27.10.2020 - 15:59

Deutsche Industrieverbände kämpfen für Wasserstoff und E-Fuels

Deutsche Industrieverbände zünden in ihrem Kampf um den Einsatz von synthetischen Kraftstoffen und Wasserstoff im Verkehr die nächste Stufe: In einer gemeinsamen Mitteilung attackieren VDA, MWV, DWV und VDMA den Kurs des Bundesumweltministeriums zur nationalen Umsetzung der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie scharf.

Passend dazu wurde parallel eine vom Mineralölwirtschaftsverband MWV in Auftrag gegebene Studie veröffentlicht, der zufolge „bisherige Analysen zum Effizienzvergleich von Elektromobilität und erneuerbaren Kraftstoffen häufig weitere wichtige energiewirtschaftliche Aspekte außer Acht“ lassen.

Zunächst aber zu der Mitteilung von VDA, MWV, DWV und VDMA. Die Umsetzung der EU-Richtlinie zu erneuerbaren Energien im Verkehrsbereich hatte bereits in der vergangenen Woche für Schlagzeilen gesorgt, als sich VW in einer Stellungnahme zu dem entsprechenden Gesetzentwurf aus dem Bundesumweltministerium (BMU) von der VDA-Forderung nach höheren Zielvorgaben distanziert hatte. Nach der Auffassung von Volkswagen werden „die sogenannten Potenziale dieser Alternativen beim flüssigen Kraftstoff im allgemeinen massiv überschätzt“. Die Herstellung synthetischer Kraftstoffe aus überschüssigen erneuerbaren Energien sei „aufwändig, kostenintensiv, wenig klimaeffizient und mit geringem Wirkungsgrad“.

Den VDA haben diese Aussagen seines größten Mitglieds aber nicht von seinem Kurs abgebracht. In der Mitteilung mit dem Deutschen Wasserstoff- und Brennstoff­zellenverband (DWV), dem Mineralölwirtschafts­verband (MWV) und dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) bezeichnet der VDA das Ziel, wonach Deutschland eine global führende Wasserstoff-Industrie aufbauen solle, als „ernsthaft gefährdet“. Grund für diese Einschätzung ist die Haltung des BMU. Nach Ansicht der vier großen Industrieverbände führt der Referentenentwurf zur nationalen Umsetzung der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II), in die falsche Richtung und solle daher gestoppt werden.

Kern der Vorwürfe: Der Gesetzesvorschlag schaffe weder die Rahmenbedingungen für den Markthochlauf einer deutschen Wasserstoffwirtschaft, noch führt er zu zusätzlichen CO2-Einsparungen im Verkehr. Somit ignoriere er „faktisch“ die Nationale Wasserstoffstrategie.

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Heißt aber auch: Anstatt sich auf die Batterie-elektrische Mobilität zu konzentrieren (also der Kurs von Volkswagen), um so die Klimaziele der EU bis 2030 zu schaffen, halten die vier Verbände das nur für möglich, wenn auch synthetische Kraftstoffe eingesetzt werden können. Den Verbänden geht es aber nicht nur um die Klima-Ziele: Zudem fürchten sie, dass das BMU mit dem Entwurf „hunderttausende Arbeitsplätze“ gefährde. Selbst für Lobby-Verbände ist dieser Vorwurf harter Tobak.

Interessant ist auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung: Laut einem Bericht der „Welt“ soll am Mittwoch bei der Vorstandssitzung des VDA ein „Haltungswechsel“ beschlossen werden – der Industrieverband will seinen Widerstand gegen schärfere CO2-Vorgaben der EU offenbar aufgeben. Verknüpft mit der Bedingung, dass die Politik die Rahmenbedingungen schaffe – also etwa den zügigen Ausbau der Ladeinfrastruktur. Aber auch, nicht bei der propagierten „Technologieoffenheit“ zu bremsen. Schließlich sind im VDA nicht nur die Autobauer organisiert, sondern auch unzählige Zulieferer, die sich teilweise auf bestimmte Verbrenner-Komponenten spezialisiert haben und somit in den E-Fuels eine Überlebenschance für das eigene Geschäftsmodell sehen. Ein Umstand, den etwa VW-Chef Herbert Diess scharf kritisiert. „Viele Industrieverbände verteidigen den Status, weil sie Interessen vertreten“, sagte Diess vor der VDA-Sitzung dem „Tagesspiegel“.

Übrigens hatte der VDMA im Juni eine eigene Studie veröffentlicht, wonach in Europa bis 2040 bis zu 68.000 Jobs rund um die Brennstoffzelle entstehen könnten. Die von FEV Consulting durchgeführte Studie ging aber auch davon aus, dass bis 2030 das Batterie-elektrische Auto das Rennen macht und die Brennstoffzelle erst in der Folge höhere Marktanteile erreichen kann. Wie dann bis 2030 die EU-Klimaziele mit den dann noch geringen Anteilen an Wasserstoff-basierter Mobilität erreicht werden sollen, erklärt der VDMA nicht.

Müller: Keine Alternative zur Doppelstrategie

VDA-Präsidentin Hildegard Müller betont, dass Kunden bereits heute unter 70 E-Fahrzeugen deutscher Hersteller wählen könnten, bis 2025 sollen es mehr als 150 sein. „Zugleich arbeiten wir an der Marktreife für E-Fuels und Wasserstoff. Auch der moderne Verbrennungsmotor hat Zukunft“, so Müller. „Wir brauchen E-Fuels und Wasserstoff aus nachhaltigen Energiequellen, um auch bei den Millionen Pkw im Bestand die Klimaziele zu erreichen. Und es wird auch neue, sparsame Pkw und Lkw mit Verbrennungsmotor geben.“ Zu der Doppelstrategie gebe es keine Alternative, wenn man die Klimaziele erreichen wolle.

Die Veröffentlichung der gemeinsamen Mitteilung erfolgt nur einen Tag, nachdem der MWV gemeinsam mit dem UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen eine eigene Studie veröffentlicht hat, die auf Basis eines „gesamtheitlichen Effizienzvergleichs“ das schlechte Image der E-Fuels aufbessern soll. Während in der „konventionellen“ Betrachtung Batterie-elektrische Autos um den Faktor 5,4 effizienter seien als Verbrenner mit E-Fuels, sinkt dieser Faktor in der Studie des MWV je nach Energiequelle nur noch auf 1,1 bis 1,6.

Hintergrund des „gesamtheitlichen Effizienzvergleichs“: Die „extremen Unterschiede“ der Erträge von Solar- oder Windanlagen würden „je nach Standort völlig ausgeblendet“. Die selbe Solaranlage würde in Deutschland nur 40 Prozent der Strommenge liefern, die sie im Jahr erzeugen könnte, wenn sie in Nordafrika aufgestellt wäre. Diesen höheren Stromertrag könne man nutzen, um dort Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe zu erzeugen und nach Deutschland zu importieren.

Wie effizient, sauber und bezahlbar sind importierte E-Fuels?

Das Szenario, dass der MWV hier zeichnet, basiert aber auf einigen Annahmen. Zum einen müsste in den kommenden Jahren ein Weltmarkt für grünen Wasserstoff entstehen – was die Verbände zumindest für Deutschland ja gefährdet sehen. Zum anderen müsste der Import gesichert werden – schließlich hängt dieses Modell davon ab „hochertragreiche Standorte zur Produktion von Wind- und Solarstrom weltweit zu nutzen“ und die strombasierten Kraftstoffe dann zu importieren.

Das wird in der Studie aber mehr oder weniger als gegeben hingenommen. In welchen Kapazitäten aber Solar- und Windkraftanlagen rund um die Welt errichtet werden können, ohne dass lokale Interessen wie Naturschutz oder der Eigenbedarf berücksichtigt werden, geht daraus nicht hervor. Zudem existieren noch keine großindustriellen Anlagen zur E-Fuel-Produktion. Sollte der Wasserstoff oder das Methanol dann wirklich in Deutschland (und nicht in einem Preis-Wettbewerb in anderen Staaten) landen, ist immer noch nicht klar, zu welchem Preis ein Liter E-Fuel hierzulande an einer Tankstelle verkauft werden könnte – oder ob lokal erzeugter Strom in einer Batterie für den Endkunden nicht attraktiver ist.

Natürlich verwundert es kaum, dass die Mineralölwirtschaft die aktuelle politische Lage mit der starken Förderung Batterie-elektrischer Autos für falsch hält. Aber ob ein Windrad in Patagonien – wie in der Studie vorgeschlagen – wegen seiner höheren Strommenge pro Jahr jemals Energie für ein in Deutschland fahrendes Auto liefern wird, ist mehr als fraglich. Die Erzeugung mag dort effizienter sein als auf der Nordsee oder im Hunsrück, aber zum einen wird es auch in Südamerika einen Eigenbedarf an erneuerbaren Energien geben, zum anderen scheint der Transport des Wasserstoffs oder Methanols von einer der entlegensten Gegenden der Südhalbkugel nach Europa nicht gerade effizient – auch wenn es sich gut damit in Beispielen rechnen lässt.
vda.de (Mitteilung von VDA, MWV, DWV und VDMA), mwv.de (Studie zu E-Fuels), welt.de

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15 Kommentare zu “Deutsche Industrieverbände kämpfen für Wasserstoff und E-Fuels

  1. Michael

    Man kann doch für die Speicherung von Strom jede Menge Technik und Maschinenbau brauchen. Die Engländer bauen einen Giga-Stromspeicher mit Flüssig-Luft-Technik, es ist also jede Menge zu tun. Und bei uns will man zwanghaft unrentable Verbrennertechnik am Leben halten. In ein paar Jahren ist das vorbei. Der Geldbeutel setzt sich durch.

    • Markus Wolter

      “Die selbe Solaranlage würde in Deutschland nur 40 Prozent der Strommenge liefern” Wer nicht erzeugten Solarstrom wie einen Verlust rechnet, dem ist nicht mehr zu helfen. Wenn die Herrschaften es mit der Technologieoffenheit ernst meinen würden, könnten sie ja ein hohe CO2-Abgabe vorschlagen. Wäre total einfach. Aber dann wäre es mit den Verbrennern und diesen ganzen Fake-Alternativen noch schneller zu Ende.

  2. Reiter

    Die Verbände der Feigen wissen es also besser. Wieviel Milliarden werden konkret wann, wo, mit welcher Kapazität geplant und gebaut?

    Bei angestellten Chefs mit so hohem Innovationsgeist glaub ich natürlich sofort die Märchen aus dem Wunderland.

  3. StromBert

    Efuel,Synfuels,Wasserstoff… Lobbygewäsch.

    Das BEV ist da und setzt sich durch..und das schneller als alle dachten.

    Und da unsere tollen deutschen Manager das nicht so haben kommen sehen trotz üppigster Boni und Gehälter ist das „böse Elektroauto“ natürlich den Umsatzerwartungen und Absatzmärkten konträr… sie haben nichts .. oder nicht viel. Ebenso die Öl- und Gasindustrie. Ohne Wasserstoff und Efuels sind sie ín 10-15 Jahren unter 20% ihres jetzigen Absatzes… da muss doch über die Lobbyverbände was gehen…..

  4. Der Statistiker

    Tja, die Felle schwimmen immer schneller davon. Das letzte Aufbäumen hat begonnen…

    • John

      Brennstoffzellentechnologie wurde in der Studie nicht betrachtet. Diese würde den in der Studie beschriebenen Vorteil der globalen H2 Erzeugung nutzen und den Effizienznachteilen der EE Fuel Synthese ausweichen. Es gibt sicher einen Markt für EE Fuels. Wahrscheinlich aber eher in der Luft und ggf. bei militärischen Anwendungen.

  5. Sepp Mair

    VW hat die letzten Jahre viel verbockt, aber ist wohl auf dem richtigen Weg und hat begriffen dass Verbrenner keine Zukunft haben egal welcher Brennstoff und Wasserstoff wird es wohl auch nicht bringen.
    Die Zukunft wird wohl elektrisch mit Batterie sein, wer die beste Batterie baut wird wohl das Rennen machen.
    Deutschland hat schon zuviel Technik Vorsprünge (PV, Winkraft, usw.) verloren, damit auch viele Arbeitsplätze.
    Die deutsche Auto Industrie wird der nächste Verlierer sein wenn Sie so weiter macht.

  6. Hannes

    Argumentation auf der einen Seite gegen BEV: “Wo soll der ganze Strom herkommen zum Laden, soviel grünen Strom gibt es nicht….”

    Argumentation für e-fuels, Wasserstoff etc.: “Wir nutzen einfach den überschüssigen Ökostrom!” – obwohl bei jeder Umwandlung Verluste enstehen und alleine eine FCEV Auto 3x mehr Strom benötigt für 100km als ein BEV.

    Wenn wir so weitermachen, wird die deutsche Autoindustrie daran scheitern, dass wir die Zeit zum Handeln mit sinnlosen Diskussionen vergeuden und versuchen Studien zu fingieren, die den Verbrennungsmotor hochleben lassen (siehe Hans-Werner Sinn etc.), während wir schon längst links und rechts überholt wurden.

    • John

      Ist nicht ganz so einfach. Wir brauchen Langzeitspeicher für Ökostrom. Dafür eigenen sich keine Batterien.
      Bitte auch mal über die Steckdose hinausdenken.
      Wenn wir große Energiemengen über lange Zeit speichern wollen sollten wir auf hochverfügbare Elektrodenmaterialien setzen und bei der Rückverstromung z.B. die H2/Luft Batterie nutzen.

      • gerd

        Rückverstromung muß aber dann auch in Groß sein. Damit wird auch die Abwärme z.B. als Fernwärme nutzbar. das ganze im PKW macht keinen Sinn..

    • Hans Herbert

      Dem stimme ich zu. Ich glaube aber, die deutsche Automobilindustrie wird am schnellsten lernen, wohin die Reise geht. Die kann nur in Richtung Benutzerfreundlichkeit gehen, und schließlich und endlich geht es um die Preise. Die eigentlichen Hazardöre sind die Ölindustrie etc., die ihre Pfründe in Form von staatlichen Subventionen gerne beibehalten wollen. Den Zahn müssen wir ihnen aber leider ziehen.

  7. Scotty

    Die Deutsche Industrie hat insgesamt schon verloren, da sie sich viel zu Stark auf die eigene Schulter klopft, und immer wieder total arrogant davon ausgeht, das andere nichts können.
    Dabei Verkauft sie ein Patent nach dem anderen ins Ausland, und macht sich somit immer abhängiger.
    Aber Hauptsache Geld verdient, jetzt, sofort, scheißegal was in Zukunft aus unseren Kindern wird, Hauptsache den Bossen geht es gut.

  8. Werner

    Am Ende kann die Politik, allerdings das Steuer in die falsche Richtung drehen.

    Nicht immer gewinnt das klar bessere Sytem.

  9. Andreas

    Ich finds so herrlich: die Milliardeninvestitonen die dazu bei unsern “verlässlichen Freunden und Partnern” in Nordafrika notwendig würden – wie bringen wir die dahin? Erst mal die Kavallerie schicken? Oder besser Drohnen? Oder noch ne Welle westliche Werte über FB? Gerade wieder Farbenrevolte im Sonderangebot?

    Oh, wait – das ist ja die Mineralöwirtschaft, das lief bei denen ja schon immer so.

  10. EnergischJo

    30.10.2020

    Wow!

    Das war knapp! Endlich eine seriöse Studie die den Verbrenner rettet! Rettung in allerletzter Sekunde…
    Schnell die Verlinkung aktiviert und die Studie als PDF heruntergeladen und angesehen:

    Ohhh… Der Verfasser ist eine GmbH??? (Frontier Economics Ltd.), es wird nur eine MEINUNG geäußert!
    (steht halt so, unscheinbar, im Impressum der “Studie”. Gleicher Schmäh wie die famosen Herren Buchal und H.W. Sinn in ihrem Papierl. Nach einer “Peer Review” brauchen wir wohl nicht mehr zu fragen)

    Ohhh…Es gibt wieder einmal ein tolles neues Framing: Der weltweit gesehen optimalste Energiegewinnungsort ist Messlatte für alle anderen: Das wäre so als ob Donald Trump mit seinem Gas- und Ölfracking sofort aufhören muss, denn es gibt so lupenreine Demokratien wie Saudi Arabien wo das Öl- und Gasgewinnen um ein vielfaches billiger geht – nur wer traut sich ihm das vorzuschreiben?

    Ohhh…Der Treibstofftransport (PV, PV+Wind) aus so stabilen Ländern wie Mali, Somalia, Sudan, Nigeria, Lybien, Afghanistan, Iran, Irak ist zwar auf der Weltkarte markiert, aber: soll das so toll laufen wie bei Desertec oder wurden da schon rechtssichere Lieferverträge mit diesen Ländern geschlossen? Darf der IS auch mitnaschen wie im nahen Osten? Also, da will ich lieber meinen Strom aus Mitteleuropa von heimischen Quellen, mir reichen die einheimischen Wutbürger auch schon!
    Ohhh…Die “Studie” wurde im Auftrag von Mineralölvereinen (e.V.) erstellt, wird aber von VDA-Präsidentin, Frau Müller, mitgetragen: Da werden sich die (derzeit) noch verbliebenen PV- und Windkraftanlagenhersteller aber riesig freuen dass sie im Inland gefälligst nichts mehr zu melden haben sollen. (VDA=Verband deutscher Anlagenbauer: Gehören da die Erneuerbaren nicht auch dazu? Aber: der Sektor hat halt keine Zukunft in Deutschland ;o)) )
    Vor ca. 20 Jahren hat so ein ähnlicher Verein wie Frontier Economics bei einem Vortrag im Bundestag alle dort zuhörenden Abgeordneten verarscht in dem er bei einem Emissions/Effizienzvergleich die Wasserstoffautos mit Windstrom schöngerechnet hat gegen die Elektroautos, denen der dreckigste Braunkohlestrom, den Deutschland zu bieten hat, hineingerechnet wurde. Bis das aufflog war die tolle Wasserstoff-Förderung schon beschlossen und wurde auch nicht mehr aufgehoben. Es ist schon immer gut die Vortragsunterlagen möglichst nicht, im Notfall der Einforderung aber so spät wie möglich bereitzustellen. Faktencheck ist nicht nötig, Vertrauen genügt doch.
    Leider sind die Medien auch schon so kritisch und stellen lästige Fragen, am besten missbraucht man halt VDA und Co. für diese Art der Informationspolitik und hofft wohl dass die schönen Grafiken viral gehen über so seltsame Konstruktionen wie EIKE oder ähnliches (Dem Hans Werner Sinn könnte es noch gefallen, seit er emeritiert ist lässt er sich zu jeder publicityträchtigen Aktion hinreissen die einen Sturm im Blätterwald verspricht.

    Eine große Sorge habe ich: Wie in der “Animal Farm” von George Orwell die geplagten Tiere unter der Knute der hinterlistigen Schweine den “Großen Turm” bauen müssen der dann wegen gravierender Mängel krachend zusammenstürzt so keuchen die Verbrennersklaven (und Steuerzahler) beim Bau des “Großen Wasserstoff” und seinem Abkömmling, dem “Großen E-Fuel” bis zur Erschöpfung und Erkenntnis, dass es nur die Altlobbys und Drehtürpolitiker wollten um das alte System zu retten, egal wie hoch der Preis und die Zerstörung für alle folgenden Generationen ist.

    Dem ist entschieden entgegenzutreten und zuzurufen: Gehet zu Fuss, fahret Rad, fahret öffentlich – und – so ihr es bezahlen wollet: Fahret batterieelektrisch. Wer weiter als 300 km individuell fahre der sei der Teufels…

    So, nun aber im vollen Ernst: Gemmas an…

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2020/10/27/deutsche-industrieverbaende-kaempfen-fuer-wasserstoff-und-e-fuels/
27.10.2020 15:53