30.01.2019 - 09:55

Der Blackout in der E-Mobility-Allee bleibt aus

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Seit dem vergangenen Jahr testet die EnBW-Tochter Netze BW in Ostfildern-Ruit, wie Elektromobilität das Stromnetz beeinflusst. Die Zwischenbilanz zeigt: Es wurden nie mehr als vier der zehn E-Autos zeitgleich geladen, wodurch die Netzbelastung geringer war als befürchtet. 

Gerade im Ortsverteilnetz besteht die Befürchtung, dass der Markthochlauf der Elektromobilität das Stromnetz über kurz oder lang in die Knie zwingt. Die größte Sorge ist dabei die Gleichzeitigkeit der Ladevorgänge. Die EnBW hat es in der Heimat mal drauf angelegt: Die zehn an dem Vorhaben beteiligten Haushalte teilen sich einen Stromkreis. Von der Netze BW sind sie für das Projekt mit fünf VW e-Golf, drei Renault Zoe und zwei BMW i3 sowie gleich vielen Wallboxen ausgestattet worden.

Bei dem Vorhaben geht es u.a. darum, Aussagen über die Gleichzeitigkeit von Ladevorgängen und daraus resultierenden Netzbelastungen treffen zu können. Denn die Netzbetreiber stehen vor der Frage, wie sie das Stromnetz ertüchtigen müssen, wenn immer mehr Elektrofahrzeuge daraus gespeist werden. Erste Zwischenergebnisse zeigen jetzt, dass die Gleichzeitigkeit offenbar nicht so hoch ist wie erwartet. „Bisher haben nie mehr als vier der zehn Fahrzeuge zeitgleich geladen. Dadurch ist die Netzbelastung auch weniger hoch als befürchtet“, teilt Dr. Martin Konermann, Technischer Geschäftsführer des Verteilnetzbetreibers Netze BW, im VDE-Interview mit.

Zusätzlich wurde in der Transformatorstation ein bei Netze BW entwickeltes Messsystem eingebaut. Dieses überwacht die Netzbelastung und soll künftig als Teil eines Frühwarnsystems für Elektromobilität helfen, mehr Transparenz im Niederspannungsnetz der EnBW-Tochter zu schaffen, um so frühzeitig steigende Belastungen zu erkennen. Im zweiten Schritt testet die Netze BW neue Lösungen zur zwischenzeitlichen Optimierung der Netzstabilität. Dazu gehören zum Beispiel Batteriespeicher und ein Lademanagementsystem zur Vermeidung von Lastspitzen im Netz.

Mit der Belchenstraße wurde gezielt ein typisches Wohngebiet mit Eigenheimen im Ballungsraum ausgesucht. Dahinter steht die Annahme, dass die Elektromobilität in solchen Gebieten am schnellsten Fuß fassen wird und damit dort auch zuerst Herausforderungen für das Stromnetz entstehen.

An dem Projekt beteiligt sich neben der EnBW-Tochter Netze BW die Stadt Ostfildern. Wissenschaftlich begleitet wird das Vorhaben von mehreren Hochschulinstituten.
edison.handelsblatt.com, vde.comnetze-bw.de (Projekt-Webseite)

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