des Kia EV3 in Südkorea
Bild: Kia

Dass das diesjährige Förderbudget für Elektroautos in Südkorea in Höhe von 1,7454 Billionen Won (ca. eine Milliarde Euro) frühzeitig aufgebraucht sein dürfte, liegt laut Medienberichten u.a. an den gestiegenen Benzinpreisen in Folge des Iran-Kriegs. Auf jeden Fall kaufen deutlich gerade deutlich mehr Südkoreaner ein E-Auto als in den Jahren zuvor, in denen das Budget ausreichte. Konkret Laut meldet das Ministerium für Handel, Industrie und Ressourcen für die ersten fünf Monate des Jahres einen Anstieg von 125,3 Prozent auf 162.026 verkaufte E-Autos.

Laut südkoreanischen Medien soll die Regierung des asiatischen Staates deshalb nun erwägen, kurzfristig andere Fördermittel zugunsten der E-Auto-Förderung umzuwidmen. So sagte Klimaminister Kim Seong-hwan kürzlich: „Aus Sicht der Bevölkerung ist es richtig, den Verbrauchern unabhängig von der Höhe des Budgets zu ermöglichen, so viele Fahrzeuge zu kaufen, wie sie möchten.“

Als Kandidaten für die Umwidmung von Mitteln gelten dabei Subventionen für die Einführung von Wasserstoffautos mit einem Jahresbudget von 576,2 Milliarden Won (ca. 330 Mio. Euro), die Förderung des Ausbaus von Ladestationen für Elektrofahrzeuge mit 451,75 Milliarden Won (ca. 260 Mio. Euro) und die Förderung des Ausbaus von Wasserstofftankstellen mit 174,3 Milliarden Won (ca. 100 Mio. Euro).

Doch selbst wenn ein Teil dieser Budgets zugunsten der E-Auto-Förderung umgeschichtet werden kann, gibt es noch ein Problem: Die Subventionen für Elektrofahrzeuge sind so strukturiert, dass sie mit Mitteln des Bundes und der Kommunen kofinanziert werden, weshalb die Haushalte der Kommunen dem Haushalt des Bundes folgen müssen. Ein Beamter des Klimaministeriums erklärte: „Wir bemühen uns um eine Zusammenarbeit, um die Finanzierungslücke der Kommunen durch einen Nachtragshaushalt im nächsten Monat zu schließen, wenn die neuen Kommunalpolitiker ihr Amt antreten.“

Bislang bezuschusst Südkorea den Kauf eines E-Autos je nach Fahrzeuggröße mit 5,3 bis 5,8 Millionen Won, das sind umgerechnet etwa 3.000 bis 3.300 Euro. Zu den geförderten Fahrzeugen zählen dabei z.B. der Hyundai Ioniq 6 und Kia EV3 aus heimischer Produktion, aber auch z.B. Tesla Model 3 und Y sowie BYD Dolphin und Seal aus chinesischer Fertigung. Zuletzt gab es Erwägungen, die Förderung ausländischer Modelle einzuschränken.

chosun.com

2 Kommentare

zu „E-Autos statt Wasserstoff: Südkorea erwägt Umwidmung von Fördergeldern“
Jarn
24.06.2026 um 11:37
Nicht mit uns!- Viele Grüße, Bayern
Nicole H.
24.06.2026 um 12:00
Guter Ansatz, Wasserstoff macht in der Mobilität keinen Sinn.

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