12.03.2019 - 11:52

Volkswagen hebt Zielmarke auf 22 Mio E-Autos bis 2030

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Der Volkswagen-Konzern kündigt an, in den nächsten zehn Jahren 22 Mio E-Fahrzeuge auf unternehmenseigenen E-Plattformen zu bauen, rund sieben Mio mehr als bisher geplant. Damit einher gehen soll eine Aufstockung der vorgesehenen E-Modelle von 50 auf 70 Stück.

Schon als Ende vergangenen Jahres der EU-Beschluss fiel, den CO2-Ausstoß von neuen Pkw-Flotten bis 2030 um 37,5 Prozent im Vergleich zu 2021 abzusenken, kündigte Volkswagen-Chef Herbert Diess an, den Konzern stärker Richtung Elektromobilität umzubauen als bisher vorgesehen. Aus Konzernkreisen hieß es seinerzeit, dass bis 2030 jährlich etwa 600.000 Elektroautos mehr verkauft werden müssten. Diess selbst sprach davon, dass der Anteil von Elektroautos in der Konzernbilanz auf über 40 Prozent steigen müsse, um die neuen CO2-Vorgaben zu schaffen.

„Keine Alternative zur E-Mobilität“

Dieses Ziel fixiert Volkswagen nun offiziell: Der E-Anteil in der Flotte solle bis 2030 auf mindestens 40 Prozent steigen, heißt es in einer Pressemitteilung der Wolfsburger. Dabei lässt Diess keinen Zweifel daran, dass er die Elektromobilität für die einzig gangbare Zukunftslösung hält: „Auf 200.000 Kilometer Fahrleistung gerechnet braucht ein Elektroauto über den gesamten Lebenszyklus rund 400 Wattstunden pro Kilometer – einschließlich der Herstellung. Es arbeitet damit wesentlich effizienter als andere alternative Antriebe. Der Antrieb per Strom ist drei Mal so effizient wie synthetische Kraftstoffe und auch der Brennstoffzelle deutlich überlegen. Aus unserer Sicht gibt es in der nächsten Dekade keine Alternative zur E-Mobilität.”

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Und Diess wird sogar noch deutlicher: „Technologieoffenheit ist jetzt die falsche Parole und führt nur dazu, den Systemwandel weiter in die Zukunft zu verlegen.“ Es gelte, die politischen und gesellschaftlichen Kräfte auf den Systemwechsel zur E-Mobilität zu bündeln, um die kritische Masse zu schaffen und die nötige Infrastruktur aufzubauen. „Die E-Autos benötigen eine zügige Energiewende. Kohle- und CO2-freier Strom ist ein Muss. Wir rufen Industrie, Politik und Gesellschaft auf, gemeinsam alle Hebel in Bewegung zu setzen, um der E-Mobilität zum Durchbruch zu verhelfen.“ Hört, hört!

Arbeit an eigener Zellfertigung

Was das Investitionsvolumen in die Elektrifizierungsoffensive angeht, spricht Volkswagen weiter von der Mitte November genannten Hausnummer von 30 Mrd Euro. Zur Absicherung der Produktion haben die Wolfsburger Verträge über Batteriezelllieferungen mit LG Chem, SK Innovation, CATL und Samsung SDI laufen. Außerdem prüft der Konzern nach eigener Aussage „intensiv die Beteiligung an einer eigenen Batteriezellenfertigung in Europa“. Wie berichtet, werden diese Pläne angeblich von den aktuellen Lieferanten torpediert.

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Eingebettet hat Volkswagen die E-Offensive in eine breit angelegte CO2-Reduktionsstrategie mit folgenden Zielmarken: Bis 2025 soll der CO2-Fußabdruck der Fahrzeug-Flotte über den gesamten Lebenszyklus hinweg um 30 Prozent gegenüber 2015 reduziert und der CO2-Ausstoß aller Werke um 50 Prozent gegenüber 2010 gesenkt werden. „Volkswagen übernimmt bei den großen Zukunftsthemen Verantwortung – gerade auch beim Klimaschutz“, kommentiert Herbert Diess. Maßgabe dabei seien die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens. Individuelle Mobilität solle aber auch in Zukunft für Millionen von Menschen möglich sein, so der Volkswagen-Chef weiter.

Um die notwendigen Investitionen für die E-Offensive tätigen zu können, mahnt Diess größte Anstrengungen an: „Wir müssen unsere Effizienz und unsere Performance in allen Bereichen weiter steigern.“ Der verschärfte Spardruck werde sich dabei auch in Personalabbau widerspiegeln. Wie die „WirtschaftsWoche“ berichtet, sollen zusätzlich zu den bereits mit dem Betriebsrat vereinbarten 14.000 Stellen bis 2020 in Emden und Hannover nochmals 7.000 Jobs wegfallen. Weitere 5.000 bis 7.000 Arbeitsplätze könnten Insidern zufolge in der Verwaltung gestrichen werden.
automobilwoche.de, wiwo.de, volkswagen-newsroom.com

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7 Kommentare zu “Volkswagen hebt Zielmarke auf 22 Mio E-Autos bis 2030

  1. eCar-Fan & TESLA-Fahrer

    Das ist mit Abstand die interessanteste und glaubwürdigste Ankündigung von Herrn Diess und damit von Volkswagen seit vielen Monaten!

    Die Motivation hier zu hinterfragen kann man an dieser Stelle getrost unterlassen, wichtig ist nur, dass einer (der) größte(n) Automobilhersteller der Welt es jetzt offenkundig ernst und intensiv mit der (Batterie-) Elektomobilität angehen will. Hut ab!

    • Markus Meixner

      Haha, Ihr Kommentar wäre ja zutreffend wenn wir nicht 2019 schreiben würden.

  2. Ingo

    Herr Diess, haben Sie das wirklich gesagt ? Träume ich ? Hurra, endlich geht die Elektromobilität voran. Sehr schön. Ich wünsche uns allen eine Abgas- und Lärm-freie Fahrt.

  3. Rhöni

    Was haltet ihr von dem „Tankdeckel“ an der Seite des VW ID.3 ? Eine praktisch viel bessere Lösung wäre doch wie beim Renault Zoe oder auch beim Golf GTE auf der Vorderseite. Auf öffentlichen Parkplätzen parkt man größenteils längs, sodaß vorbeilaufende Passanten vom nebenstehenden Auto den Tankdeckel oder Stecker leicht abknicken oder den Stecker anknacksen könne. Wenn das mehrfach passiert kann es zu sporadischen Ladefehlern kommen etc.

    • Meine 22kW Wallboxen (2 Stk. von der Sonne und Batterien gespeist) sind an die Seitenwänden in der Garage montiert, so wie die meisten Elektro-Autos gebaut sind. Bald kommt ein Induktionsladeplatte im Boden dazu.
      Für Tifgaragen ohne Seitewände sind Ladestationen an der Vorderwand auch gut.
      Wie wäre es wenn die Montagestelle im Auto als „Option“ von den Autoherstellern angeboten wird?

      • H. Ebel

        Musstest du deine 22 kW-Box bei deinem Netzbetreiber anmelden, um die in der Garage betreiben zu können oder hast du dafür einen eignen Zähler installieren lassen?

  4. hagenuck1

    Von den Zahlen her heißt das, dass die VW-Werke in Emden und Hannover also mehr oder weniger komplett geschlossen werden? Lt. Wiki haben die beiden Standorte zusammen ca. 23.000 Mitarbeiter & VW sagt jetzt sie entlassen 21.000 Mitarbeiter?

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