06.05.2020 - 09:59

Nissan bietet e-Power-Antrieb auch in Thailand an

Nissan will seinen Range-Extender-Antrieb e-Power bald auch in Thailand einführen und wird die Technik auch dort produzieren. Bisher wird dieser Range-Extender-Antrieb nur in Japan angeboten. Derweil dementiert das Unternehmen den angeblich geplanten Rückzug aus Europa.

Zunächst aber nach Asien: Bei dem e-Power-Antrieb handelt es sich um ein serielles Hybridsystem. Die Räder werden immer von einem Elektromotor angetrieben. Dieser bezieht seinen Strom jedoch nicht direkt aus einer großen Traktionsbatterie, sondern wird von einem Verbrenner mit Energie versorgt, der seinerseits einen Generator antreibt.

Ramesh Narasimhan, Präsident von Nissan Thailand, bestätigte nun, dass die e-Power-Technologie auch in Nissan-Modellen aus thailändischer Produktion (das Werk liegt in Samur Prakan) eingesetzt werden sollen. Er ließ dabei aber offen, um welche Modelle es sich handeln wird. Möglich ist eine e-Power-Version des SUV-Modells Kicks, da dieses auch in Japan mit diesem Antrieb angeboten werden soll. Laut einem Medienbericht wäre auch die Limousine Sylphy denkbar, da das direkte Konkurrenzmodell – der Toyota Corolla Altis Hybrid – ebenfalls als Hybrid angeboten wird.

Im vergangenen Dezember gab es Berichte, dass die e-Power-Technologie auch bald nach Europa kommen könnte, konkret ging es um den Einsatz in dem Kompakt-SUV Nissan Qashqai. Kommentiert wurde dieser Bericht von Nissan nicht.

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In dieser Woche gab es jedoch einen weiteren Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach Nissan bald gar keine Autos mehr in Europa verkaufen werde – weil der japanische Hersteller sich auf Märkte wie Japan, China und die USA konzentrieren wolle. Auf diesen Bericht über den angeblichen Europa-Rückzug hat der Hersteller nun reagiert. Nissan treibe „uneingeschränkt die Stärkung des europäischen Produktportfolios voran“ sagt Guillaume Pelletreau, Geschäftsführer von Nissan Center Europe.

Der Franzose, der auf den zu Sono Motors abgewanderten Thomas Hausch folgte, verweist auf die Markteinführung des Juke im November letzten Jahres und Umbauarbeiten im britischen Werk Sunderland für den Produktionsstart des neuen Nissan Qashqai. „Und nicht zuletzt forcieren wir auch die Elektrifizierung unseres Line-Ups, das wir zudem mit vollkommen neuen Modellen ergänzen werden“, so Pelletreau weiter. Wie das Fachportal „Kfz-Betrieb“ schreibt, soll Nissan auch intern gegenüber den Händlern die Gerüchte dementiert haben.

Die „Automotive News“ skizziert in einem neuen Bericht, wie die Zukunft von Nissan in Europa aussehen könnte. Im Kern soll es dabei um die beiden Modelle gehen, die bereits Pelletreau erwähnt hat: den neuen Juke und den EU-Bestseller Qashqai. Beide Modelle werden in der UK-Fabrik in Sunderland gefertigt. Die restlichen Modelle sollen demnach aus Japan importiert werden, etwa das SUV X-Trail.

Den Informationen der „Automotive News“ zufolge soll aber das Werk in Barcelona verkauft werden. Dort wird unter anderem der e-NV200 gebaut. Die Fabrik in Spanien hatte zuletzt einige Modelle verloren – etwa das eingestellte Kompakt-Modell Pulsar, die Verbrenner-Varianten des NV200 und in Zukunft wird auch noch die dort montierte Mercedes-Benz X-Klasse (auf Basis des Nissan Navara) wegfallen, da Daimler die Baureihe einstellt.

Aus dem Bericht geht aber nicht hervor, was mit dem ebenfalls in Sunderland gefertigten Leaf passieren soll. Und auch die Zukunft des e-NV200 ist unklar – wird die Baureihe eingestellt oder in ein anderes Werk verlagert? Gewissheit wird es aber wohl erst am 28. Mai geben, wenn Nissan seine neue Strategie vorstellen will.
autoindustriya.com, nissannews.com (beide e-Power), kfz-betrieb-vogel.de (Europa-Rückzug), autonews.com (Paywall)

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4 Kommentare zu “Nissan bietet e-Power-Antrieb auch in Thailand an

  1. Vanellus

    Muss man wirklich daran erinnern, weshalb Elektromobilität ihre Berechtigung hat? Das ist die effizientere Energienutzung und die (potentielle) Schadstofffreiheit einschließlich CO2-Freiheit.
    Im Auto den Strom von einem Verbrenner mittels Generator erzeugen zu lassen, versenkt das Pro-Argument „Energieeffizienz“. Von Schadstofffreiheit ganz zu schweigen. Fossile Erdölprodukte sind weiterhin die Energieträger in diesem Modell. Ab damit in die Mottenkiste!

    • Emobilitãtsberatung-berlin K.D. Schmitz

      Mottenkiste? Wird nicht passieren ist gerade neu entwickelt, die Ansichten gehen halt auseinander bei den Herstellern.
      Zum zweiten. Mein Tipp, Nissan wird sich zurückziehen, wir werden sehen.

  2. Vanellus

    Auch neu Entwickeltes kann Unfug sein. Ein Wagen mit Elektromotor, der seine Energie aus Benzin bezieht ist aus meiner Sicht kein förderwürdiges BEV. Dann kann ich doch gleich einen Benziner nehmen. Ist einfacher. Ölwechsel, Tankstellenbesuch und Abgasuntersuchung habe ich auch bei diesem vermeintlichen „e-power-Antrieb“ am Hals.

  3. HAF

    Ok, mit dem Argument von Nissan sind auch fast alle Diesellokomotiven weltweit Elektroloks, da Elektromotoren die Räder antreibt……diese Verbrenner-Elektro-Kombination ergibt Sinn, wo man nicht anders die Kraft übertragen kann (wie bei den o.g. diesel-elektrischen Loks) aber für einen neu entwickelten Mittelklassewagen ist es Ressourcenverschwendung. Wollten wir nicht weg von Erdöl / -gas???

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06.05.2020 09:27