Spanien steckt 100 Millionen Euro in nationales Schnellladenetz

Spaniens Regierung bestätigt die Ausgabe von mehr als 100 Millionen Euro für eMobility-Projekte – allen voran den Aufbau und die Modernisierung von Ladestationen an wichtigen Verkehrskorridoren. Im Förderprogramm „Moves Corredores de Recarga“ sollen in diesem Zuge knapp 2.700 Schnellladepunkte entstehen.

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Bild: Skoda

Spanien baut seine eMobility-Förderung gemäß dem nationalen Plan „España Auto 2030“ aktuell um. Sie soll künftig vorrangig auf drei Säulen beruhen: Einer Verbraucher-Kaufprämie für E-Autos (Programm „Plan Auto+“), einer Beihilfe für E-Auto- und Batteriehersteller (Förderprogramm PERTE) und auf dem Programm „Moves Corredores” zum Aufbau eines Ladenetzes.

Schon im Mai äußerte Sara Sara Aagesen, die spanische Vizepräsidentin der Regierung und Ministerin für den ökologischen Wandel und demografische Herausforderung, dass für letztere Säule eine vorläufige Zuweisung von 670 Millionen Euro für verschiedene Förderprojekte im Zuge des nationalen Aufbau- und Resilienzplans („Plan de Recuperación, Transformación y Resiliencia, PRTR“) geplant sei. 105 Millionen Euro davon – so die seinerzeitige Ankündigung – sollen in die Stärkung der E-Mobilität im Land fließen. Der PRTR ist bekanntlich ein Investitionsprogramm, das durch EU-Mittel finanziert wird. In Deutschland ist das analoge Programm unter dem Titel Deutscher Aufbau- und Resilienzplan (DARP) bekannt.

Gegenüber den im Mai bereits publizierten Plänen haben sich die Zahlen nach dem offiziellen Beschluss der Regierung nun leicht verändert. So ist für „Moves Corredores de Recarga“ zwar weiterhin die Zuweisung von konkret gut 97 Millionen Euro vorgesehen. Damit sollen nun aber 341 Projekte bezuschusst werden, die wiederum 2.674 Ladepunkte an wichtigsten Verkehrsadern des Landes hervorbringen sollen. Das sind vier Projekte mehr, aber gut 200 Ladepunkte weniger als noch im Mai in Aussicht gestellt wurden.

Davon unabhängig sind 7,8 Millionen Euro für das Programm „Moves Flotas Plus“ vorgesehen, um 20 Unternehmen bei der Beschaffung von insgesamt gut 3.700 E-Fahrzeugen und der Installation von fast 300 Ladepunkten zu unterstützen. Auf diese Weise kommt die Gesamt-Fördersumme von knapp 105 Millionen Euro zusammen.

Die 341 im Rahmen von „Moves Corredores de Recarga“ ausgewählten Ladeinfrastruktur-Projekte verteilen sich laut der Regierung auf 15 autonome Gemeinschaften der Iberischen Halbinsel. Nach Regionen betrachtet ist Andalusien mit 61 Projekten die Region mit der höchsten Anzahl an Projekten, gefolgt von Kastilien-La Mancha (44), Galicien (38) und Kastilien und León (je 37). Die maximale Frist für die Durchführung der Projekte betrage 36 Monate und könne auf maximal 42 Monate verlängert werden, heißt es. Gefördert wird der Bau neuer oder die Leistungsaufstockung bei bestehenden Ladesäulen. Voraussetzung ist eine Ladeleistung von mindestens 150 kW pro Ladepunkt. Beim Ausbau orientiert sich die Regierung an den Vorgaben der europäischen AFIR-Verordnung.

Klar ist: Mit den beiden Moves-Programmen führt Spanien die seit 2019 eingeführte Moves-Förderung fort, auch wenn die Kaufanreize für E-Autos künftig unter einem anderen Namen laufen. Bislang sei durch Moves I – III die Anschaffung von 204.915 Elektrofahrzeugen und die Installation von 160.095 Ladestationen ermöglicht worden, teilt die Regierung mit. „Dies hat einen starken Impuls für die emissionsfreie Mobilität in unserem Land darstellt. Darüber hinaus wurden Fördermittel für 161 innovative Sonderprojekte zur Förderung der Elektromobilität bewilligt.“

Grundsätzlich setzt Spanien seine eMobility-Förderung aktuell aber neu auf und sortiert dabei auch die Verantwortlichkeiten neu. Zentral dabei: Mit dem Programm „Plan Auto+“ sollen 2026 insgesamt 400 Millionen Euro an Beihilfen direkt bei den Verbrauchern ankommen – und die Autopreise senken. „Plan Auto+“ wird konkret das erwähnte Moves-Programm für Kaufanreize ablösen. Dabei ist geplant, dass die Zuschüsse ab 2026 von der Zentralregierung und nicht mehr wie beim Ende 2025 auslaufenden Förderprogramm Moves III von den autonomen Regionen verwaltet werden. Eigentlich sollte „Plan Auto+“ das Moves-III-Programm zum Jahreswechsel ablösen, doch noch können keine Anträge gestellt werden. Laut neuesten Medienberichten soll dies aber ab dem laufenden Monat möglich sein – und die Förderung dann rückwirkend für Käufe ab dem 1. Januar gelten.

miteco.gob.es (auf Spanisch)

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