DLR kreiert BZ-Antrieb mit 1,5 Megawatt für Flugzeuge

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt im Projekt BALIS einen Brennstoffzellen-Antriebsstrang für Flugzeuge mit einer Leistung von rund 1,5 MW. Damit ließe sich ein Regionalflugzeug mit 40 bis 60 Sitzen und einer Reichweite von 1.000 Kilometern realisieren.

Laut dem DLR handelt es sich weltweit um das erste Projekt, das einen Brennstoffzellen-Antriebsstrang für Flugzeuge mit einer Leistung im Megawattbereich anstrebt. Am DLR-Institut für Technische Thermodynamik in Stuttgart wird vor diesem Hintergrund ein Teststand aufgebaut, der das Brennstoffzellensystem selbst, die Wasserstofftanks, den Elektromotor sowie die Steuerungs- und Regelungstechnik in ein Gesamtsystem integriert. „Diese Testumgebung ist komplex und gleichzeitig sehr flexibel. Sie ermöglicht Forschungs- und Entwicklungsarbeiten unter den unterschiedlichsten, im Luftfahrtbereich geltenden Rahmenbedingungen, Anforderungen und Richtlinien“, teilt das DLR in einer Pressenotiz mit.

„Mit BALIS schaffen wir die energiewandlungstechnischen Grundlagen, entwickeln ein erstes Demonstrationssystem der Leistungsklasse 1,5 Megawatt und erarbeiten eine optimale Betriebsweise. Im nächsten Schritt wollen wir es dann gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie in die Anwendung bringen“, schildert Professor André Thess, Direktor des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik. Im Fokus stehe zunächst der Einsatz in der Luftfahrt. „Derartige Brennstoffzellensysteme können aber auch im Schwerlastverkehr Anwendung finden, zum Beispiel in großen Nutzfahrzeugen auf der Straße, in Zügen oder Schiffen“, betont Thess.

Das Bundesverkehrsministerium unterstützt das Projekt mit 26 Millionen Euro. Einen Förderbescheid in ebendieser Höhe erhielt das Institut für Technische Thermodynamik am Donnerstag aus den Händen des Parlamentarischen Staatssekretärs Steffen Bilger. „In diesem Jahrzehnt geht es darum, den Hebel umzulegen und unsere Mobilität auf CO2-freie beziehungsweise CO2-arme Kraftstoffe umzustellen. Der Mobilität mit Wasserstoff aus erneuerbaren Energien kommt dabei eine wesentliche Rolle zu. Wasserstoff kann als Kraftstoff in allen Verkehrsträgern eingesetzt werden – auch in Flugzeugen. Das Ziel ist die emissionsfreie Luftfahrt – am liebsten mit Arbeitsplätzen und Wertschöpfung in Deutschland“, kommentierte Bilger die Übergabe des Förderbescheids.
dlr.de

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