22.10.2020 - 13:43

Künftige Förderpolitik: VW distanziert sich rabiat vom VDA

In einer Stellungnahme zu einem Gesetzentwurf aus dem Bundesumweltministerium, der die EU-Richtlinie zu erneuerbaren Energien im Verkehrsbereich umsetzen soll, stemmt sich Volkswagen gegen die vom VDA propagierten höheren Zielvorgaben für Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe.

Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“, der die von Volkswagen und dem VDA eingereichten Stellungnahmen vorliegen. Nach der Auffassung von Volkswagen werden „die sogenannten Potenziale dieser Alternativen beim flüssigen Kraftstoff im allgemeinen massiv überschätzt“. Die Herstellung synthetischer Kraftstoffe aus überschüssigen erneuerbaren Energien sei „aufwändig, kostenintensiv, wenig klimaeffizient und mit geringem Wirkungsgrad“. Und Überlegungen, aus erneuerbarer Energie grünen Wasserstoff herzustellen, der dann wiederum Autos antreiben könnte, erklärt VW kurzerhand für „unsinnig“: Für die individuelle Mobilität per Pkw sei der Wasserstoff „viel zu kostbar“. Der werde etwa zum Umbau von Industrien wie Stahl, Chemie oder Zement gebraucht.

Zum Hintergrund: Das Umweltministerium arbeitet aktuell an einem Gesetz, um die EU-Richtlinie zu erneuerbaren Energien im Verkehrsbereich umzusetzen. In diesem Zuge will das Ministerium den Anteil der erneuerbaren Energien im Verkehrssektor bis 2030 festlegen – und auch deren Förderung steuern. Nachdem das Ministerium Ende September einen ersten Entwurf vorlegte, erhielten die Verbände Gelegenheit zur Stellungnahme.

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, geht die Stellungnahme des VDA in eine völlig andere Richtung als die ihres größten Mitglieds. Demnach fordert der Lobbyverband sogar höhere Zielvorgaben für Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe als im Gesetzentwurf bislang angestrebt. Der Verband hält einen Einsatz „in allen Transportanwendungen“ für möglich.

ZF

Der offenkundige Dissens entzündet sich also offenkundig an der Systemfrage, ob der klassische Verbrennungsmotor noch eine Zukunft hat. Während H2-Pkw und synthetische Kraftstoffe etwa in BMW und Zulieferer Bosch starke Befürworter haben, ist Volkswagen lautstarker Verfechter der Batterie-elektrischen Mobilität. Die Wortwahl aus der oben zitierten Stellungnahme legt nahe, dass Konzernchef Herbert Diess im Richtungsstreit um die Antriebstechnik von morgen keiner Konfrontation aus dem Weg gehen wird.

Interessant ist vor dem Hintergrund, dass ausgerechnet Volkswagen-Tochter Porsche erst kürzlich angekündigt hat, die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe vorantreiben zu wollen. Mit Elektro allein komme man nicht schnell genug voran, wird Entwicklungschef Michael Steiner in der entsprechenden Mitteilung zitiert. Wie diese Haltung mit der Philosophie des Gesamtkonzerns zusammenpasst, ist unklar. Gut möglich, dass Porsche sich das unter dem Volkswagen-Dach nur als besonders ertragreicher Premium-Hersteller abseits vom Volumenmarkt erlauben darf.
sueddeutsche.de

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43 Kommentare zu “Künftige Förderpolitik: VW distanziert sich rabiat vom VDA

  1. Thomas Wagner

    Da kann man VW nur recht geben !
    Es wird aus den von VW genannten Gründen auf absehbare Zeit keine Alternative zum Elektroauto geben.

  2. Hans Herbert

    Nun, Porsche ist die inoffizielle Kernmarke des ganzen VW-Unternehmens. Da können sie schlecht rumpelig damit umgehen. Wenn es darum geht, einer unsinnigen Technologie den Hof zu bereiten, sprechen sie von “Technologieoffenheit”. Dann aber werden “Zielvorgaben für Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe” gemacht. Frau Merkel sollte sollte sich lieber um eine sinnvolle Novelle ihrer katastrophalen EEG-Verordnungen kümmern.

  3. Marcus

    Bravo VW, mal etwas richtig gemacht, auch wenn DIESS mit Eigeninteresse einhergeht. Wo sie recht haben, haben sie Recht.

    • Hermann

      Natürlich hat VW ein Eigeninteresse. Und woher kommt dies? VW hat erkannt, dass H2 und (noch sehr viel stärker) E-Fuels einen extrem schlechten Wirkungsgrad haben und, nebenbei bemerkt, auf Grund des sehr viel höheren Stromverbrauchs, auch sehr viel teurer sein werden. Und das wird sich auch nicht ändern.
      Deshalb ist VW der Meinung, dass BEV’s die beste Lösung sind und hat sich dementsprechend aufgestellt. Auch langfristig nicht wettbewerbsfähige Techniken zu unterstützen ist Dummheit.

      • H.Dorsch

        Dem kann man als Physiker nur zustimmen.
        Auch Politiker sollten rechnen können:
        Wirkungsgrad H² liegt aktuell bei unter 40% (bestenfalls)
        Von den Problemen mit einem einzigen Funken das Ganze sofort zur Explosion zu bringen will ich gar nicht reden, Dagegen ist Benzin und Diesel eher ein Löschmittel …

  4. Max

    Aus bisherigen Meldungen dazu wird klar, dass Porsche deshalb ein großes Interesse an synthetischen Kraftstoffen hat, weil ihre Fahrzeuge sehr lange Lebensdauern haben. Sinngemäß: “Unsere Kunden wollen in Zukunft einen Kraftstoff haben, mit dem sie ihre Classic Cars betreiben können, ohne als Umweltschweine zu gelten.”

  5. Mike

    Solche Aussagen lassen mich dazu tendieren, mein naechstes Fahrzeug bei VW zu kaufen. Sie sind offenbar die einzig Vorwaertsgewandten der deutschen Automobilindustrie.

    • H.Dorsch

      Naja – das kann man auch anders sehen:

      2012 hat BMW den i3 entwicklet und Tesla war noch eher dran mit dem Roadster ca 2005.
      Wenn 2019 andere Firmen den Strom entdecken, kann man wohl nicht deswegen eine Kaufentscheidung daran knüpfen weil sie besonders innovativ wären …

      Im Falle BMW und VW ist ja auch so zu sehen, dass Hr. Diess sich seine Erfahrungen bei BMW erarbeitet hat …
      Trotzdem habe ich höchste Achtung vor seiner Courage und fahre sehr gerne seine erste Serienentwicklung den BMW i3.

  6. Driver

    73% BEV, 22% FCEV, 13% eFuel: Das sind die Gesamt-Wirkungsgrade der Systeme. Wir haben keinen Platz für Energieverschwendung! VW hat recht!

    • Heinz Scherer

      In einer umfangreichen Studie von Agora Energiewende mit Fassung 3/2018 kommt ein BEV zu einem Wirkungsgrad von 69% und ein FCEV zu 26% (Faktor 2,8). Die geht aber von 70% el. Wirkungsgrad des Elektrolyseurs aus und berücksichtigt die Wärmenutzung nicht. Geht man aber von derzeit machbaren 85% el. Wirkungsgrad aus. Kommt man schon auf 32% statt 26% (Faktor 2,2). Berücksichtigt man noch die Wärmenutzungsmöglichkeit von 5-10% durch Sektorenkopplung und berücksichtigt man noch die Wärmenutzung im Fahrzeug (Winter), dann kommt man nur noch auf 40-50% Mehrverbrauch an Energie. Berücksichtigt man dann noch den Energieverbrauch bei der Herstellung (Akku vs. Brennstoffzelle), dann hat sich das Thema Energieverschwendung in Luft aufgelöst. Man muss in Gesamtzusammenhängen denken und bewerten.

      • Monstergruppe

        Schön wie sich anscheinend alle Probleme in Wohlgefallen auflösen… oder Luft, oder besser Wasser?

        Schön-rechnen/reden hilft hier leider nicht. Wärme wird im BEV erzeugt wenn sie gebraucht wird. Und immer öfter auch mit Wärmepumpen. Die Abwärme der FCEV schön zu reden ist da eher schon Satire.
        Nach dieser Logik wäre es vermutlich auch sinnvoll den Luftdruck im Ersatzreifen für die Scheibenwaschanlage zu nutzen ;-).

        Beim BEV wird die gespeicherte Energie nur eingesetzt wenn sie auch gebraucht wird. Motor, Heizung, Licht, Komfort, etc.

        Mein Tipp an alle BEV Zweifler: Auf zum nächsten Autohändler und einfach mal mutig ein BEV ausleihen. Gerade auch im Winter. Es öffnet einem die Augen. Ich meine dabei sicher nicht die Beschleunigung! Und Lassen sie sich nicht von der “German reichweiten Angst” anstecken. 😉

        “Hydrogen will be the future – and it always will be” – Sandy Munro, Oktober 2020

        • Heinz Scherer

          Sie sind scheinbar nicht in der Lage sich mit technischen Sachverhalten seriös zu beschäftigen. Ich bin Ingenieur, habe eine PV-Anlage mit 10 KWp und fahre täglich elektrisch. Aber ich bin auch seit vielen Jahren mit der Energiewirtschaft vertraut. Sie scheinbar nicht, sonst wüßten Sie, dass eine Wasserstoffwirtschaft zwingender Bestandteil eines 100%-EE-Systems in 2050 sein wird. Wärme ist der größere Bedarfsanteil an Energie. Kraftwärmekopplung ein wichtiges Thema der notwendigen Sektorenkopplung.
          Aber wenn man nichts weiß, kann man auch kaum was ausrechnen. Widerlegen Sie meine Aussagen fachlich deatailiert und rechnerisch, dann kann ich Sie ernst nehmen. Polemik ist nicht hilfreich. So argumentieren normalerweise Verbrennertrolle gegen E-Autos.

  7. Tom

    “Fahne im Wind”, nicht mehr und nicht weniger…

  8. Peter Bigge

    Wer den Gestank und die gesundheits- und umweltschädlichen Abgase, insbesondere im städtischen Umfeld kennt, kann nicht für eine Fortführung dieser kolossalen unverantwortlichen Umweltverschmutzung sein. Gut, der VDA ist eine Lobby-Vertretung der Automobilhersteller, aber die Raucherindustrie hat ebenfalls Jahrzehnte die Menschheit davon überzeugt, Rauchen würde die Gesundheit fördern und schlank machen.
    Aber ich habe noch keinen eMobilisten kennengelernt, welcher der Ansicht war, dass fossile Verbrennung nichts mit Umweltschädigung und Klimawandel zu tun hätte. Ganz im Gegenteil. Wer heute noch sich enen Verbrenner zulegt nimmt billigend die Schädigung und Zerstörung von Mensch, Tier und Natur in Kauf, und dies nur aus Gründen kleiner marginaler Vorteile bei Bequemlichkeit und geringen Ersparnissen. Niemand mehr muss sich heute einen Verbrenner neu kaufen..

    • Nico

      Ja genau, lieber einen gebrauchten Elektrowagen, bei dem man dann erst mal Tausende von Euros in eine neue Batterie investieren kann.

      Kannst du mir mal erklären, wie sich bei Elektroautos ein robuster Gebrauchtwagenmarkt entwickeln soll? Den braucht es nämlich, wenn sich das Ding in der Breite durchsetzen soll. Außer man meint, man hat es nicht nötig, die Mehrheit der Fahranfänger und all jene ins Boot zu holen, die keinen Neuwagenpreis zahlen können oder wollen.

      Und für gewisse Applikationen (Flug, Schiffe, Schwertransport) kommen E-Motoren sowieso nicht in Frage. Allein schon deswegen wird konsequent in diese Richtung weiter geforscht werden. Und je nach dem, was dabei rumkommt, kann ich schon verstehen, dass VW da allergisch reagiert, eingedenk dessen wie klar sie sich kommerziell positioniert haben. Die setzen nach dem aufgebauschten Diesel-Skandal ja alles beflissen auf die Elektro-Karte. Wäre schon von besonderer Ironie, wenn ihnen das künftig um die Ohren fliegen sollte.

  9. frank

    Da haben einige E-Mobilisten ja schon schnell die Verbrenner Mentalität übernommen.

    Dass VW bei seiner restriktiven und eingleisigen Marktausrichtung so argumentiert (muss) ist doch klar.

  10. gerd

    Die H2 Lobby wird seit 4 Jahrzehnten subventioniert und schaffens nicht mal stationäre Anwendungen zum laufen zu bringen. Dort wo man die massiven Wärmeverluste z.B. noch in Warmwasser stecken könnte.

  11. Michael

    Die VW-Tochter Audi hat sich viele Jahre lang selbst in der Herstellung von H2, Methan und synthetischen Kraftstoffen versucht – und ihre Lehren daraus gezogen.

    Es ist aufwendig, ineffizient und damit am Ende natürlich auch teurer als es den Strom (gerade wenn er kostengünstig vom eigenen Dach kommt) direkt zu verwenden.

    Anders sieht es vielleicht im Nutzfahrzeugsektor aus, aber hier geht es ja um Pkw.

  12. RK

    Die Frage ist doch, ob tatsächlich ganz VW dahinter steht, oder nur eine kleine Gruppe um Diess.

    Ich denke, dass es innerhalb des Konzerns auch weiterhin eine starke Lobby pro Verbrenner gibt, die nicht uneingeschränkt hinter Diess steht. Zusammen mit anderen Mitgliedern des VDA könnte daraus wieder verstärkt Druck auf Diess entstehen. Mal schauen, wie es bei VW diesbezüglich weitergeht.
    Momentan sieht es ja eigentlich gut aus und sie haben verstanden worauf es in den kommenden Jahren ankommt (E-Antrieb, Akku, Software) und entwickeln verstärkt in diese Richtung.

    Die Aussagen von VW in Bezug auf Wasserstoff und SynFuels halte ich technisch betrachtet für vollständig richtig.
    Dieser Gesetzentwurf und die EEG-Novelle zeigen, dass die aktuelle Regierung nicht an einer Energiewende interessiert ist. Meiner Meinung nach werden hier sinnvolle und notwendige Veränderungen gebremst, dabei haben wir schon ca. 10-15 Jahre wertvoller Zeit verloren.

  13. Werner Oesch

    Recht hat VW. Batterieelektrische Autos sind 3 mal (!) Energieeffizienter als Wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Elektroautos.
    Darum ist die Förderung von Wasserstoffautos mit Brennstoffzelle der falsche Weg. Wasserstoff ist zu wertvoll, um einfach für die Elektromobilität zu “verbrennen”. Der mögliche künftige Einsatz in Flugzeugen ist dagegen (aus Gewichtsgründen) eine andere Sache.

    • John

      H2 wird in einer BZ nicht verbrannt. Es handelt sich dabei um eine H2 / Luft Batterie. Der H2 Antrieb ist auch ein elektrischer Antrieb und bei den Wirkungsgraden kann man es sich nicht so einfach machen. Die Batterie speichert den Strom effizienter. Allerdings muss man Anode und Kathode fest in jedes Auto einbauen. Wir sprechen daher von richtig viel Anoden- und Kathodenmaterial. Das im Übrigen auch noch recycelt werden muss. Darüber hinaus ermöglicht H2 die Sektorenkopplung zwischen regenerativen Energieerzeugung und dem Mobilitätssektor. Das Thema ist komplex und es gibt Argumente für H2 und wahrscheinlich etwas eingeschränkter auch für ee fuels.

  14. Norbert Seebach

    Wir könnten uns H2 im PKW-Bereich nur dann leisten, wenn wir massenhaft Überschüsse bei der Erzeugung grünen Stroms hätten! Dass das aber nie passiert, dafür hat Herr Altmeier dadurch gesorgt, dass er den Erneuerbaren wo es geht Steine in den Weg legt und die Ausbauziele so gering ansetzt, dass Versorgungsengpässe mit Blick auf den stetig wachsenden Strombedarf schon in wenigen Jahren zwangsläufig entstehen werden. Allein für die Unverschämtheit der EEG-Novelle gehörte der aus dem Amt entfernt! In meiner Wahrnehmung geschieht das Ganze aber durchaus mit System: Altmeier bedient die Interessen seiner Spezies von der Fossil-Lobby, die Energiewende wird aktiv sabotiert, um so lange wie irgend möglich Profite aus den alten, klimaschädlichen Geschäftsmodellen zu ziehen. Die Frage der Effizienz von Antrieben spielt in diesem Lobby-Sumpf eine absolut untergeordnete Rolle. Objektiv könnte nämlich jeder diese Frage beantworten, der in Physik halbwegs aufgepasst hat.

  15. Norbert Seebach

    Ich gehe 100% mit Ihnen dacore. Danke für Ihren Beitrag!

  16. Nostradamus

    Alle Karte für die Zukunft auf nur Batterie zu setzen finde ich als unseriös und gefährlich! Ja, die Energiebilanz der Batterie ist nahezu perfekt, der Energieübertragung vom Hersteller zum Nutzer erfolgt mit geringsten Verlusten und die Energie wird im Motor mit höchstem Wirkungsgrad in mechanische Arbeit umgewandelt. Rhein theoretisch. Genauso effizient war die Bleibatterie am Anfang zwanzigsten Jahrhundert. Und hat gegen Verbrenner verloren. Weil in der Realität, in Verkehr, absolut ineffizient war. Fast genauso wie heutige Lithiumbatterie: zu wenig Energie, zu lange Ladezeit, zu viel Gewicht, viel zu teuer. Dazu noch, ungelöste Recycling und die Nutzung von strategisch problematischen Rohstoffen. Die physikalischen Einschränkungen der Batterie spiegelt sie sich in ihren Nutzwert wider – der Elektroantrieb ist nur im Stadtverkehr sinnvoll. Derzeit mehr ist nicht drin. Also, parallele Wege in Zukunft zu folgen ist unerlässlich.

    • Werner Oesch

      @nostradamus – Sie sind mit all ihren Argumenten gegen den Batterie Einsatz stehengeblieben oder sogar rückständig. Was einmal war wurde stark zum Guten weiterentwickelt. Orientieren Sie sich bitte bei den Elektromobilitäts-Technologie-Leadern über den heutigen technischen Stand der Batterie Technologie, auch was den massiv sinkenden Preis pro kWh und die Zweitverwendung eines Akkus, sowie das Receicling anbelangt.

      • Nostradamus

        OK, ich muss einiges erklären. Autos sind mein Beruf und ich folge ihre Entwicklung sehr intensiv. Ich bin überhaupt nicht gegen BEV, weil das ist den elegantesten Weg die Energie zu nehmen und zu fahren. Aber! Die Tests in realen Verkehrsbedingungen zeigen, dass E-Autos für die lange Strecken noch nicht geeignet sind. Und eine neue Lösung steht nicht in Sieht. Deshalb sage ich, dass E-Fahrzeuge derzeit nur der Stadtverkehr schaffen können. Und das sollte man nutzen! Für die Zukunft, entweder in Batterietechnologie muss etwas radikal Neues kommen, oder E-Antrieb bleibt wo er ist – in Stadt.

        • Thomas Kretschmer

          @nostradamus : eAutos nicht für Langstrecke? Hääää? EAutos von VW haben heute schon 400km Reichweite und laden 100km Zusatzreichweite in 8min. Und Teslas übertreffen dies noch. Und die Batterieentwicklung ist seit Bleibatterien aus dem frühen 20. Jahrhundert nicht vorwärtsgekommen?!?! Und Sie arbeiten wirklich in der Autobranche?!? Sind Sie sich sicher? Oh nee….

          • Nostradamus

            Das stimmt – aber nur in Datenblatt von VW. Die Tests in realen Verkehr zeigen etwas ganz anderes.

        • Werner Oesch

          Genügt Ihnen >600km Reichweite nicht? Fahren Sie 5-6 Sunden am Stück ohne biologischen- oder Hunger-Stop?
          Der neueste Tesla Model S long range bietet Ihnen dies und auch die Supercharger auf der Strecke (Geration 3 mit max Ladeleistung 250kW), es genügen 20 min. Ladestop und dies tut auch ihrer Erholung und Fitness zum Weiterfahren gut. Oder nicht?

          • Nostradamus

            600 km schaffe ich normalerweise in maximal vier Stunden. Dabei zittere ich nicht ob ich eine Ladestelle finden und erreichen kann (:-). Dann suche ich nach einem Parkplatz mit schöner Aussicht auf Natur und nicht eine Tankstelle!

    • JS

      Da darf ich seit 2 Jahren andere Erfahrungen machen.
      Unser Tesla lädt schnell, hat eine reelle Reichweite von 320 – 380 km je nach Außentemperatur und Gasfuß.
      Gebrannt hat die Batterie auch noch nicht und Wartungsarbeiten gab‘s auch noch keine.
      Unsere Familie ist mit dem Elektoauto sehr zufrieden. Und wenn die Berichte über die Lebendauer der Batterien stimmen – dann hält die viel viel länger als gedacht.

      Leute lasst Euch nicht verunsichern ein Elektroauto ist schon super.

  17. Norbert Seebach

    Es lohnt sich, die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Zellforschung für E-Auto-Akkus im Blick zu behalten. Ja, es gibt noch problematische Materialien, aber schon heute kann deren Menge drastisch reduziert und perspektivisch evtl. ganz eliminiert werden. Die Fortschritte im Hinblick auf Ökobilanz, Kapazität (Reichweite), Lade-Zyklen (Langlebigkeit, Second Life- Einsatz als Stromspeicher im Haus, V2G etc.), sowie Skalierungseffekte bei den Kosten lassen Ihren Vergleich mit der Blei-Batterie ganz schön hinken. Bedenken Sie bitte auch die gigantischen Umweltschäden durch Unfälle bei der Ölproduktion -ganz abgesehen von den dadurch verursachten Abhängigkeiten von zutiefst undemokratischen Regimen und deren Einsatz von Petro-Dollars zur Unterdrückung ihrer Bevölkerung oder gar der Terror-Finanzierung!

  18. CPT_AlCarbon

    Wenn man sich die Problematik des tauenden Permafrost Bodens anschaut MUSS jegliche CO2-Reduzierung so schnell wie möglich umgesetzt werden. Daher ist es unlogisch für eine bestehende Lösung der BEV´s noch auf weitere Technologie zu setzen. Für Energiereiche Industrien ist das okay. Aber dann bitte aus grünen Wasserstoff aus dritten Welt Länder z.B. aus Afrika wo genug Sonneneinstrahlung vorhanden ist. Auch für diese Länder müssen wir was tun damit die Welt besser wird.

  19. Udo Oelmann

    VW hat das Thema Elektromobilität zunächst komplett verschlafen und erst nach den Markterfolgen von Tesla & Co, veränderten politischen Rahmenbedingungen und dem Dieselskandal auf das Thema Elektromobilität reagiert. Dann hat Herbert Diess viel Geld der Aktionäre auf eine Karte gesetzt: Battery Electric Vehicles, kurz BEV. Den Markt für Fuel Cell Electric Vehicles, kurz FCEV, also Fahrzeuge, die Strom aus einer mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzelle gewinnen, erteilte er eine klare Absage.

    Nun, nachdem die Politik auf Expertenrat in FCEV investiert und darin eine große Chance für Innovation “Made in Germany/Europe” sieht, versucht die Konzernleitung durch massiven Lobbyismus zu retten was zu retten ist. Dabei werden schlichtweg falsche Aussagen wie die Erzeugung von Wasserstoff aus ungenutzter regenerativer Energie sei „aufwändig, kostenintensiv, wenig klimaeffizient und mit geringem Wirkungsgrad“ vorgetragen. Tatsächlich zündet die von VW geführte Diskussion über “synthetischen Kraftstoff” ebenso wie der auf falschen Annahmen geführten Diskurs über Aufwand, Kosten, Energieeffizienz oder Wirkungsgrad lediglich Nebelbomben, die vom eigentlichen Thema ablenken sollen. Für einige VW-Manger könnte es eng werden, wenn sie die falsche Strategie gewählt haben.

    Man muss kein Ingenieur der Elektrotechnik sein, um zu verstehen, dass die regenerative Energie, also Wind- und Solarstrom auch dann entsteht, wenn er gerade nicht gebraucht wird. Bisher fehlte es jedoch an Speicherkapazität, weil auch nicht gelieferter Strom honoriert wurde. Damit macht die anstehende Novellierung des EEG 2017 jetzt Schluss. Folglich werden künftig die Solar- und Windstromanbieter massiv in die Speicherung von Energie investieren müssen. Dies geschieht meist über sogenannte Elektrolyseure, die aus regenerativem Strom grünen Wasserstoff erzeugen, welcher dann in Tanks lagerfähig ist. Zudem wächst gerade das deutsche Wasserstoff-Tankstellennetz mit aktuell 86 nutzbaren und ca. 30 im Bau befindlichen Tankstellen beträchtlich. (-> https://h2.live).

    Herbert Diess hat dieser “neuen Realität” hat eine uni-polare Strategie BEV-Strategie entgegen gesetzt. Und nun hat er Sorge um die Investition. Ich verstehe die Unruhe in den Chefetagen von VW gut. Doch hier geht es um etwas anderes, etwas, das größer ist als VW: die Zukunft und Innovationskraft an unserem Wirtschaftsstandort Deutschland.

    Vielleicht sollte VW seine Haltung noch einmal überdenken. Schließlich sind andere Hersteller wie Hyundai oder Toyota längst mit Wasserstoffautos im Geschäft, haben lange Lieferzeiten und erwarten dreistellige Zuwachsraten. Im Markt für Wasserstoff getriebene Nutzfahrzeuge beginnt die VW-Tochter MAN gerade erst “nachzudenken”, während andere bereits Nutzfahrzeuge mit Brennstoffzelle in nennenswerten Stückzahlen ausliefern.

    VW mag sich gegen die vom VDA propagierten höheren Zielvorgaben für Wasserstoff stemmen, wird aber weder die Marktentwicklung noch den Markteintritt neuer Player verhindern können. Letztendlich entscheidet die Vernunft künftiger, aufgeklärter Käufer über die Marktentwicklung – mit oder ohne VW.

    Pech für VW und Pech für die Arbeitsplätze?!

    Udo Oelmann
    Dipl.-Ing. E-Techn., Dipl.-Wirtsch.-Ing

    • Werner Oesch

      @Udo Oelmann – Für Ihre Strategie “Erzeugung von Wasserstoff aus ungenutzter regenerativer Energie” wartet vorerst mal auf die Beantwortung von Fragen, nicht nur qualitativ sondern insbesondere QUANTITATIV.

      – Hat man in naher Zukunft in genügendem Ausmass überzählige Elektr. Energie zur Verfügung?
      Sie müssen dies wirklich quantifizieren ob die ÜBERZÄHLIGE Elektr. Energie wirklich zur Verfügung steht, und realistisch abschätzen, ob sich die Investitionen rechnen, auch später wenn keine Subventionen mehr fliesssen.
      Dazu ist zu berücksichtigen, dass zur Zeit und in naher Zukunft für die Elektr. Energieerzeugung AKW’s UND Kohlenkraftwerke ausser Betrieb genommen werden. Gleichzeitig nimmt zur Zeit und in naher Zukunft der Strombedarf für die Elektromobilität, die Wärmepumpen (als Ersatz für die Oelheizungen, Herr Oelmann!) gewaltig zu.
      Herr Oelmann, analysieren Sie ihr Konzept quantitativ, dynamisch über der Zeitachse, abhängig von der Energie-Verfügbarkeit und -Verbrauch über der Zeitachse, aber auch über den Jahresverlauf (Jahreszeiten) und Tageszeiten.

  20. Werner Oesch

    Die Brennstoffzellenlobby (Wasserstoff) wird seit vier Jahrzehnten subventioniert und schafft nicht mal stationäre Anwendungen in grösserem Masststab zum Laufen zu bringen. Ist Kosten und Wartungs-intensiv.
    Und übrigens:
    Für diejenigen, welche ein Problem mit den Li Akkus haben:
    Auch Brennstoffzellen PKWs sind Elektrofahrzeuge und benötigen für den Betrieb einen ordentlichen Puffer-Akku (meistens Li Ionen Batterie), einfach kleiner, so wie auch Ihr Handy und vieles andere mehr.

    • Heinz Scherer

      Obwohl für mich wegen eigener PV-Anlage H2 im PKW kein Thema ist, verteidige ich intensiv die notwendige Technologieoffenheit. Bei großen Fahrzeugen, insbesondere LKW´s, ist H2 ein wichtiges Thema.

      Herr Oesch Sie haben sich offensichtlich noch nicht intensiv mit der Energiewirtschaft auseinandergesetzt. Um in 2050 ein 100%-EE-System haben zu können, bedarf es einer europäischen Wasserstoffwirtschaft, welche auch konkret in Planung ist.
      Was viele nicht Wissen ist, dass die Berechnungen zu den Wirkungsgraden bei H2 meist falsch sind, da vergessen wird die Sektorenkopplung bezüglich Wärmeanwendung zu berücksichtigen. Lesen Sie mal was ich vorhin oben zu Driver gepostet habe und widerlegen Sie es bitte, wenn Sie es können.

  21. gerd

    Wasserstoff und BZ eignen sich seht gut um E-Autos zu laden. Mit der Abwäme wird Brauch- und Heizwasser erwärmt.
    Und stationär gibts viel weniger der Probleme, die seit 20 Jahren den Einsatz im PKW verhindern.

  22. Heinz Scherer

    Gerd, da stimme ich Ihnen zu. Die Brennstoffzelle ist eine Kraftwärmekopplungsmaschine und gehört in großen Stückzahlen in den Heizkeller. Aber derzeit gibt es noch nicht das zu kaufen was es benötigte. Eine BZ-Heizung, welche erst aus Erdgas H2 gewinnt und dann nutzt ist kostspieliger Unsinn. Wir brauchen H2 aus der Erdgasleitung und billige massenhaft hergestellte PEMFC, welche dann CO2-frei Strom und Wärme produzieren. Im PKW wird die große Masse BEV sein und ein kleiner Anteil großer Langstreckenfahrzeuge könnten FCEV sein, sofern sich die Akkus nicht so wie erhofft weiterentwickeln.

  23. Heinz Scherer

    Ich vergaß noch einen wichtigen Tipp. Lesen Sie unbedingt mal die Infos auf http://www.bio-wasserstoff.de . Ich habe dazu bereits vor langer Zeit die erste Fassung des genialen Buches von Dipl.-Ing. Karl-Heinz Tetzlaff gelesen. Sehr zu empfehlen.

  24. Jan

    Danke sehr für diesen (im Gegensatz zu den meisten reinen Meinungsäußerungen) wirklichen Mehrwert bringenden Beitrag!
    So blind dogmatisch wie hier Viele argumentieren, als ob großen Fragen – was diese sich entwickelnden Technologien angeht – alle schon geklärt wären, fühle ich mich zurückerinnert an die Zeit, als der Diesel für die Meisten hier der Stein der Weisen war… naja, die Ignoranz hasst aus Gewohnheit.
    Mich würde im Übrigen auch nicht überraschen, wenn VW auch weiterhin für die Durchsetzung von Eigeninteressen zum Schaden der Allgemeinheit auf illegime Mittel zurückgreift. Nur durch das Austauschen einiger weniger Manager kann man noch nicht eine Firmenkultur ändern, die sich über viele Jahrzehnte gebildet hat.

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2020/10/22/kuenftige-foerderpolitik-vw-distanziert-sich-rabiat-vom-vda/
22.10.2020 13:14