21.05.2019 - 15:10

RMV-Tochter Fahma bestellt 27 H2-Züge bei Alstom

Die RMV-Tochtergesellschaft Fahma hat 27 Brennstoffzellen-Züge bei Alstom bestellt. Der französische Hersteller soll die Fahrzeuge vom Typ Coradia iLint 54 bis zum Fahrplanwechsel 2022/2023 liefern. 

Der Auftrag beinhaltet zudem auch die infrastrukturelle Versorgung mit Wasserstoff, die Instandhaltung und das Vorhalten von Reservekapazitäten für die nächsten 25 Jahre. Die Wasserstoff-Versorgung bietet Alstom in Kooperation mit der Infraserv GmbH & Co. Höchst KG an.

Die neuen Brennstoffzellen-Züge ersetzen die bisherigen mit Diesel betriebenen Züge auf den Linien RB11 (Frankfurt-Höchst – Bad Soden), RB12 (Frankfurt – Königstein), RB15 (Frankfurt – Bad Homburg – Brandoberndorf) und RB16 (Friedrichsdorf – Friedberg). Betankt werden die H2-Züge im Industriepark Höchst. Hierfür wird eine Wasserstoff-Tankstelle für Züge die bereits bestehenden H2-Tankmöglichkeiten für Busse und Lkw ergänzen.

Für Hochtaunuskreis-Landrat Ulrich Krebs sind die Brennstoffzellen-Züge im Taunusnetz eine sinnvolle Alternative. „Neben der Elektrifizierung der S5 bis Usingen bieten die Brennstoffzellenzüge für andere noch nicht elektrifizierte Strecken verschiedene Vorzüge“, so Krebs, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des RMV ist. „Die Pendler profitieren von mehr Platz in den Zügen und einer wesentlichen ruhigeren Fahrt, weil das Motorengeräusch der Fahrzeuge aufgrund des Elektroantriebs leiser ist. Das ist auch ein Vorteil für die Anwohner an den Strecken.“ Die neuen Züge verfügen über 160 Sitzplätze. Damit steige insbesondere bei den Zügen im Berufsverkehr die Kapazität auf den Linien im Teilnetz Taunus um bis zu 40 Prozent, heißt es.

„Die Anschaffung der 27 Fahrzeuge ist ein Leuchtturmprojekt der Brennstoffzellenmobilität, über das ich mich sehr freue“, sagt Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). „Der Bund unterstützt diese Investition in klimafreundliche Mobilität, indem er 40 Prozent der Fahrzeugmehrkosten übernimmt, die im Vergleich zu Dieselfahrzeugen anfallen, sowie durch eine anteilige Förderung der Wasserstofftankstelle. Das Projekt hat für das BMVI Modellcharakter. Wir hoffen, dass noch viele weitere Projekte in Deutschland diesem Beispiel folgen werden.“ Das Gesamtauftragsvolumen beziffert sich auf rund 500 Millionen Euro.

Seit September 2018 befinden sich zwei Wasserstoff-Züge im Elbe-Weser Netz in Niedersachsen bereits im regelmäßigen Fahrgasteinsatz. Ab 2021 setzt die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) 14 Coradia iLint auf der Strecke ein. Der RMV ist damit der zweite Aufgabenträger, der mit Hilfe der Fahrzeugbereitstellung über die Fahma auf Wasserstoff-Technologie setzt.
alstom.com

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21.05.2019 15:41