18.03.2019 - 14:51

VW will deutliche Änderungen an Kaufprämie für E-Autos

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Nach dem klaren Bekenntnis zur rein Batterie-elektrischen Mobilität drängt Volkswagen nun offenbar darauf, dass die eMobility-Förderung in Deutschland neu geordnet wird. Vor allem sollen Käufer günstigerer rein elektrischer Fahrzeuge vom Staat bevorzugt werden. 

Dies geht aus einem internen Papier unter dem Titel „Ansätze und Vorschläge zur besseren Förderung von Elektromobilität in Deutschland“ hervor, das der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegt. Und dies dürfte vor allem BMW, Daimler, Tesla und selbst Audi nicht gefallen.

Denn VW fordert eine Umstrukturierung des Umweltbonus dahingehend, dass kleine Elektroautos stärker gefördert werden als große. Im Detail soll ein Auto mit einer Länge von unter vier Metern und einer Reichweite von über 200 km mit 5.000 Euro gefördert werden. Ein Fahrzeug mit mehr als 4,65 Meter Länge soll dagegen nur 2.000 Euro erhalten. Doch Daimler, Tesla und auch Audi setzen neben den SUVs künftig vorerst weiter auf große Limousinen. Im Fall von Tesla würde dies zum Beispiel bedeuten, dass bereits das Model 3 als kleinstes Fahrzeug in der Produktpalette der Kalifornier aufgrund seiner Länge von 4,69 Meter nur noch die 2.000 Euro erhalten würde. Zudem sollen nach der Vorstellung von VW Plug-in-Hybride künftig weniger Förderung erhalten als bisher. Das provoziert vor allem die Premium-Herstelller. So haben BMW, Daimler und selbst Audi erst kürzlich jeweils eine regelrechte PHEV-Offensive angekündigt. Der von VW erdachte Maßnahmenkatalog sieht jedoch vor, dass Plug-in-Hybride ab 2020 insgesamt nur noch mit 1.500 Euro statt bisher 3.000 Euro und nach 2022 gar nicht weiter gefördert werden. Entsprechend groß ist der Streit hinter den Kulissen.

Was den Umweltbonus betrifft, so erhalten bislang Batterie-elektrische Pkw und Brennstoffzellen-Autos je 2.000 Euro von Staat und Hersteller. Plug-in-Hybride werden mit jeweils 1.500 Euro gefördert. Allerdings nur, wenn es sich um ein Neufahrzeug mit einem Netto-Listenpreis für das Basismodell bis maximal 60.000 Euro handelt. Bei PHEVs kommt noch hinzu, dass diese nicht mehr als 50 g CO2-Emission pro Kilometer verursachen dürfen. Nach jetzigem Stand kann der Umweltbonus nur noch bis Ende Juni 2019 beantragt werden. Doch der Fördertopf wurde bisher nicht annähernd ausgeschöpft. An der Nachfrage liegt dies freilich nicht. Derzeit prüft die Bundesregierung ohnehin eine Verlängerung der Kaufprämie. Auch eine mögliche Erhöhung sei im Gespräch.

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Neben der Umstrukturierung des Umweltbonus schlägt Volkswagen zudem einen „Mobilitätsfonds Elektromobilität“ vor, der für E-Autos unter 20.000 Euro für kostenlosen Ladestrom sorgt „und dadurch den nahezu kostenfreien Betrieb der Fahrzeuge für Geringverdiener ermöglicht“. Die Finanzierung solle durch Bund, Hersteller und Stromkonzerne erfolgen.

Zudem stellt sich VW vor, dass der Fördertopf für Ladeinfrastruktur von 300 Millionen auf 600 Millionen Euro verdoppelt wird. Nötig sei auch eine zentrale Erfassung und verpflichtende Meldung aller öffentlichen Ladepunkte und die „konsequente Durchsetzung von Sanktionen auf kommunaler Ebene für Falschparker auf E-Parkplätzen“, so Volkswagen. Auch die Gesetze für private Ladeinfrastruktur müssten vereinfacht und die Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Außerdem müssten die Parkflächen im Einzelhandel mit Lademöglichkeiten versehen werden. Laut VW würde es an deutschen Supermärkten rund 35.000 Parkplätze mit jeweils 60 bis 80 Stellplätzen geben. „140.000 Ladepunkte könnten alleine mit einer Ausstattung von zwei Ladesäulen à zwei Ladepunkte geschaffen werden“, heißt es in dem Papier. Doch hierfür müssten auch die Supermärkte in den Genuss von Fördermitteln kommen. Darüber hinaus müsse die Beschränkung von fünf Millionen Euro an Förderung pro Antragsteller fallen. Ob Volkswagen mit seinen Vorschlägen letztlich Erfolg haben wird, ist ungewiss. Der üppige Forderungskatalog sorgt aber bereits für reichlich Wirbel in der Autobranche.
sueddeutsche.de

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15 Kommentare zu “VW will deutliche Änderungen an Kaufprämie für E-Autos

  1. Robert Schmidt

    Seit wann bestimmt jetzt der Volkswagen Konzern, was die Politik zu tun hat??
    Können unsere Politiker das nicht selber entscheiden?

    • JürgenV

      Es geht doch gar nicht darum, dass der VW-Konzern betimmt, was zu tun ist. Das ist doch an den Haaren herbei gezogen. Im Grunde genommen macht es doch auch nicht wirklich Sinn, wenn jemand für 60, 70, 80 oder nochmehr Tausend Euro eine Förderung für den Kauf bekommt, sondern die Leute, die nicht soviel Möglichkeiten haben. Und was unsere Politiker angeht, naja, dazu sag ich mal nichts. Die sind doch alle nur mit sich selbst beschäftigt.

    • Pinasco

      Seit der Kafer so erfolgreich war… (Guten Morgen!)

  2. notting

    1. Bei Geringverdiener ist eben vor allem die Anschaffung das Problem bzw. selbst mit der vorgeschlagenen Prämie sich ja sicherl. auch wieder nur für Neuwagen gelten wird kann man das vergessen.
    2. Geringverdiener brauchen oft auch günstige Parkplätze im öffentl. Raum. VW will aber offensichtl. den stärker durch Ladesäulen verringern.
    3. Wie soll bei dem Fond nach Geringverdiener oder nicht unterschieden werden bzw. nach Wert des Autos? (da steht nicht Neupreis, also ist offensichtl. der Zeitwert gemeint)
    4. Was heißt eigentl. „nahezu kostenfrei“ in Wartungskosten und Wertverlust in EUR? IMHO ist das eher ein Widerspruch in sich, zumal sich die Technik aktuell sehr schnell weiterentwickelt = hoher Wertverlust für ältere E-Autos, spätestens wenn mehr Leute sowas nicht einfach nur deswegen kaufen weil Elektro bzw. „öko“.

    Mal ganz abgesehen davon, dass diese Förderungen sicher schon wieder eingepreist sind…

    Also das mit den Geringverdienern scheint mir eher ein vorgeschobenes Argument zu sein.

    notting

  3. Steff

    Das Model 3 ist nicht 4,964m lang sondern 4,694m.
    Also nach VW`s Ansicht 44mm „zu lang“. Grotesk.

    • Philipp

      Ich halte es fast für ausgeschlossen, dass das ein Zufall ist 🙂

  4. Na klar VOLKSWAGEN. Noch ein Grund EUCH bei meinem Autokauf sicherlich nicht zu berücksichtigen. Warum nicht gleich 8000€ Förderung für Volkswagenautos und 500 € für andere Autos die nicht aus Californien kommen! Alle 3 Jahre 3 Autos für ca 80.000 € bei Euch gekauft, nie mehr!⚡️

  5. Christiane Agema

    Klar, VW möchte höhere Subentionierung beim Kauf eines E-Autos.
    Begin:
    genau dann wann VW den I.D. liefern kann.
    Höhe?
    Egal! VW muss es nur rechtzeitig vorher wissen, damit sie den Preis des I.D. um genau die gleiche Summe erhöhen können.

    Somit kommen Subventionen nicht beim Endverbraucher an, sondern direkt zu 100% in die VW-Kasse.

    Der peinliche Längen-Vorschlag zeigt mir auch deutlich, dass es VW nicht um konstruktive Vorschläge geht, sondern um destruktive Kleingartengängelei gegen Tesla.
    …wie damals die 4000 Prämie nur das Ausbremsen von Tesla dienen sollte…

  6. eCar-Fan & TESLA-Fahrer

    Also einmal abgesehen von der Frechheit, eine Maßeinheit anzusetzen, die TESLA (wie schon beim Model S) ausgrenzen oder beschneiden soll, sind die Ansätze von VW m.E. nicht verkehrt. Weshalb sollten große (definiere) E-Autos, z.B. SUV oder Plug in (mit Verbrenner) eine Elektroautoförderung erhalten?

    Und ja, Verbrauchermärkte wie ALDI und Co. haben bereits begonnen, Ladestationen zu installieren. Mehr als eine gute Marketing-Maßnahme ist das jedoch derzeit noch nicht. Jedenfalls nicht, wenn der Durchbruch des Elektroautos kommt. Und das ist keine Frage, ob – sondern nur wann! Und dann werden Parkplätze mit Lademöglichkeit zu Hunderttausenden europaweit benötigt werden! Lasst uns in Deutschland damit beginnen und Vorbild für andere Länder sein.

    Und auch die klare Entscheidung zugunsten des BEVs ist m.E. die richtige und konsequenteste. Und ein starkes Signal an Politik und Industrie.

    Volkswagen hat kluge Köpfe und ist jetzt ENDLICH auf dem richtigen Kurs. Kompliment!

  7. Thomas Wagner

    VW ist derzeit der einzige deutsche Autobauer,
    der mit dem MEB für Volumenmodelle ernsthaft in die Elektromobilität einsteigt !
    Was Daimler und BMW mit ihrer „Plug-in“ Offensive betreiben, ist doch nur der Versuch den Verbrenner über die Runden zu retten und jede Förderung für diese Autos rausgeschmissenes Geld.
    Für das Model 3 gibt es bisher schon 2.000 € Umweltbonus,
    dies würde sich nach den Vorschlägen von VW nicht ändern, denn der Herstelleranteil an der Umweltprämie war bisher eh nur symbolisch,,,,,
    Alle Käufer großer Elektrofahrzeuge, wie Tesla S + X oder auch des Audi e-tron würden aber ebenfalls 2000€ bekommen.
    Ich halte dies insgesamt für einen guten Vorschlag, besonders auch bezüglich der Ladeinfrastruktur zB. bei Supermärkten, der die Elektromobilität massiv voran brngen würde !

    • Andreas

      @Thomas Wagner
      Die Ladestruktur an Supermärkten kommt, auch ohne Subventionen durch Initiative von VW.
      Hier macht sich jetzt VW zum Gelddirigenten. Erinnert an die Wasserstofflobby, die sich die eigene Ladesäulen vom Stadt finanzieren läßt.

    • Steff

      @Thomas Wagner
      Wenn der Herstelleranteil an der Umweltprämie eh nur symbolisch ist, warum sollten dann VW`s mehr Zuschuss erhalten als andere?
      Wer teure E-Autos weniger fördern will als günstige, soll es am Preis festmachen und nicht an er Länge!

  8. Heiko

    Hilfreich zur Förderung der E-Mobilität wäre besonders eine Regelung, die PHEVs von öffentlichen Ladesäulen fernhält. Hier in der Innenstadt sehe ich immer öfter dicke PHEVs am Schnarchlader angestöpselt „pseudo-laden“. Für die Kollegen scheint das ein „günstiger“ Weg zu sein an einen raren Parkplatz zu kommen.
    Das kann potentielle Benutzer von BEVs sehr vergraulen.

  9. Bartholomäus Steiner

    Gute Vorschläge

  10. Marco

    @ Heiko: bei den PHEVs an öffentlichen Ladesäulen sehe ich es genauso!

    Es ist doch ein Witz, wenn ein Verbrenner-SUV mit einer Knopfzelle (Akku) für micro-E-km-Reichweite ein E-Kennzeichen erhält und dieser dann in die Innenstädte brummen/blubber/fahren darf – natürlich mit abgeschalteten E-Antrieb – und dann sich auf die wenigen Ladeplätze stellt. Nach x Stunden ist die Knopfzelle voll und dann geht es nach dem KOSTENFREIEN Parken inkl. Shopping wieder mit dem Verbrenner Nachhause…

    Naklar, kurz vor dem Ziel schaltet man auf E-Antrieb um, damit die Nachbar auch sehen (höhren) oh, ein Gutmensch der die Umwelt schont!!!

    Sorry, mit Abschalttechnik kennen sich doch nun ALLE Autoherstelle aus!
    Warum nicht eine Zwangsabschaltung des Verbrennermotors bei einem PHEV einbauen, die ab 65 km/h und weniger greift. So wäre der Innerorts-Verkehr tatsächlich elektrisch! Wenn dann der Akku (Knopfzelle) leer ist, dann wird die Verbrennerfahrt entweder kenntlich (druch Lichtzeiten/Warnblinker o.ä.) gemacht oder bei Dauerbetrieb (>30 Sek) unter 65 km/h geht der PHEV in den Service-Mode und wird auf 25 km/h begrenzt (Mofa-Tempo mit Warmblinker). Erst nach einem Neustart ist die Begrenzung wieder für z.B. 30 Sek deaktivitert.

    O.K., ist eine sehr extreme Form, aber mal unter klar denkenden Menschen – wer Kauft sich bitte einen PHEV um damit elektrisch zu fahren? PHEV schafen im Realbetrieb max. 30-40 km! Dann ist die Knopfzelle (AKKU) leer und muss über STUNDEN mit meist EinPhasenLadung (3.6kW) wieder aufgeladen werden! Sorry, aber die 10 % der PHEV-Fahrer, die auf so einen Nummer stehen, können auch gleich zu einem BEV wechseln!

    Wofür also soll denn so ein AlibiAuto gut sein? Durch die doppelte Antriebstechnik ist so ein Auto viel schwerer und verbraucht dadurch auch wieder mehr = mehr CO2!!!
    Wenn die Techniker dann noch den E-Antrieb so ungünstig konstruiert haben, dass der E-Antrieb noch das Schleppmoment des Verbrenners mit antreiben muss, dann ist so ein PHEV völlig unsinnig! 😉

    Dann könnte man auch einen Euro-4 Diesel mit E-Hilfsmotor versehen und sagen, schaut her, ich habe einen sauberen PHEV… (stimmt, für max 30-40 km und dann…?

    Wenn das Verhältnis von BEV zu PHEV so bleibt, da die Verbraucher in Deutschland ja ihrer 800-1000km Reichweite (täglich als Sicherheit) brauchen, dann werden sich die E-Autos mit Auspuff (PHEV) auf den wenigen Ladeplätzen häufen und somit die echte Elektromobilität weiter bremsen!
    Wer will schon ein BEV, wenn alle Ladepunkte durch E-Verbrenner besetzt sind? Die 60.000 Euro-PHEVs stehen dort nur, weil das Parken mit E-Kennzeichen KOSTENLOS ist. Ein BEV braucht aber den Strom aus dem Ladepunkt. Der PHEV kann nach dem Kostenlosen Parken ja noch mehrere hundert km mit seinem Verbrenner weiterfahren.

    Der BEV eben nicht!

    Zudem ist die Steuerbegünstigung von PHEV bei Dienstwagen auf 0,5% (bekannt unter der 1%-Regelung bei Verbrennern) ein völlig falscher Anreiz und kostet dem Staat (also uns allen) Milionen! Dieses Geld hätte man lieber in den Ausbau von Ladepunkten stecken sollen, dann würden noch mehr, noch schneller, auf BEVs umsteigen.

    PS: über 70% aller personengebundenen Dienstwagen werden nur für Kurzstrecke zwischen 8-40 km täglich benutzt. Zudem haben die meisten dieser Personengruppe keine private noch betriebliche Lademöglichkeit und würden daher den E-Antrieb kaum bis gar nicht nutzen!

    Daher sind die hochpreisigen PHEV klare Elektromobilitäts-Bremsen der Premiumhersteller!

    Ist das wirklich politisch so gewollt…?

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2019/03/18/vw-will-deutliche-aenderungen-an-kaufpraemie-fuer-e-autos/
18.03.2019 14:37