In China treten strengere Normen für E-Autos und deren Batterien in Kraft
Bei den beiden parallel in Kraft tretenden Normen handelt es sich um die „Sicherheitsanforderungen für Antriebsbatterien von Elektrofahrzeugen“ (GB 38031-2025) und die „Sicherheitsanforderungen für Elektrofahrzeuge“ (GB 18384-2025). Erstere konzentriert sich auf Fahrzeugbatterien, während letztere die Sicherheit auf Fahrzeugebene zum Gegenstand hat.
Wichtigste neue Anforderung an die Batteriehersteller ist dabei wie berichtet, dass Batterien auch nach einem thermischen Durchgehen nicht mehr Feuer fangen oder explodieren dürfen. Vor diesem Hintergrund müssen Hersteller mit ihren Batterien ab sofort einen neuen Thermodiffusionstest bestehen.
Zum Vergleich: Die aktuellen Vorschriften verpflichten E-Autobauer lediglich dazu, dass ein Warnsignal Insassen fünf Minuten vor einem potenziellen Brand oder einer Explosion alarmieren muss. Die neue Norm geht nun also technisch viel weiter: Batteriekonzerne müssen nun E-Auto-Akkus vorweisen, die weder Feuer fangen, noch explodieren – und deren potenzieller Rauch die Fahrzeuginsassen on top nicht gefährden darf.
Und: Mit den neuen Vorschriften werden auch anderweitige neue Tests eingeführt. Darunter ein Aufpralltests an der Unterseite, um die Schutzfunktionen der Batterie bei einem Aufprall zu bewerten. Denn immer mehr Batterien sind dem Cell-to-Body-Ansatz folgend in die Struktur des Autos integriert. Außerdem müssen Batterien künftig eine Sicherheitsprüfung bestehen, wonach sie 300 Schnellladezyklen und einen anschließenden Kurzschlusstests überstehen müssen.
Die gleichzeitig eingeführten „Sicherheitsanforderungen für Elektrofahrzeuge“ schreiben zudem u.a. vor, dass Stromer ab sofort eine manuelle Abschaltung des gesamten Hochspannungskreises erlauben müssen – und zwar per „One Touch“, sprich: mit einem einzigen schnellen Handgriff. Bisher beruhte die Hochspannungsabschaltung auf Softwaresignalen des Bordsteuergeräts. Das Problem dabei: „Bei schweren Unfällen, bei dem das Hauptsteuersystem beschädigt wird, kann die Abschaltfunktion versagen“, so das chinesische Portal CN EV Post. Die neue physische Abschaltung soll die Trennung des Hochspannungskreislaufs auch ohne Softwaresignale ermöglichen.
Branchenexperten gehen davon aus, dass die strengen Anforderungen die Sicherheit der Verbraucher in China erheblich verbessern, aber gleichzeitig zu einer Konsolidierung innerhalb der Batteriebranche führen könnten. Denn während führende Hersteller wie CATL angeben, bereits über die entsprechenden Technologien zu verfügen (CATL hat etwa eine „No Thermal Propagation (NP)-Technologie“ im Sortiment), könnten die erforderlichen F&E-Kosten bei kleinen und mittleren Unternehmen die vorhandenen Mittel übersteigen.
Grundsätzlich dürften die Kosten für Batterien in China steigen: Das Medium China Auto News schreibt etwa, dass die Einhaltung der neuen Vorschriften die Kosten für Batteriesysteme um 15 bis 20 Prozent erhöhen dürfte und beruft sich dabei auf Schätzungen eines Marktforschungsunternehmens. Auch könnten die strengeren Vorschriften laut Beobachtern die LFP-Batteriechemie gegenüber ternären Chemien weiter bevorteilen, denn dieser Kostenanstieg dürfte bei LFP-Batterien dank ihrer ohnehin hohen thermischen Stabilität geringer ausfallen und so die ohnehin schon vorhandenen Kostenvorteile nochmals steigern.





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