24.04.2021 - 13:41

EnBW: HPC-Park mit 52 Ladepunkten am Kamener Kreuz

Die EnBW plant einen groß dimensionierten Ladepark am Kamener Kreuz in Nordrhein-Westfalen. Er wird über 52 HPC-Ladepunkte mit einer Leistung von bis zu 300 kW verfügen und soll damit laut dem Energiekonzern zum größten öffentlichen Schnellladepark Europas werden.

Die Eröffnung des Parks am Kamener Kreuz ist für das vierte Quartal dieses Jahres geplant. Der Standort wird direkt an der Ausfahrt Kamen entstehen, wo sich nach Angaben der EnBW neben den „hochfrequentierten Fernverkehrsadern“ in unmittelbarer Umgebung auch Restaurants und Einkaufsgeschäfte befinden. Auf der Grafik, die die EnBW mitschickt, wirkt der HPC-Park in ein Gewerbegebiet eingebettet.

Die Anlage wird von EnBW als „Flagship-Ladepark“ bezeichnet – analog zu dem im Oktober 2020 eröffneten Ladepark in Rutesheim an der A8. Mit diesem Standort verbindet das Projekt am Kamener Kreuz auch einiges: Die Ladesäulen werden wie in Rutesheim überdacht und beleuchtet sein. Geplant ist ebenfalls eine Photovoltaikanlage, die den Standort bei Kamen mit einer Leistung von bis zu 120 Kilowatt mit Strom versorgen und überschüssige Energie in das örtliche Netz einspeisen soll. Zudem wird es vor Ort eine Toilette geben – damit kommt der Energieversorger eigenen Angaben zufolge einem vielfach geäußerten Kundenwunsch nach.

Einen großen Unterschied gibt es allerdings: die Dimensionen. Während es in Rutesheim acht Ladepunkte gibt, sind am Kamener Kreuz 52 geplant. „Der Standort in Kamen zeigt die Qualität und den Fortschritt beim Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland“, sagt Timo Sillober, Chief Sales and Operations Officer bei der EnBW. „Wo heute noch eine grüne Wiese ist, werden in rund einem halben Jahr über 50 Autos gleichzeitig schnellladen können.“

Die Abrechnung der Ladevorgänge dürfte nach den üblichen Konditionen im „Hypernetz“ von EnBW erfolgen. Im Normaltarif sind das an DC-Ladern 0,49 €/kWh, im rabattierten Tarif sind es 0,39 €/kWh. Wie an allen EnBW-Ladepunkten wird auch am Kamener Kreuz 100 Prozent Ökostrom fließen.

Im Unterschied zu den meisten Autobahn-nahen Ladeparks betreibt EnBW die Anlagen in Rutesheim und am Kamener Kreuz selbst. Bisher hat der Energiekonzern in der Regel Schnelllader an Raststätten in Kooperation mit Unternehmen wie Tank & Rast aufgestellt. An der Raststätte Werratal Süd an der A4 in Hessen hatte EnBW Mitte September 2020 drei Hypercharger direkt neben den Zapfsäulen für klassische Kraftstoffe installiert.

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Bis 2025 will die EnBW bundesweit 2.500 Schnellladestandorte betreiben. Allein seit Anfang 2020 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben bundesweit 13 große Schnellladeparks sowie mehr als 350 Schnellladestandorte vor allem im urbanen und suburbanen Raum fertiggestellt. Das Unternehmen gibt ferner an, zusätzlich 50 Großstandorte in Realisierung und Projektierung zu haben und aktuell weitere 300 bis 400 kleinere Schnellladestandorte zu planen. Für den flächendeckenden Ausbau der Schnellladeinfrastruktur investiert die EnBW jährlich 100 Millionen Euro.

Die Strategie hinter EnBWs Hypernetz hat jüngst Lars Walch, Vice President Strategy & Sales der EnBW mobility+, bei unserer Online-Konferenz „electrive.net LIVE“ näher erläutert. Demnach klassifiziert der Konzern seine Ladeparks als Retail Hubs, Long Distance Hubs oder Urbane Hubs. An Supermärkten, Einkaufszentren oder Fast-Food-Restaurants dienen sie dem „nebenher aufladen“, an Autobahnkreuzen, Raststätten und viel befahrenen Verkehrsachsen „dem schnellen Ladestopp“. Und Standorte in Städten können beide Use Cases umfassen, je nach Lage und Umfeld. Im folgenden Video gibt’s Walchs Vortrag in voller Länge:

 

enbw.com

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8 Kommentare zu “EnBW: HPC-Park mit 52 Ladepunkten am Kamener Kreuz

  1. Birne

    Sehr gut und absolut notwendig.

    Bei der Schwemme von EAutos die derzeit auf den Markt kommen, reichen die aktuell 4-6 HPC Lader pro Standort nicht mehr aus…. mindestens zweistellig muss jeder Standort haben.

    Tesla geht dieses Weg seit längerem auch schon.

  2. Albert

    Die Umgebung ist leider etwas trostlos, kann ich dort auf´s Klo gehen, etwas zu Essen oder einen Kaffee kaufen. Einen reinen Parkplatz-Ladepark fände ich nicht so schön.

  3. Dennis Nedry

    Dem Foto nach scheint der Standort nicht an der Ausfahrt 15 der A2 zu liegen, sondern an der Ausfahrt 83 der A1, neben der Dekra-Station Kamen Karree 12. Dort gibt es fußläufig L’Osteria, Pizza Hut, KFC, McDonalds, Burger King und Connie’s Diner, also genug Auswahl an ungesundem Essen 😉

    • Daniel Bönnighausen

      Hallo Dennis,

      danke für den Hinweis. Wir haben es korrigiert.

      • mames002

        Da gibts sogar ein Ikea mit Restaurant, wo man aktuell noch kostenlos laden kann 😉

  4. Hans Herbert

    Wenn das die neuen Modell-Ladeplätze werden sollen, dann ist etwas falsch gelaufen. Der Sinn für Ästhetik fällt den Deutschen offenbar besonders schwer. Es fehlt an jeglichen Versorgungseinrichtungen für den Menschen; immerhin fahren noch Menschen die Autos, und das wird wohl auch so bleiben. Selbst für Toiletten mussten die Designer bekniet werden. Für den “größten Ladepark” hatte ich mir etwas anderes vorgestellt, keinen eng gepressten Array für Kraftfahrzeuge. Wichtig wären auch Wickelstationen und wenigstens die jeweils modernste Art von Roboter-Kiosken. Das hier ist hoffentlich nur der Anfang der Entwicklung.

  5. Helmut

    Wann soll den die Eröffnung sein ? Ich sehe da keinen Ladepark.

  6. Pit van de Landewijk

    Es ist schon komisch dass auf dem Bild ganz vorne ein TESLA Cybertruck steht, obwohl ca. 400m nördlich eine TESLA Superchargerstation ist….

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2021/04/24/enbw-hpc-park-mit-52-ladepunkten-am-kamener-kreuz/
24.04.2021 13:51