Spanien bezuschusst Bau von knapp 3.000 Ladepunkten
Spanien baut seine eMobility-Förderung gemäß dem nationalen Plan „España Auto 2030“ aktuell um. Sie soll künftig vorrangig auf drei Säulen beruhen: Einer Verbraucher-Kaufprämie für E-Autos (Programm „Plan Auto+“), einer Beihilfe für E-Auto- und Batteriehersteller (Förderprogramm PERTE) und auf dem Programm „Moves Corredores” zum Aufbau eines Ladenetzes.
Zu Letzterem gibt es nun Neuigkeiten. Sara Aagesen, die spanische Vizepräsidentin der Regierung und Ministerin für den ökologischen Wandel und demografische Herausforderung, gab am Mittwoch, 6. Mai, die vorläufige Zuweisung von 670 Millionen Euro für verschiedene Förderprojekte im Zuge des nationalen Aufbau- und Resilienzplans („Plan de Recuperación, Transformación y Resiliencia, PRTR“) bekannt. 105 Millionen Euro davon fließen in die Stärkung der E-Mobilität im Land. Der PRTR ist bekanntlich ein Investitionsprogramm, das durch EU-Mittel finanziert wird. In Deutschland ist das analoge Programm unter dem Titel Deutscher Aufbau- und Resilienzplan (DARP) bekannt.
Für „Moves Corredores“ sieht die vorläufige Zuweisung der Regierung konkret gut 97 Millionen Euro vor, um 337 Projekte zu bezuschussen, die wiederum 2.880 Ladepunkte an wichtigsten Verkehrsadern des Landes hervorbringen sollen. Darüber hinaus sind laut Vizepräsidentin Aagesen knapp acht Millionen Euro für das Programm „Moves Flotas Plus“ vorgesehen, um 20 Unternehmen bei der Beschaffung von insgesamt gut 3.700 E-Fahrzeugen und der Installation von fast 300 Ladepunkten zu unterstützen.
Die weiteren Mittel dieser Zuweisungsrunde fließen unter anderem in neue Energiesysteme für sechs Häfen (Offshore und Wasserkraft) und sieben neue Pumpspeicherkraftwerke im Land. Verwaltet werden alle PRTR-Förderungen vom Institut für Diversifizierung und Energieeinsparung (IDAE), einer dem Ministerium für ökologischen Wandel und demografische Herausforderungen unterstellten Behörde.
Grundsätzlich will Spanien wie eingangs erwähnt seine eMobility-Förderung neu aufsetzen und dabei auch die Verantwortlichkeiten neu sortieren. Zentral dabei: Mit dem Programm „Plan Auto+“ sollen 2026 insgesamt 400 Millionen Euro an Beihilfen direkt bei den Verbrauchern ankommen – und die Autopreise senken. „Plan Auto+“ wird konkret das bisherige Moves-Programm ablösen. Dabei ist geplant, dass die Zuschüsse ab 2026 von der Zentralregierung und nicht mehr wie beim Ende 2025 auslaufenden Förderprogramm Moves III von den autonomen Regionen verwaltet werden. Eigentlich sollte „Plan Auto+“ das Moves-Programm zum Jahreswechsel ablösen, doch noch immer hat die Regierung die endgültigen Teilnahmebedingungen und förderfähigen Fahrzeuge nicht publik gemacht. Laut Medien, weil die Verantwortlichen u.a. noch ein System zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks als Förderkriterium prüfen – nach französischem Vorbild.
Auch bei den weiteren Fördersäulen bleiben offene Fragen. So hatte die Regierung das Programm„Moves Corredores” im Dezember mit einem Budget von 300 Millionen Euro angekündigt. Die nun publik gemachte Zuweisung beträgt aber nur 97 Millionen Euro. Ob das Budget aus einem anderen Topf nochmals aufgestockt wird – unklar. Weitere 580 Millionen Euro sollen laut offiziellen Angaben aus dem Dezember im Jahr 2026 in das bestehende eMobility-Förderprogramm PERTE zur Unterstützung von Projekten im Bereich E-Auto- und Batterieproduktion fließen. Hier handelt es sich also um Industrie-Subventionen. Neuigkeiten zu dieser Fördersäule gibt es nicht.
Vizepräsidentin Sara Aagesen äußert sich eher allgemein: „Das Engagement dieser Regierung für die Energiewende war stets ungebrochen. Erneut stehen wir vor einer Herausforderung, die unser Engagement und das Europas nochmals bekräftigt. Ein Engagement, das Spanien zu einem Motor für Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand macht. Spanien hat diese große Chance nicht nur rechtzeitig ergriffen, sondern befindet sich auch in einer privilegierten Position, die wir weiterhin nutzen werden.“
miteco.gob.es (auf Spanisch)





2 Kommentare