08.05.2019 - 12:52

Amsterdam erhält smartes Ladenetz namens Flexpower

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Vattenfall und die Stadt Amsterdam betreiben ab sofort gemeinsam unter dem Namen Flexpower ein intelligentes öffentliches Ladenetz in Amsterdam. Es ist in der Lage, die Ladegeschwindigkeit auf den Stromverbrauch und die Erzeugung erneuerbarer Energien abzustimmen.

Insofern ist das System laut den Initiatoren dazu prädestiniert, die verfügbare Netzkapazität optimal zu nutzen. Insgesamt haben sie 456 Ladestationen bzw. 912 Ladepunkte von Vattenfall technisch aufgerüstet und an das intelligente Ladenetz angeschlossen – ein Drittel aller Ladestationen in der Stadt.

Mit im Boot sind neben Vattenfall und der Stadt auch der örtliche Netzeigentümer Liander, das Infrastruktur-Kompetenzzentrum Elaad und die Hochschule für angewandte Wissenschaften Amsterdam. Dem Betriebsstart ging im vergangenen Jahr ein Testlauf mit 52 Ladestationen bzw. 104 Ladepunkten voraus.

Das Lademanagement macht sich folgendermaßen bemerkbar: Die in das Projekt eingebundenen Ladestationen liefern etwas weniger Strom in jenen Stunden, in denen vor allem die Haushalte viel Energie benötigen – etwa zwischen 18 und 21 Uhr – und mehr Strom, wenn der Energieverbrauch niedrig oder viel lokal produzierter Sonnenstrom vorhanden ist. „Um eine zeitweise schnellere Ladung zu ermöglichen, wurde die Kapazität der Flexpower-Ladestationen um 40 Prozent erhöht. Eine normale Ladestation liefert 3 x 25 Ampere. Die Flexpower-Ladestationen können 3 x 35 Ampere liefern und diese intelligent auf die angeschlossenen Fahrzeuge verteilen“, heißt es in einer Mitteilung.

„Flexpower Amsterdam ist ein intelligentes Netz von Ladestationen, das bei Sonnenschein das schnellere Laden von Elektroautos ermöglicht“, unterstreicht Tomas Björnsson, Leiter E-Mobilität bei Vattenfall. Hierbei werde vor allem lokal erzeugter erneuerbarer Strom aus Haushalten in der Nachbarschaft verwendet. „Dadurch verringert sich der Bedarf an Investitionen in das Stromnetz und macht die Lösung für viele Großstädte Europas zu einem Vorbild“, so Björnsson.
vattenfall.com

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12 Kommentare zu “Amsterdam erhält smartes Ladenetz namens Flexpower

  1. Jeff

    3 x 25 Ampere, 3 x 35 Ampere? Wer es gewohnt ist, die Ladeleistung in kW zu beziffern, kann mit dieser Aussage überhaupt gar nix anfangen… Ich zB verstehe nur Bahnhof.

    • notting

      Die Angabe ist so absolut sinnvoll! Das Problem ist, dass es 1-, 2- und 3phasige Lader gibt und eben Ladesäule mit versch. max. Strom, d.h. es gibt viele Kombinationen von der die kW-Zahl abh.

      Beispiele:
      – 1phasig mit max. 20A (Schieflast in D): Max. Ladeleistung 4,6kW da 20A 25A (z. B. „alter“ Hyundai Kona Elektro außerhalb D)
      – 3phasig mit max. 16A: Max. Ladeleistung 11kW da 16A < 25A (z. B. neuer Hyundai Kona Elektro oder ältere Teslas ohne 22kW-Option)
      – 3phasig mit max. 24A: Max. Ladeleistung 16,5kW da 24A 25A (z. B. Renault Zoe oder ältere Teslas mit 22kW-Option).

      Das Zeug hatte ich in der Schule (staatl. berufl. Gymnasium) und war auch Teil eines Leistungskurses (=maximale Abi-Relevanz!) der schon mit der Wahl der Schule festgelegt war. Damals hat man zwar nicht wirkl. daran gedacht mit solchen oder viel höheren Leistungen auf die Art E-Autos zu laden, aber von der Stromversorgung her ist es immernoch exakt die selbe Technik.

      notting

  2. Katharina

    Das ist eine berechtigte Frage und dieser würde ich mich auch gerne anschließen, denn was soll eine Erhöhung bringen, wenn mein Fahrzeug nur 3×16 A also 11 kW laden kann?

    • notting

      Wenn dein Auto 3phasig mit max. 16A kann, merkst du natürl. nur was, wenn der Strom unter 16A fällt. Aber es gibt auch E-Autos, die über Typ2 z. B. 1x32A, 3x32A oder gar 3x 63A (einige wenige Renault Zoe) können, die das bemerken werden.

      notting

  3. Björn

    Das ist in der Tat etwas missverständlich und meiner Meinung nach eher schönes Marketing.

    3 x 25 A = (230 V x 25 A) x 3 Phasen = 17 kW
    3 x 35 A = (230 V x 35 A) x 3 Phasen = 25 kW

    Es gibt aber faktisch kaum Fahrzeuge die größer 11 kW laden können. Der E-Tron nur mit Sonderausstattung, oder der Smart oder alte Zoes, wenn ich da auf dem neusten Stand bin.

    Meiner Meinung nach wird sich die AC Ladeleistung über kurz oder lang ohnehin auf 11 kW einpendeln.

    Trotzdem ist es natürlich toll wenn man die verfügbare Leistung intelligent verteilen kann. Ich frag mich gerade nur wie das dem Kunden angezeigt wird. Vor allem wie ist das preislich. In Phasen hoher Netzlast = geringer Ladeleistung müsste das ja auch beim Preis an der Ladesäule bemerkbar sein. Gibt es dort also variable Ladepreise?

    • Daniel Bönnighausen

      Danke für die Anmerkungen. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass es durchaus deutlich mehr E-Fahrzeuge betrifft. Denn in dem Fall profitieren auch jene Fahrzeuge davon, die einphasig ladend für die volle Ladeleistung mehr wie 25 Ampere benötigen. Und das sind einige.

      Zum letzten Punkt, wie dem Kunden diese wichtigen Informationen vorab angezeigt werden, haben wir nachgefragt. Sobald die Infos vorliegen, wird der Artikel ergänzt.

    • Ralph-aus-Berlin

      Zumindest ist Vattenfall hierzulande nicht gerade günstig und zeichnet sich auch nicht durch besonderes Engagement, im Bezug auf eMobilität, aus.

  4. Sebastian Stelzner

    Ihr vergesst hier noch eine wichtige Sache:
    Die LADESTATION macht 3×25 A mit, nicht der Ladeanschluss! Das heißt die 3x25A teilen sich noch mal auf, wenn ein zweites Fahrzeug angeschlossen wurde. Somit werden eben nicht einmal die maximal möglichen 11 kW der meisten E-Fahrzeuge erreicht, sondern weniger. Mit der Erhöhung kann somit ein einphasig ladendes Fahrzeug (Nissan Leaf, Ioniq etc) immerhin mit voller Ladeleistung laden (6,6 oder 7,2 kW) während ein dreiphasiges Fahrzeug immerhin auf 2 Phasen volle Leistung erhält und nur auf der dritten etwas eingeschränkt läuft bzw auf 2 Phasen volle Leistung erhält (dann ebenfalls um die 7,2 kW).

  5. Reinhard Kersting

    Hallo Freunde der E-Mobilität. Ich habe da noch eine andere Rechnung für Euch.
    In Deutschland gibt es ja das einphasige 230 V Netz und das dreiphasige 400 V Netz. Ich denke das ist in Amsterdam genauso.
    3 x 25 A = (400 V x 25 A) x 3 Phasen = 30 kW
    3 x 35 A = (400 V x 35 A) x 3 Phasen = 42 kW
    Die Ladestationen können also je 30 kW oder 42 kW liefern. Die Gesamtleistung wird dann wieder an mehrer Verbraucher (Batterien) aufgeteilt.

    • Walter

      Reinhard du irrst!
      Die Leistung im Dreiphasennetz berechnet sich wie folgt:
      25A x 230V x 3 = 17,3 kW
      oder
      25A x 400V x (Wurzel 3) 1,732 = 17,3 kW

      Der Grund ist, dass die 400V eine verkettete Spannung zwischen den 3 Phasen ist und der Strom in der jeweiligen Phase ist.

    • Max

      Diese Rechnung stimmt leider nicht: Man rechnet entweder mit 3 Außenleitern á 230 V Leiter-Erd-Spannung oder alternativ mit Wurzel(3) á 400 V Leiter-Leiter-Spannung, was (wenig zufällig) die gleiche Leistung ergibt. Tatsächlich ist mit dem „dreiphasigen 400 V Netz“ das vorliegende Stromnetz bezeichnet, das aus drei Außenleitern mit jeweils 230 V gegen Neutralleiter besteht. Die Angabe „400 V“ rührt daher, dass zwischen je zwei Außenleitern die Spannung 400 V abgegriffen werden kann.

  6. Celt

    Es gibt in Deutschland nur ein Netz und dies ist dreiphasig.

    Wenn man die Spannung zwischen einer Phase und dem Nulleiter misst beträgt diese 230V, misst man zwischen 2 Phasen sind es 400V.

    Ihre Rechnung ist leider nicht korrekt.

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08.05.2019 12:52