05.08.2019 - 09:59

Geplantes BMW-Joint-Venture in China vor dem Aus?

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Das Joint Venture Spotlight Automotive von BMW und Great Wall zur Produktion von elektrischen Fahrzeugen der Marke Mini in China droht laut einem Medienbericht zu scheitern. Zu groß seien die strategischen und kulturellen Hürden.

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Wir erinnern uns: Im Juli 2018 hatten BMW und Great Wall Motor eine Vereinbarung zur Produktion von elektrischen Fahrzeugen der Marke Mini in China unterzeichnet. In diesem Frühjahr sickerten weitere Details durch: Spotlight Automotive solle mit Blick auf das neue Werk mit einer Fertigungskapazität von etwa 160.000 Fahrzeugen pro Jahr und einem Investitionsvolumen von 5,1 Milliarden Yuan (rund 670 Millionen Euro) kalkulieren. Das Joint Venture selbst werde von BMW und Great Wall zum Start mit einem Kapital von 1,7 Milliarden Yuan (rund 220 Millionen Euro) ausgestattet. Diese Neuigkeit geht auf einen Bericht des Wirtschaftsblatts „Nikkei“ zurück, das sich auf Great-Wall-Manager Wang Fengying beruft.

Doch jetzt schreibt die „Süddeutsche Zeitung“, dass die Gespräche bereits in Grundsatzfragen festgefahren seien – „manche Insider in München halten gar ein komplettes Scheitern für möglich“, so SZ-Autor Max Hägler. Von langer Hand geplante Reisen von BMW-Ingenieuren zu dem neuen Partner nach China seien abgesagt worden.

In dem Bericht wird gemutmaßt, dass wegen der schlechteren Geschäftszahlen Investitionen genauer geprüft werden – auch der anstehende Chefwechsel könnte eine Rolle spielen. In diesem Umfeld fallen die Reibungsverluste zwischen kulturell so unterschiedlichen Partnern natürlich mehr ins Gewicht: Unterschiedliche Ansichten können dazu führen, dass das Projekt am Ende deutlich teurer wird als geplant. So sollen auch die Ansprüche an die gemeinsame Fahrzeugplattform sehr unterschiedlich sein: BMW wolle nicht von seinen Standards bei Qualität und Sicherheit abweichen, Great Wall aber vor allem kostengünstig produzieren, heißt es in dem Bericht.

In München sei von „enttäuschten Erwartungen“ die Rede und dass „jeder Monat Verzug problematisch“ sei. Was das für die China-Pläne von Mini bedeutet, lässt sich im Moment kaum abschätzen. Spätestens ab 2021 sollten dort Elektro-Minis gefertigt werden – mit dem „Rocketman“ wurde zuletzt sogar eine zweite E-Baureihe ins Gespräch gebracht.

Update 08.08.2019: Inzwischen hat sich Great Wall zu den Problemen bei Spotlight Automotive geäußert: Es sei fraglich, ob das Joint Venture die erforderlichen Genehmigungen für den Bau der geplanten Produktionsstätte erhalten werde. Man halte aber weiterhin an den Plänen fest.
sueddeutsche.de, handelsblatt.com (Update)

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