11.06.2019 - 12:48

Norwegen: Explosion an Wasserstoff-Tankstelle

hydrogen-station-h2-station-brand-sandvika

Am Pfingstmontag ist es in Sandvika nahe Oslo offenbar zu einer Explosion an einer Wasserstoff-Tankstelle für Brennstoffzellen-Autos gekommen. Bis die Ursache geklärt ist, hat der Anbieter Nel zehn weitere Stationen geschlossen.

++ Dieser Beitrag wurde aktualisiert. Sie finden die neuen Infos ganz unten. ++

Norwegischen Medien zufolge ereignete sich die Explosion am Montag gegen 17:30 Uhr an der Uno-X-Station in dem Osloer Vorort Sandvika. Personen sollen laut dem Unternehmen keine zu Schaden gekommen sein. In einem Medienbericht ist jedoch von zwei Leichtverletzten die Rede.

„Es ist zu früh, um über die Ursache zu spekulieren“, sagte Nel-Chef Jon André Løkke in einer Telefonkonferenz. „Unser oberstes Gebot ist der sichere Betrieb der von uns gelieferten Stationen. Vorsorglich haben wir zehn weitere Stationen vorübergehend geschlossen, bis weitere Informationen vorliegen.“ Die Stationen, die geschlossen sind, befinden sich laut dem Portal „E24“ in Norwegen, Dänemark und anderen Ländern.

Die Fahrer von Brennstoffzellen-Autos in Norwegen werden in den kommenden Tagen wahrscheinlich einige Schwierigkeiten haben, da Uno-X der führende Anbieter in dem Land ist. Wie lange die H2-Tankstellen außer Betrieb sein werden, ist noch nicht absehbar.

Noch in der Nacht sollen zwei Experten aus Dänemark eingeflogen worden sein, um die Rettungskräfte vor Ort zu beraten und die Behörden bei den technischen Ermittlungen zu unterstützen.

Die Betreiberfirma Uno-X Hydrogen ist ein Joint Venture aus Uno-X, Nel und Praxair. Die betroffene Station wurde im November 2016 eingeweiht und war das erste Exemplar einer neuen Tankstellen-Generation, die Nel entwickelt hatte. Neben einem geringeren Platzbedarf soll sich der Tankstellen-Typ durch eine neue Aufteilung unterscheiden: Wegen der verbesserten Kühlung des Wasserstoffs kann die Pumpe bis zu 50 Meter weit von den anderen Komponenten platziert werden.

Update 12.06.2019: Toyota und Hyundai haben die Auslieferung von Brennstoffzellen-Autos in Norwegen vorerst gestoppt. Das haben verantwortliche Manager beider Unternehmen norwegischen Medien bestätigt. Sowohl Hyundai als auch Toyota bekräftigten, dass sie Wasserstoff grundsätzlich für sicher halten. Der Auslieferungsstopp erfolge vielmehr aus praktischen Gründen, da ohne die Uno-X-Tankstellen das Nachtanken nicht möglich sei. Toyota bot seinen Mirai-Kunden an, für die Dauer der Tankstellenschließung kostenlos ein anderes Auto auszuleihen.

Update 14.06.2019: Laut den vorläufigen Untersuchungsergebnissen konnten erste Bauteile als Ursache für die Explosion ausgeschlossen werden. „Basierend auf dem, was wir auf der Baustelle gesehen haben, können wir den Schluss ziehen, dass weder der Elektrolyseur noch der von Kunden verwendete Dispenser etwas mit diesem Vorfall zu tun hatten“, sagt Geirmund Vislie von der Sicherheitsberatung Gexcon. Bei dem Dispenser handelt es sich um die Zapfsäule, die der Kunde bedient.

Die Station in Kjørbo besteht neben dem Elektrolyseur und dem Dispenser aus einem Niederdruckspeicher, einer Niederdrucktransporteinheit, einem Hochdruckspeicher, verschiedenen Ventilblöcken und der Wasserstofftankstelle selbst. Die Fehlersuche ist somit noch nicht abgeschlossen.

Zudem wurde inzwischen bekannt, dass der Vorfall auch Auswirkungen in Deutschland hat: Vier der rund 70 Wasserstofftankstellen sind außer Betrieb. „Für uns ist die Sicherheit unserer Kunden und der Stationsmitarbeiter das oberste Gebot“, teilt das Betreiber-Konsortium H2 Mobility mit. „Wir haben deshalb bereits am 10.6. als vorbeugende Maßnahme alle Stationen des Herstellers Nel in Deutschland vom Netz genommen.“ Man stehe mit dem Unternehmen „in engem Austausch, um neue Informationen insbesondere zu den Ursachen zu erhalten“.

tu.no (Norwegisch), e24.no (Norwegisch), tu.no (Update 12.06.), nelhydrogen.com (Update 14.06.), h2.live (Update 14.06.)

– ANZEIGE –



Stellenanzeigen

Product Manager eMobility Services (m/w/d)

Zum Angebot

Manager (w/m/d) Ladeinfrastruktur E-Mobilität

Zum Angebot

Standort Planer eMobilität (m/w/d)

Zum Angebot

5 Kommentare zu “Norwegen: Explosion an Wasserstoff-Tankstelle

  1. Frank

    …bei der Rauch- und Feuerentwicklung könnte das auch ein ganz simpler Netztrafobrand sein …. bei einer echter Wasserstoffexplosion dürfte da wohl nicht mehr soviel Hochbau stehen ;o)

    • Benny

      Ich sehe das so wie Frank! Da brennt etwas, Ein Verpuffung wie bei Wasserstoff üblich sieht anders aus!

  2. Thomas Wagner

    Dieser Brand zeigt wie abhängig die Brennstoffzellenfahrzeuge von diesen Tankstellen sind.
    Wenn irgendwo ein HPC Schnelllader abbrennen würde,
    müsste man sein BEV eben zuhause laden oder auf eine
    andere der über 15.000 Stromtankstellen ausweichen.
    Und alles wäre kein Problem 🙂

  3. Dr. Hans-Georg Karmann

    Ich möchte den Kommentar von Frank unterstützen: Wenn es wirklich eine Wasserstoffexplosion gewesen wäre, könnte in der Umgebung so gut wie nichts mehr stehen.
    Wer erinnert sich an die Vorführung einer Knallgasexplosion in der Schule? Das WAR eine Wasserstoffexplosion!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2019/06/11/norwegen-explosion-an-wasserstoff-tankstelle/
11.06.2019 12:48