Valeo schließt E-Mobilitätsforschung in Bad Neustadt und baut Stellen ab
Wie BR24 berichtet, endet am Standort Bad Neustadt der Forschungsbetrieb wohl endgültig. Zuvor hatte Valeo bereits die Produktion von Elektromotoren mit 310 Arbeitsplätzen nach Polen verlagert. Von nun noch 183 Beschäftigten im Forschungszentrum sollen 31 an den Valeo-Standort Erlangen wechseln, während 152 ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Kündigungen wurden demnach überwiegend im Juni ausgesprochen und werden zum Jahresende wirksam. Für die Betroffenen ist eine Transfergesellschaft vorgesehen.
Auch am unterfränkischen Valeo-Standort Ebern wird die Forschung und Entwicklung eingestellt, allerdings nicht ad-hoc, sondern schrittweise bis Ende 2027. Dort sollen nach Unternehmensangaben 139 Stellen entfallen. 39 Beschäftigte wechseln nach Erlangen, für die übrigen Mitarbeiter sind ein Sozialplan, ein Freiwilligenprogramm und ebenfalls eine Transfergesellschaft vorgesehen. Der Standort selbst bleibt aber erhalten, denn Test- und Validierungsaktivitäten sollen in Ebern verbleiben.
Valeo begründet die Maßnahmen laut Medienberichten mit wirtschaftlichem Druck und einer stärkeren Bündelung seiner Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten am Standort Erlangen. Der Stellenabbau trifft insbesondere Bad Neustadt, das noch 2010 von der bayerischen Staatsregierung zur „Modellstadt für Elektromobilität“ ernannt worden war.
Betriebsrat und IG Metall kritisieren die Schließung des Forschungsstandorts und sprechen von einer Fehlentscheidung. Aus Sicht der Gewerkschaft fehlt es zudem an neuen Produkten für die Elektromobilität am Standort Ebern. Dieser sei weiterhin stark vom Verbrennergeschäft geprägt. Die Schließungen bedeuten allerdings keinen generellen Rückzug Valeos aus dem Geschäft. Erst im März hatte der Zulieferer in Indien eine neue Fertigungslinie für 3-in-1-E-Achsen in Betrieb genommen. Dort produziert Valeo elektrische Antriebssysteme für die „Born Electric“-Modelle des Autobauers Mahindra und hatte Indien als Schlüsselregion seiner Unternehmensstrategie „Elevate 2028“ bezeichnet.





0 Kommentare