03.01.2020 - 09:09

TOGG: Erstes türkisches E-Auto soll 2022 debütieren

In der Türkei wurden jetzt Prototypen der ersten Elektroautos präsentiert, die im Land produziert werden sollen. Bei den vorgestellten Fahrzeugen der Marke TOGG (kurz für: Türkiye’nin Otomobili Girişim Grubu) handelt es sich um ein SUV und eine Limousine.

Die Produktion des E-SUV, das mit zwei Batterie-Optionen für 300 bzw. 500 Kilometer Reichweite angeboten wird, soll 2022 in einem Werk in Bursa beginnen. Geplant sind jährlich bis zu 175.000 Fahrzeuge. Die modulare Plattform soll vollständig von TOGG-Ingenieuren entwickelt worden sein und in Puncto Länge und Breite für verschiedene Fahrzeugklassen angepasst werden können.

Bei den weiteren technischen Daten drückt sich TOGG in der Mitteilung unklar aus. So soll es zwei Antriebsvarianten geben, eine mit einem 147 kW starken E-Motor im Heck und eine Allrad-Version (294 kW) mit zweitem Motor an der Vorderachse. Offen ist, ob die Antriebe jeweils an eine der beiden Batterie-Optionen gebunden ist oder ob sie frei kombinierbar sind. Die 147-kW-Version soll in 7,6 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen können, das Allrad-Modell in 4,8 Sekunden. TOGG gibt aber nicht an, ob es sich um die Werte für das C-Segment-SUV handelt oder die Limousine – wahrscheinlicher ist aber das SUV, da dieses zuerst auf den Markt kommen soll.

Werte zur Ladeleistung und Batteriekapazität nennt das Unternehmen nicht, die Ladezeit auf 80 Prozent soll aber bei „weniger als 30 Minuten“ liegen. Es soll ein „State of the Art“-Batteriemanagement geben, zudem wird der Hochvolt-Speicher über eine Flüssigkeitskühlung verfügen. Auf die Batterie gibt TOGG eine Garantie von acht Jahren, eine maximale Laufleistung wird in der Mitteilung nicht genannt.

Zudem soll das erste türkische E-Auto über „Level 2+“-Autonomie verfügen, autonomes Fahren nach Level 3 soll per Over-the-Air-Update nachgerüstet werden können. Beim Design habe sich TOGG von der türkischen Kultur und insbesondere der in Anatolien wichtigen Tulpe inspirieren lassen.

Hinter TOGG (sinngemäß übersetzt als „Türkische Automobil Initiativ Gruppe) stehen fünf große Industrienunternehmen: Anadolu Group, BMC, Kok Group, Turkcell und die Zorlu Holding. CEO des 2018 gegründeten Unternehmens ist der frühere Bosch-Geschäftsführer Gürcan Karakas, COO ist Sergio Rocha, der früher für GM Korea gearbeitet hat.

In dem kommenden 13 Jahren will TOGG mehr als drei Milliarden Euro investieren, unter anderem in das Werk, wo 4.000 Arbeitsplätze entstehen sollen. Die türkische Regierung will unter anderem Steuernachlässe gewähren und hat den Kauf von 30.000 Fahrzeugen bis 2035 zugesagt. Die Türkei ist bereits heute ein wichtiger Auto-Exporteur mit Werken von Ford, Fiat Chrysler, Renault, Toyota und Hyundai. Einen eigenen Autobauer hat das Land trotz staatlicher Bemühungen in den 1960er Jahre nicht etablieren können. Das E-Auto-Projekt, das die wachsende Wirtschaftskraft des Landes zeigen soll, gilt als Wunsch-Projekt des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.
spiegel.de, handelsblatt.com, togg.com.tr (Mitteilung als PDF)

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