15.06.2020 - 13:41

Britishvolt und AMTE planen Batteriezellenfabrik mit 30 GWh

Die Startups Britishvolt und AMTE Power haben Details zu ihren Plänen genannt, mit Unterstützung der britischen Regierung eine Batteriezellfabrik für E-Autos mit einer Kapazität von 30 bis 35 GWh errichten zu wollen. Die erste Ausbaustufe soll 2023 stehen.

Erstmals angekündigt hatten die beiden Partner das Vorhaben im Mai – seinerzeit allerdings noch mit recht vagen Informationen. Jetzt sind offenbar die wichtigsten Eckpunkte des Projekts spruchreif.

So haben die Initiatoren nun unter 42 möglichen Standorten das Gewerbegebiet Bro Tathan in St. Athan in Wales zum bevorzugten Ort für die Fabrik auserkoren. Der Zeitplan sieht vor, dass die erste Ausbaustufe der Fabrik bis zum dritten Quartal 2023 voll funktionsfähig sein soll. Das Investitionsvolumen dürfte sich bis zu diesem Zeitpunkt voraussichtlich auf 1,2 Milliarden Pfund belaufen, umgerechnet rund 1,34 Milliarden Euro.

Die Batteriezellenfabrik soll nach Angaben von Britishvolt auf mehr als 80 Hektar Land errichtet werden und mit einer Länge von einem Kilometer und einer Höhe von 30 Metern zu den drei größten Einzelstandorten in Europa avancieren. Wert legen die Briten zudem auf eine möglichst umweltfreundliche Batterieherstellung, weshalb „nahe gelegene erneuerbare Quellen von enormer Bedeutung sind“, wie sie in einer begleitenden Pressemitteilung schreiben. So soll in Nachbarschaft des Werks unter anderem eigens ein Solarpark geschaffen werden.

Für Südwales als Standort spricht den Initiatoren zufolge unter anderem die Verfügbarkeit von Fachkräften. Bekanntlich ist in St. Athan auch eine Produktionsstätte von Aston Martin beheimatet. Neben den gut 3.500 Arbeitsplätzen, die unmittelbar in der Fabrik geschaffen werden, rechnet Britishvolt mit ingesamt 10.000 bis 15.000 weiteren Jobs, die in der Region durch Zulieferer und Dienstleister entstehen könnten. Der Schwerpunkt der Produktion soll auf Zellen für Elektroautos und Speicheranwendungen liegen.

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Hintergrund des Großprojekts ist, dass Großbritannien angesichts der wachsenden Abhängigkeit von asiatischen Batteriezellenherstellern und angesichts des Brexit die Wertschöpfungskette für Elektroautos ein Stück weit ins Land holen will. Anspruch sei es, „Großbritanniens weltweit führende Batterie-Forschungsentwicklung und akademische Gemeinschaft zu nutzen, um sicherzustellen, dass das Land seinen kommerziellen und technischen Vorsprung behält“, äußert Britishvolt-Chef Lars Carlstrom. 

Kevin Brundish, Chef von AMTE Power, wird in dieser Hinsicht noch präziser: „Die jüngste globale Krise hat die Bedeutung einer robusten inländischen Lieferkette weiter unterstrichen“, sagte er bei der erstmaligen Ankündigung des Projekts im Mai. Das 2013 gegründete Startup mit rund 50 Beschäftigten verfügt nach eigenen Angaben bis dato über die größte Zellenfertigung Großbritanniens. Im AMTE-Werk im schottischen Thurso werden aber vor allem spezialisierte Zellen in Kleinserie produziert. Für 2023 plant der Hersteller unabhängig von dem oben angekündigten Großvorhaben die Eröffnung einer eigenen Produktionsanlage mit einer Kapazität von 1 bis 5 GWh pro Jahr.

Britishvolt wurde erst im Dezember 2019 gegründet und hat die Errichtung einer britischen Serienfertigung von Batteriezellen im großen Maßstab zu seinem Geschäftsziel erklärt. Unterstützt werden beide Partner durch das in Regierungsauftrag agierende Advanced Propulsion Centre, das Mittel, Kontakte und Know-how zwischen Forschungsunternehmen, Spinoffs und Startups vermittelt. Seit 2013 hat das Zentrum nach eigenen Angaben „mehr als 110 CO2-einsparende Projekte finanziert, an denen mehr als 290 Partner beteiligt sind“.
business-live.co.uk, bbc.com, prnewswire.co.uk, brotathan.wales, britishvolt.com (PDF)

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