06.07.2020 - 11:30

Hyundai liefert erste H2-Lkw in die Schweiz

Hyundai hat nun die ersten zehn Exemplare seines Brennstoffzellen-Trucks XCIENT in die Schweiz geliefert. 40 weitere sollen noch in diesem Jahr folgen, bis 2025 sind insgesamt 1.600 der H2-Lkw für den Schweizer Markt geplant. Zudem ist eine H2-Zugmaschine in Planung.

Ab September sollen die XCIENT-Fahrzeuge dann an Flottenkunden übergeben werden, wie Hyundai in einer Mitteilung schreibt. Da die Koreaner auch von einer „sofortigen Inbetriebnahme“ sprechen, ist vorerst wohl noch eine Testphase angesetzt, bevor die Lkw an die Endnutzer übergeben werden. Die Brennstoffzellen-Trucks werden in einem Pay-per-Use-Modell vermietet, damit die Flottenkunden nicht die hohe Anfangsinvestition tätigen müssen. Einen Kaufpreis nennt Hyundai aus diesem Grund nicht. Das Mietmodell wird von Hyundai Hydrogen Mobility getragen, einem 2019 von Hyundai und H2 Energy gegründetem Joint Venture.

Angetrieben wird der H2-Lkw von einem neuen Brennstoffzellen-Antriebssystem mit 190 kW, bei dem zwei parallel geschaltete 95-kW-Stacks zum Einsatz kommen. Sieben Hochdruck-Wasserstofftanks sorgen für eine Speicherkapazität von knapp 32 kg des flüchtigen Gases. Pro Tankvorgang soll auf diese Weise eine Reichweite von rund 400 Kilometer aufgenommen werden können. Die Dauer eines Tankvorgangs gibt Hyundai mit acht bis 20 Minuten an.

  • hyundai-xcient-brennstoffzellen-lkw-fuel-cell-truck-2019-01-min

Die Schweiz wurde nicht zufällig für dieses Pilotprojekt ausgewählt. Einer der Gründe ist die schweizerische LSVA-Straßensteuer auf Nutzfahrzeuge, die für emissionsfreie Lkw nicht gilt. So sollen die Brennstoffzellen-Lkw auf gleiche Transportkosten pro Kilometer kommen wie ein Diesel-Lkw. Sobald das Projekt in der Schweiz läuft, plant Hyundai, es auch auf andere europäische Länder auszudehnen.

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In dem Projekt soll nicht nur die Alltagstauglichkeit von Brennstoffzellen-Lkw im Liefereinsatz erprobt werden, sondern auch die lokale Erzeugung von grünem Wasserstoff im größeren Maßstab. Hierfür wurde Anfang 2019 eigens das Joint Venture Hydrospider von Alpiq, H2 Energy und Linde gegründet. Im von Alpiq betriebenen Wasserkraftwerk Gösgen soll mit einem Elektrolyseur der Wasserstoff für die Hyundai-Lkw erzeugt werden.

„Der Aufbau eines umfassenden Wasserstoff-Ökosystems, in dem Fahrzeuge wie der XCIENT Fuel Cell kritische Transportbedürfnisse erfüllen, wird zu einem Paradigmenwechsel führen, der die Automobilemissionen aus der Umweltgleichung entfernt“, sagt In Cheol Lee, Executive Vice President und Leiter der Nutzfahrzeugabteilung bei Hyundai Motor.

In der Mitteilung kündigt Hyundai zudem an, neben dem XCIENT eine Sattelsattelzugmaschine zu entwickeln, die auf eine Reichweite von 1.000 Kilometern kommen soll. Die Zugmaschine, die laut den Koreanern auf globale Märkte wie Nordamerika und Europa ausgerichtet ist, soll ein „verbessertes Brennstoffzellensystem mit hoher Haltbarkeit und Leistung“ erhalten.
hyundai.news

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26 Kommentare zu “Hyundai liefert erste H2-Lkw in die Schweiz

  1. Martin Berchtold

    Als mirai Fahrer gratuliere ich Hyundai zu diesem beginnenden Erfolg.
    H2 lebt!

    • Ganzjahresreichweite

      Hyunday zieht eine langfristige Agenda durch. So bringt man Innovationen in den Markt.

      • StromBert

        Ja … als langfristiges Abschreibungsobjekt…. den
        das die auch nur Miese machen ist schon ab Werk klar…

        • Tim

          Ist das Klar ja?. Bist du deren Controler?

    • Harry

      Du kannst das Ding gleich ins Museum stellen… Wasserstoff macht im Flugzeug Sinn, aber nicht auf der Strasse.

      • stephan wermuth

        harry, es ist immer schön die kommentare von richtigen experten zu hören; woher haben sie diese weisheit?
        wasser ist zum waschen da und in zukunft auch zur fortbewegung in der luft (flüssig und dadurch weniger turbulenzen), auf dem land, schifffahrt und zum speichern von übeschüssigem strom.
        dixit stevie

    • StromBert

      Ach… was zahlt den Hyundai drauf?

      Toyota macht 20.000Euro Miese bei jedem Miria…

      • Tim

        Das ganze beginnt auch erst. Selbst Tesla hat Jahrelang mit den Verkauften Autos drauf gelegt.Sie sind nur schon um Jahre vorraus

    • IoniqLm

      Wenn schon H2 auf der Straße, dann im Transportfernverkehr. Bin gespannt, was der Treibstoff ohne Subvention an der Ladestelle kosten wird. Ist er zu hoch, wird es der Markt richten.
      Es ist gut, verschiedene Technologien in der Praxis zu testen. Auch die H2-Technologie kann noch Entwicklungssprünge machen. Wer hatte in den 80er beim erstem E-Golf den heutigen Entwicklungsstand der E-Mobilität vorausgesehen?

  2. Rene

    Na ich weiss nicht so recht Strom -> Wasserstoff ->Verpressung -> Kühlung ->Transport mit Stinkediesel LKW ->Umfüllung in Tank und Lagerung -> wieder mit Verluste in Strom.

    Warum nicht gleich Strom -> Akku -> Motor ist viel effizienter und besser und mit dem neuen LKW Ladestandart mit 3 MW ist der Laster auch in 20Minuten geladen für 1000km.

    • Martin Berchtold

      Warum nicht nur Akku?
      Sonne und Wind, das ist der Grund.
      Zwar scheint die Sonne Tag und Nacht.
      Doch das Wetter auf unserer Erde ist manchmal wolkig, manchmal nicht.
      Und da sich die Erde dreht, ist es in der Nacht Dunkel.
      Somit haben wir sehr oft Zeiten in der mehr regenerative Energie im Netz vorhanden ist als die Verbraucher es benötigen.
      Dann müssen Kraftwerke ihre Produktion drosseln.
      Dazu werden in der Schweiz die Flusskraftwerke genutzt.
      Doch oh weh, der Fluss, der fliesst ja weiter.
      Und so wird gute, regenerative Energie eben verworfen, statt sie zu nutzen.
      Mit Wasserstoff aber, wird diese Energie auch genutzt.
      Durch die Nutzung von H2 im Strassenverkehr wird so ein Beitrag geleistet weniger CO2 und andere Emissionen auszustossen.
      Das ist der Grund.
      Dazu fehlt diese Energie am Ende gar keinem Tesla oder ID.3 Fahrer.

    • Stefan

      Dazu empfehle ich die Fraunhoferstudien… Je nach Rechenansatz kommt man ab dem mittleren Segment und damit auch bei LKWs auf Effiziensvorteile von H2 gegenüber Batterie.

      In Zukunft werden H2 und Batterie so koexistieren wie heute Benzin und Diesel

    • Detlef Schober

      Im Nutzfahrzeug zählt Eigengewicht bzw. NUTZLAST und die Zeit der Wiederherstellung der vollen Reichweite.
      In Regionen mit kalten Jahreszeiten ist die Wärmeerzeugung für Fahrer und Fahrgäste bzw. auch die Klimatisierung in warmen Gebieten zu beachten.
      Derzeit hat im Nutzfahrzeugbereich im Fernverkehr der Elektroantrieb mit aktueller Akkutechnologie keine sinnvolle Chance.
      Auf den Umweltaspekt bei der Rohstoffgewinnung für Akkus will ich nicht auch noch eingehen.

      Also, alles ist wie immer eine Frage der Praxis!

    • Robert

      lustig, 3MW bei einem Unternehmen mit mehreren hundert LKW. Da kannst Du ein Kraftwerk daneben stellen. Oder besser noch die Transportunternehmen sind dann immer bei den Kraftwerken platziert.

      Mit der Menge an erneuerbarem Strom, die Deutschland jährlich abriegelt, könnte die Schweiz versorgt werden, wenn sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar wäre. Wasserstoff ist eine Lösung, um die Versorgungssicherheit zu lösen.

      Immer nur auf den Wirkungsgrad zu sehen hilft nichts. Wir bauen an der Zukunft, da kann man dafür oder dagegen sein und einfach weiter Diesel fahren.

  3. StromBert

    +1

    Wenn man weiss das im Normalfall 99% des Wasserstoffs aus fossilen Grundstoffen erzeugt werden (Fracking Erdgas z.B) ist das ganze ein Witz…

    • Martin

      Heute interessiert doch keinen, das Potenzial für die Zukunft ist Interessant und Wichtig.

    • R. D.

      @StromBert haben Sie gelesen, dass für dieses Pilotprojekt 100% grüner Wasserstoff zum Einsatz kommt? Also Wasserstoff, hergestellt im Elektrolyse-Verfahren mit Strom aus Wasserkraft? Also CO2 Neutrale Herstellung und nicht aus Erdgas mittels Dampfreformation.

      • HarHart

        Ja und? Das ist doch völlig egal wie man die Energie für ein Pilotprojekt herbekommt. Brennstoffzellen sind um Faktor 3 ineffizienter als reine E-Fahrzeug, was soll sich hierbei ändern bei LKW?

      • Wurzel_65

        Die Schweiz wurde aus gutem Grund für die Einführungsphase der weltweit ersten in Serie hergestellten H2 Lkw ausgewählt, nämlich wegen der Möglichkeit den Strom aus Wasserkraft herzustellen. Eine CO2 Neutrale Produktion ist hierbei ein Muss und nicht nur angestrebt. Zur Zeit soll die Reichweite einer Tankfüllung noch 400 km betragen. In naher Zukunft soll Hyundai aber bereits schwere H2 Lkw mit einer Reichweite von 1000 km liefern können.

  4. Tom Steiner

    H2 als Gas macht keinen Sinn, jedoch flüssig gebunden in Methanol (CH4O) auf jeden Fall. Flüssiges Methanol speichert 3x soviel Wasserstoff-Energie wie komprimierter Wasserstoff bei 700 bar bei gleichem Tankvolumen, heisst 3x mehr Reichweite!
    Regeneratives Methanol lässt sich CO2-neutral herstellen, genauso wie Wasserstoff mit erneuerbarer Energie. Zudem könnte biogenes oder atmosphärisches CO2 in einen Kreislauf überführt werden. Eine flächendeckende Lagerung und Distribution wäre mit wenig Anpassungen möglich, also eine zirkuläre sprich umweltfreundliche Ökonomie. => blue.world / methanology.com

    • StromBert

      Quatsch.

      Nohmaliger Energieaufwand zusätzlich zur Hydrolyse = 6-7 mal mehr als bei Akkubetrieb.

      D.h. 6-7x mehr Solar und Windräder … oder teuer und dreckig in Frankreich atomar Erzeugten Strom ….

      • Tom Steiner

        Mein Vergleich zielt auf den Unterschied H2-Ökonomie mit der MeOH-Ökonomie. Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen und ebenso die Gesamtumweltbilanz mit berücksichtigen (Akku-Materialressourcen, Ladestrominfrastruktur, Leistungsgweicht). Eine reine Batteriemobilität ist nicht realistisch und wird zukünftig in Kombination mit flüssigen „Elektrokraftstoffen“ (P2L) abgedeckt werden müssen!

        Das zeigt sich bei einer hypothetischen Berechnung der erforderlichen Ladeleistung:

        Nehmen wir mal an, dass zukünftig rund 20% der PKW in der Schweiz rein batterie-elektrisch fahren sollen. Diese Fahrzeuge nachts aufzuladen (wo kein Sonnenstrom vorhanden ist), z.B. mit einer Wallbox-Ladeleistung von 10kW, würde einen elektrischen Leistungsbedarf von rund 1 Mio. x 10 kW => 10’000 MW erfordern, das entspricht dann 10x AKW Gösgen und ist nicht realistisch. Da hilft auch kein Zuwachs von Leistungskapazitäten bei Festkörperakkus, welche sicher noch anstehen über die nächsten Dekaden.

  5. Swissli

    Endlich geht diese Testflotte mal an den Start.
    Ich zweifle nicht daran, dass die Fahrzeuge tadellos funktionieren werden. Allerdings werden wir wegen des Pay-per-use nie oder spät Kostentransparenz bekommen.
    400 km schaffen natürlich auch bald Batterie-LKW. Langfristig wird es auf die TCO hinauslaufen, und da hat H2 wegen seinem schlechten Wirkungsgrad auch künftig einen grossen Nachteil gegenüber Batterie LKW.
    Aber vielleicht finden H2 LKW eine Nische. Für die 400 km Reichweite in der Schweiz sind sie jedenfalls nicht wirklich nötig.

  6. Werner Rechsteiner

    Sehr schön – ich möchte bei einer Firma arbeiten die solche Fahrzeuge einsetzt. Wo kann ich mich bewerben?

  7. Farnsworth

    Ich habe mir die Frage gestellt, was mit Wasserstoff passiert, der z.B. beim Tanken entfleucht. Wasserstoff ist sehr leicht und steigt in große Höhen. Aktuell verliert die Atmosphäre ca. 3kg Wasserstoff pro Sekunde. Wasserstoff ist sehr flüchtig. Das heißt, dass wenn wir in großem Stil Wasserstoff herstellen davon sich auch ein Teil verflüchtigen wird und sich dem Energiekreislauf entziehen wird.

  8. HarHart

    Falsch, Im Speditionsbereich zählt einzig der Preis. Und da sind E-Autos bei Wartung und Fahrtkosten weit vorne. Anschaffungspreis ist denke ich in der gleichen Größenordnung. Ladeinfrastruktur ist denke ich auch leichter bereitzustellen.

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06.07.2020 11:39