Brüssel bittet Ladesäulen-Blockierer zur Kasse

Die belgische Hauptstadt Brüssel führt ab dem 1. Oktober eine Rotationsgebühr für Elektroautos ein, die zu lange an öffentlichen Ladesäulen angeschlossen bleiben. Damit soll die Verfügbarkeit der Ladeinfrastruktur verbessert werden, denn für Blockierer wird es teuer.

Ladesaeule bruessel belgien
Die Rotationsgebühr soll das Blockieren öffentlicher Ladepunkte reduzieren.
Bild: Sibelga

Ab dem 1. Oktober erhebt die Brüsseler Regierung eine Rotationsgebühr von 0,06 Euro pro Minute, wenn Elektrofahrzeuge länger als sechs Stunden an einer öffentlichen Ladesäule angeschlossen bleiben. Die Regelung gilt zwischen 9 und 22 Uhr und soll verhindern, dass Ladepunkte über längere Zeit blockiert werden. Hintergrund ist nach Angaben des regionalen Netzbetreibers Sibelga die durchschnittliche Belegungsdauer öffentlicher Ladepunkte. Demnach bleiben Fahrzeuge im Mittel sechs Stunden und 30 Minuten angeschlossen. Für einen typischen Ladevorgang (zum Nachladen von 18 kWh) seien jedoch lediglich rund zwei Stunden und 20 Minuten erforderlich. Die langen Standzeiten hätten zuletzt zunehmend zu Engpässen geführt, obwohl die Region ihr Ladenetz kontinuierlich erweitert.

„Ladestationen sind keine Parkplätze“, erklärte die Brüsseler Staatssekretärin für Energie, Audrey Henry gegenüber The Brussels Times. Gemeinsam mit der Staatssekretärin für Umwelt, Ans Persoons, setzt sie sich für die Einführung der neuen Regelung ein. Ziel sei es, die vorhandene Ladeinfrastruktur effizienter zu nutzen und den Hochlauf der Elektromobilität in der Hauptstadt zu unterstützen.

Die Maßnahme fällt in eine Phase steigender Elektroauto-Zulassungen in Brüssel. Nach Angaben der Regionalregierung ist inzwischen rund jeder vierte neu zugelassene Pkw in der Region ein Batterie-elektrisches Fahrzeug. Besonders Firmenwagen treiben die Entwicklung: Bei den neu zugelassenen Dienstwagen liegt der BEV-Anteil mittlerweile bei 61 Prozent.

Brüssel ist mit der Einführung einer Rotationsgebühr unterdessen in guter Gesellschaft: Auch andere belgische Städte haben bereits vergleichbare Regelungen eingeführt. In Antwerpen fällt nach Erreichen des vollständigen Ladestands ebenfalls eine minutengenaue Blockiergebühr an. In Gent wird eine Gebühr von 3,60 Euro pro Stunde erhoben, wenn Fahrzeuge nach Abschluss des Ladevorgangs an öffentlichen Ladepunkten stehen bleiben.

brusselstimes.com

0 Kommentare

zu „Brüssel bittet Ladesäulen-Blockierer zur Kasse“

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert