14.06.2017 - 11:12

Doch keine Entschärfung von Chinas E-Quote?

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Die vor allem von deutschen Autobauern gefürchtete Elektroauto-Quote in China könnte nun doch bereits 2018 in Kraft treten. Die Bundesregierung hatte das eigentlich verhindern wollen.

Entgegen jüngster Berichte über eine angeblich bereits feststehende Entschärfung der Quote nach Intervention durch die deutsche Regierung ist laut Reuters in einem heute veröffentlichten neuen Entwurf weiterhin von der Einführung im kommenden Jahr sowie dem ursprünglich avisierten Quotensystem die Rede.

Nach diesem müssten bereits 2018 acht Prozent der verkauften Neuwagen Elektroautos sein, 2019 dann zehn und 2020 sogar zwölf Prozent. Laut Reuters handelt es sich aber nach wie vor um einen Entwurf, womit das letzte Wort in Sachen E-Quote in China wohl noch nicht gesprochen ist. Offensichtlich nutzt die chinesische Regierung bei der Elektromobilität das Momentum, die Deutschen vor sich her zu treiben.

Seit die ersten Berichte über die drohende E-Quote in China die Runde gemacht hatten, herrschte in den Vorstandsetagen deutscher Konzerne und ihren Lobby-Vertretungen in Berlin hektisches Treiben. Das Bundeskanzleramt und das Bundeswirtschaftsministerium hatten daraufhin Verhandlungen mit der chinesischen Seite aufgenommen, um Zeit für die deutschen Hersteller herauszuschlagen. Hilfreich für die deutsche Intervention war wohl auch der Umstand, dass sich viele chinesische Autohersteller mit der flotten E-Quote ebenfalls überfordert sahen. Da China aber einen strategischen Plan verfolgt, im Fahrwasser der Verkehrswende zum Leitanbieter für elektrische Fahrzeuge aufzusteigen, könnte der zusätzliche Druck für chinesische Hersteller durch die eigene Regierung auch billigend in Kauf genommen werden.
reuters.com

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3 Kommentare zu “Doch keine Entschärfung von Chinas E-Quote?

  1. Heinz Geckler

    Ich finde, es ist ein Armutszeugnis der Deutschen Automobilindustrie, die im KFZ-Bereich weltweit führend sein möchte, dass die Bundesregierung zu Gunsten unserer Hersteller intervenieren muss. Es kann doch nicht sein, dass Regierungen anderer Länder Gesetze nach unseren Wünschen anpassen muss, nur weil unsere KFZ-Industrie die sich seit langer Zeit andeutende Veränderung in der Branche total verschlafen hat. China ist dfür nur ein Beispiel. Viele andere Länder überlegen, in absehberer Zeit die Neuzulassung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zu verbieten. Das bedeutet aber, dass unseren Herstellern ganze Märkte wegbrechen wenn jetzt nich sehr schnell reagiert wird.

    • HansWerner

      Recht haben Sie, und wenn man es genau nimmt hat die dt. Industrie und Politik das Thema altern. Antriebe schon seit 1973 mit der Ölkrise (die eher eine polit. Krise war, weil man Israel den 6-Tage Krieg gewähren ließ) verschlafen. Wie bedeppert haben die seinerzeit geschaut, als das Sonntagsfahrverbot erforderlich wurde und den Leuten das Heizöl wieder aus den Kellertanks gepumpt wurde. Da hätte man sich schon Gedanken über eine Alternative machen können. Das war vor 44 Jahren!!! Dann wäre das Thema schon längst gegessen. Aber wie betiteln die Chinesen uns Deutschen so schön, wir sind die Erfinder der Langsamkeit. Sieht man ganz deutlich auch am BER, Lt. einer Doku haben die Chinesen in der Zeit seit Berliner Spatenstich bis 2015 53(!) Flughäfen gebaut. Das wird nix mehr mit dem Land, das sich noch Deutschland nennt.

  2. HansWerner

    Ich glaube nicht, dass es den Chinesen vorrangig darum geht die Deutschen vor sich herzutreiben. Sie forcieren die Elektrifizierung seit Jahren konsequent, wenn man die intern. Presse verfolgt, und neu ist die Ankündigung auch nicht. Auf der einen Seite kritisieren und verspotten die dt. Politik und Wirtschaft die Chinesen wg. ihrer täglichen Smogwolken in allen größeren Städten, auf der anderen Seite ist sich Merkel und Gabriel nicht zu schade eindringlich die Chinesen bei der Aufarbeitung ihere Umweltproblematik zu hindern um noch so lange wie möglich ihre bereits vor langer Zeit entwickelten Verbrenner zu maximalen Gewinn auszuschlachten (dt. Autolobby ick hör dir trapsen). Was für ein heuchlerisches Spiel. Das ist genau die gleiche Verlogenheit wie mit den Seltenen Erden. Viele Jahre wurde die Umweltbelastung und gesundheitsbedenklichen Arbeitsbedingungen dort angeprangert, aber wenn die Chinesen die Reduzierung des Abbaus mehr als 10 Jahre zuvor eben aus diesem Grunde ankündigen und durch ihre wachsende Elektronikindustrie selbst den Bedarf benötigen, dann sind es die korrupten Chinesen wieder. Die VSA war in den 90ern noch Weltmaktführer im Abbau, haben aber selbst keine Lust mehr auf Umweltverschmutzung und Entschädigung betroffener MA, aber anprangern. Pech für die Presse, das manche Leser Nachrichten – auch internationale – nach vielen Jahren noch im Hinterkopf behalten.

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2017/06/14/doch-keine-entschaerfung-fuer-chinas-e-quote/
14.06.2017 11:45