11.08.2020 - 09:38

Nikola erhält Großauftrag für E-Müllfahrzeuge

Nikola Motor hat von Republic Services, dem zweitgrößten Müllentsorgungsunternehmen in den USA, einen Auftrag über mindestens 2.500 Batterie-elektrisch angetriebene Müllfahrzeuge erhalten – mit der Option auf 2.500 weitere.

Die BEV-Müllwagen namens Nikola Refuse sollen mit dem Antriebsstrang des Nikola Tre ausgestattet werden. Es ist geplant, Anfang 2022 mit den Tests auf der Straße zu beginnen und kurz darauf mit der Auslieferung im Jahr 2023 die volle Produktion aufzunehmen.

Die genaue Zuladung des Refuse nennt Nikola in der Mitteilung nicht. Dort heißt es lediglich, dass das Fahrzeug bei einer Tour bis zu 1.200 Mülltonnen leeren können soll.

Der Nikola Tre basiert auf dem Iveco S-Way und ist vor allem für den städtischen Einsatz in Europa gedacht – der Tre wird bei Iveco in Ulm gebaut, für den US-Markt hat Nikola eigentlich andere Fahrzeuge mit Brennstoffzelle vorgesehen. Für den Auftrag der Abfallsammelfahrzeuge, laut der Mitteilung der größte Einzelauftrag der amerikanischen Abfallwirtschaft, hat sich offenbar die Basis des Tre mit seinem vorerst Batterie-elektrischen Antrieb besser geeignet.

Das modulare Batteriesystem des Nikola Tre soll bis zu 720 kWh ermöglichen, diese Angabe macht der Hersteller auch bei dem Refuse. Allerdings wird hier die Reichweite nur mit bis zu 240 Kilometern angegeben, beim Tre wurden bis zu 400 Kilometer genannt. Bei dem spezielleren Einsatz als Müllwagen lassen sich aber das Fahrprofil als auch das Fahrzeuggewicht samt Zuladung besser abschätzen als bei einer E-Zugmaschine mit breiten Einsatzspektrum.

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Früheren Angaben zufolge sollte der E-Antrieb des Tre auf eine Dauerleistung von 480 kW ausgelegt werden. Nun gibt Nikola an, dass die Leistung des E-Antriebs per Software auf 1.000 PS, also 735,5 kW, begrenzt werden soll. Wenn es sich dabei um die kurzzeitig abrufbare Spitzenleistung handelt, könnte die Dauerleistung tatsächlich bei 480 kW liegen. Das maximale Drehmoment soll den früheren Angaben zufolge bei 1.800 Newtonmetern liegen.

Laut Nikola-Gründer Trevor Milton sei der Tre-Antriebsstrang „ideal für den Müllmarkt“, da er dieselben Batterien, Steuerungen, Wechselrichter und E-Achsen verwendet. „Durch die gemeinsame Nutzung der Tre-Plattform können wir die Kosten für beide Programme senken, indem wir dieselben Teile verwenden“, so Milton.

Auch Nikola-CEO Mark Russell sieht in dem Refuse einen „Game Changer“ – auch wegen der Eigenheiten des amerikanischen Markts. „Kunden von Müllwagen haben Chassis immer bei Lkw-Herstellern und Karosserien bei anderen Lieferanten bestellt“, sagt Russell. „Nikola hat das Chassis und die Karosserie vollständig integriert und beide mit einer einzigen Werksgarantie abgedeckt.“

Republic Services hat sich nach eigenen Angaben zum Ziel gemacht, die Treibhausgasemissionen langfristig um 35 Prozent zu senken und will daher in eine Erneuerung seiner Flotte investieren. Von den E-Fahrzeugen erhofft sich das Unternehmen zudem bekannte Vorteile wie den leisen und lokal emissionsfreien Betrieb, das bessere Fahrverhalten mit dem sofort zu Verfügung stehenden Drehmoment und das regenerative Bremsen sowie die niedrigeren Wartungskosten.
insideevs.com, nikolamotor.com, republicservices.com

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3 Kommentare zu “Nikola erhält Großauftrag für E-Müllfahrzeuge

  1. JK

    Solange da nicht mal langsam ein marktreifes Produkt auf den Markt kommt sehe ich schwarz für Nikola. Milton kündigt an und zwar schon lange und es kommt einfach garnichts… Dann dieser komische Börsengang, das Abziehen von Geld aus der Firma. Alles ganz ganz komisch. Schauen wir mal

    • Christof Liechti

      Naja, Aktien von Nikola würde ich zur Zeit nicht kaufen. Doch die Verträge mit MAN und Rebublic Services währen kaum zum Abschluss gekommen, wenn gar nichts hinter Nikola stehen würde. Auch bei Tesla hat mir zu Beginn das Vertrauen in die vollmundigen Versprechen gefehlt. In ein paar Jahren werden wir es wissen.

  2. Jensen

    Das ist schwer zu beurteilen, ob es sich um Kaufverträge, Absichtserklärungen oder Optionen handelt und ggf. zu welchen Bedingungen da etwas vereinbart wurde. Für mich eher nicht vorstellbar, dass ein Auftraggeber „notarfest“ eine so große Anzahl Fahrzeuge so zeitig beauftragt, bestellt oder was auch immer ohne ein Serienfahrzeug Realtests ausgesetzt zu haben. Wir werden sehen, was da in den nächsten Jahren passiert.

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11.08.2020 09:59