06.09.2017 - 06:47

Endlich schön: Nissan präsentiert den neuen Leaf

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Nissan hat in der Nacht in Japan die neue Generation des Leaf vorgestellt. Das bis dato meistverkaufte Elektroauto der Welt (über 280.000 Fahrzeuge seit 2010) fährt künftig mit mehr Leistung und deutlich höherer Reichweite vor. Und es ist für Europäer endlich auch optisch ansprechend. Zudem überzeigt der Preis.

Mit dem Update schafft der japanische Hersteller endlich den Sprung zu einem gefälligen Design. Die bisherige Version stach besonders mit ihren hervorstehenden Scheinwerfern heraus. Die Leuchten des Leaf II fügen sich nun deutlich besser in die Karosserie ein. Das Dach kommt der Individualisierung halber mit Kontrastfarben. LED-Scheinwerfer sind nun serienmäßig. Dafür kann man den Stromer nun freilich nicht mehr auf den ersten Blick als solchen erkennen. Außer an der Ladesäule: Schließlich bleibt der Leaf ein Nasenlader. Die Anschlüsse befinden sich auch beim neuen Leaf über dem Marken-Emblem unter der kleinen Klappe ganz vorn an der Motorhaube.

Beim E-Antrieb hat sich auch einiges getan: Die Leistung der E-Maschine wächst von 80 auf 110 kW, das Drehmoment von 254 Nm auf maximal 320 Nm. Von null auf 100 km/h beschleunigt der Nissan Leaf für das Modelljahr 2018 binnen 8,5 Sekunden, was bei 1,5 Tonnen Fahrzeuggewicht ausreichen sollte. Die Höchstgeschwindigkeit bleibt bei 144 km/h limitiert. Die Reichweite liegt dank der neuen Standard-Batterie mit einer Kapazität von rund 40 kWh bei 380 Kilometern. Die 192 Batteriezellen sind wie üblich im Fahrzeugboden verbaut. Hinzu kommt (wohl noch 2018) ein vermutlich bis zu 60 kWh großer Akku in einer Variante namens E-Plus, die dann auch einen stärkeren Motor (160 kW) hat als das Basismodell, aber auch rund 90 Kilo schwerer sein wird. Die Reichweite des Nissan Leaf E-Plus soll dann 500 Kilometer betragen.

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So richtig loslassen konnten die Macher vom alten Leaf aber nicht. Das wird vor allem am Interieur deutlich. So bleibt der kleine Schaltknauf weiterhin bestehen, mit dem ein schneller Wechsel zwischen dem normalen Fahr- und dem Rekuperationsmodus möglich ist. Auch die Bedienelemente der Klimaautomatik sind gleich geblieben. Dennoch wirkt der Interieur insgesamt nun etwas moderner. Dafür sorgen das überarbeitete Lenkrad, ein neues Infotainmentsystem (NissanConnect) und die digitale Instrumententafel.

Auch bringt der Nissan Leaf nun autonome Fahrfunktionen mit. Dank ProPilot kann der Stromer im Autobahnverkehr die Steuerung von Lenkung, Gaspedal und Bremsen übernehmen, was bei der Kolonnenfahrt und im Stau helfen dürfte. Der ProPilot kann den Leaf II auch selbstständig einparken. Dank des neuen E-Pedal kann der komplette Fahrbetrieb mit dem rechten Fuß gesteuert werden – also auch die Stärke der Rekuperation.

Zum Ladekonzept gibt es noch nicht all zu viele Infos. Fest steht nur, dass die 40-kWh-Batterie dank DC-Schnellladung per CHAdeMO binnen 40 Minuten auf 80 Prozent SOC gebracht werden kann. Die Ladezeit gibt Nissan ansonsten mit 16 Stunden an der Schukosteckdose und acht Stunden an einer AC-Ladestation an. Letzteres bedeutet, dass für Europa wieder kein dreiphasiger Onboard-Lader verbaut ist. Immerhin – und da ist Nissan vorne dabei – ist der Leaf II rückspeisefähig und empfiehlt sich somit für V2G-Anwendungen.

Zum Preis haben die Nissan-Verantwortlichen verlauten lassen, dass die Basisversion in den USA bei unter 30.000 Dollar starten soll, was dann tatsächlich überaus attraktiv wäre. Hierzulande ist der neue Nissan Leaf ab Oktober in der Basis-Ausstattung für mindestens 31.950 Euro (inklusive Batterie) bestellbar – vor Abzug des Umweltbonus ist dieser Preis eine echte Ansage. Ausgeliefert wird der Nissan Leaf II ab Januar 2018. Und es bedarf keiner Glaskugel, um vorherzusagen, dass er seinen Titel als meistverauftes Elektroauto wohl vorerst verteidigen wird. Vielleicht punktet er – dank des glatt gebügelten Designs und der attraktiven Konditionen – ja nun auch in Deutschland.
heise.de, focus.de, autobild.de, auto-motor-und-sport.de, golem.de, nissan.de

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13 Kommentare zu “Endlich schön: Nissan präsentiert den neuen Leaf

  1. eFernfahrer

    Danke, für die informative und kompakte Übersicht. Gibt es auch Verbrauchswerte? Damit man sieht was umgerechnet Kilometer pro Stunde aus der Steckdose, aus dem Typ2 und dem Schnelllader kommen?

    • Ruxis

      Bei sparsamer Fahrweise:
      20km/Std an der Haushalts Steckdose
      50km/Std an der Typ2 Steckdose
      350km/Std am Chademo-Lader
      Basierend auf Erfahrungswerten vergleichbarer Fahrzeuge.

  2. Schön gibt es mit dem Leaf II für Käufer neue Optionen. Die 40kWh Kapazität ist eine sinnvolle Grösse. Schön dass auch noch mehr Kapazität zukünftig bestellbar ist, falls nötig.

    Schade das kein dreiphasiger Lader verbaut wird. Schon möglich das in 5-10 Jahren in fast jeder Kommune ein DC Lader steht. Trotzdem, ein AC Laden mit 11 oder 22kW ist oft praktischer, schonender und zudem netzseitig günstiger zu installieren. Bin gespannt welcher Hersteller, auf diesen Zug aufspringt. Ich hoffe dass Tesla mit dem Model 3 diese Option in Europa anbieten wird.

    • dago

      das model 3 von tesla beinhaltet ein 3-phasiges ladegerät mit 11kw

  3. dago

    leider sofort 2 „schwachpunkte“ gefunden
    1. ein lahmes internes ladegerät, wieder nur einphasig
    2. erneut chademo, kein optionales ccs ?
    (3. immer noch keine anbindung an teslas supercharger 🙂

  4. Holger Enzmann

    neuer Nissan Leaf, ja sieht besser aus als der alte
    kein dreiphasiger Onboard-Lader ,
    Schade, Schade, Ladezeiten sind nicht gut

    Deshalb haben wir uns richtigerweise für den ZOE entschieden.

  5. Mike Schmelzer

    Na ja, zumindest nicht mehr so hässlich wie der Alte. Was dem Markt aber noch immer fehlt, ist ein ausgewachsenes Elektro SUV – preislich bitte unter dem Model X.

  6. Reka Quant

    Der Preis von 31.950 Euro steht auf der Nissan-Webseite nissan.de. Man muss also nicht bei BILD abschreiben.

    • Peter Schwierz

      Da stand er heute früh noch nicht. 😉

  7. Ruxis

    Nissan sollte sich gut überlegen einen CCS- Lader ein zu bauen. In Deutschland gibt es bald keine Chademo-Lader mehr.

    • Digitaldrucker

      Das ist natürlich Quatsch. Zumindest ist mir nicht bekannt, dass alle mehr als 700 CHAdeMO-Lader „bald“ abgebaut werden, so dass es sie „bald“ nicht mehr gibt. Im Gegenteil, wenn SLAM-geförderte Säulen aus der Förderung herauslaufen, werden hier fix wieder die demontierten CHAdeMO-Stecker montiert und die Zahl steigt weiter…
      Mir ist klar, dass der Reichsladestandard CCS dank entsprechender Lobby der Endsi… ähh.. die Zukunft in Deutschland sein wird, dennoch wird man CHAdeMO weiterhin genauso gut nutzen können wie zu dem Zeitpunkt, an dem der Ausbau dann stagniert – was grade noch keinesfalls absehbar ist.

      • Ruxis

        Es wird mit Sicherheit bald einfacher sein mit CCS zu Reisen,als mit Chademo. Dank der Lobbyarbeit der deutschen Industrie. Gegen diesen Strom zu schwimmen wird nicht leicht, siehe Diselgate. Also am besten gleich alle auf CCS!

  8. FrankH

    „Die Anschlüsse befinden sich auch beim neuen Leaf unter dem Marken-Emblem ganz vorn an der Motorhaube.“
    Falsch, die Anschlüsse liegen oberhalb des Emblems in der kleinen Klappe (wie im 5. Bild gezeigt).

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06.09.2017 06:47