14.09.2020 - 16:58

Raststätte Werratal: Schnelllader direkt neben Zapfsäulen

Der Energieversorger EnBW hat gemeinsam mit Tank & Rast einen neuen Schnellladepark an der Raststätte Werratal Süd an der A4 in Hessen eröffnet. Die Besonderheit des Standorts: Erstmals an einer deutschen Autobahn finden sich Ladestationen für Elektroautos neben Zapfsäulen für klassische Kraftstoffe.

Werratal Süd ist somit die erste Raststätte, an der alle Antriebsarten unter einem Dach vereint sind, frohlocken EnBW und Tank & Rast. Das gilt natürlich nur, wenn man die Batterie-elektrischen Autos als Stellvertreter für elektrisch angetriebene Fahrzeuge sieht – eine Wasserstoff-Tankstelle gibt es dort nicht.

An der Raststätte in Fahrtrichtung Eisenach kurz vor der hessisch-thüringischen Landesgrenze hat EnBW insgesamt drei Alpitronic Hypercharger mit CCS-Ladeleistungen von 300 kW installiert. Hinzu kommt eine vierte Säule mit bis zu 150 kW, die auch CHAdeMO und AC unterstützt. Somit ergeben sich acht mit Ökostrom betriebene Schnelllade-Punkte. Auf dem Tankstellendach ist zudem eine PV-Anlage installiert, diese deckt an einem sonnigen Tag ungefähr 25 Prozent des Stromtagesbedarfs der Raststätte im Normalbetrieb ab – ohne die Schnelllader wohlgemerkt. Bei der Rastanlage Werratal Süd handelt es sich um einen Neubau, der erst im Sommer eröffnet wurde.

„Es ist nicht nur ein gemeinsames Dach“, konstatierte Andreas Rehm, Geschäftsführer Autobahn der Tank & Rast GmbH, bei der Eröffnung. Vielmehr sei die Gleichbehandlung der unterschiedlichen Antriebsarten das Gebot der Stunde, weshalb die neue Anlage symbolisch für den strategischen Kurs von Tank & Rast stehe, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Elektromobilisten sollten den gleichen Komfort genießen wie die Fahrer von konventionellen Fahrzeugen.

Für EnBW-Vertriebschef Timo Sillober sind die neuen Ladesäulen Teil des Ausbaus einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur. „Hochgeschwindigkeitsladeinfrastruktur ist ein wesentlicher Treiber unserer Strategie für kritische Infrastruktur“, sagte Sillober in seinem Redebeitrag zur Eröffnung. „Wir nehmen fast jeden Tag einen neuen Standort in Betrieb und glauben, dass das Thema Schnellladen entscheidend für den Durchbruch der Elektromobilität ist.“

Gefördert wurde die Anlage vom Bundesverkehrsministerium und dem Hessischen Ministerium für Verkehr, Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. „Die Elektroladestationen in Werratal Süd zeigen deutlich, dass die Elektromobilität zunehmend den Stellenwert der klassischen Antriebsarten erreicht“, sagt Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. „Das ist ein wichtiges Signal für all diejenigen, welche auf die Elektromobilität umsteigen wollen.“ Bilger fand vor Ort viele warme Worte für den Standort, der seiner Meinung nach verdeutliche, dass „Stromtanken nicht mehr irgendwo im Eck“ stattfinde, sondern „fester Bestandteil der Tankstelle der Zukunft“ sei.

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Auf Rastplätzen von Tank & Rast sind derzeit 790 Ladesäulen in Betrieb. Neben EnBW kooperiert der Betreiber auch mit E.On, Innogy, Ionity und neuerdings auch E-Wald. E-Wald wird ebenfalls an einigen Raststätten Hypercharger errichten. Auch die EnBW baut munter aus: „Wir wollen dieses Jahr 600 bis 800 Schnellladestandorte vor Kunde in Betrieb haben“, sagte Timo Sillober. Dazu zählt er auch die neuen Anlagen in Stadtzentren, wie sie kürzlich in Stuttgart eröffnet wurden.

Unser Besuch der Eröffnung hat gezeigt, dass die Anlage in Werratal ein Rangieren überflüssig macht, weil die Ladestationen beidseitig befahren werden können. Selbst E-Fahrzeuge mit Anhänger können problemlos einfahren und nach dem Ladevorgang komfortabel in Fahrtrichtung weiterfahren. Im Umfeld kann man während der Ladezeit nicht nur das gastronomische Angebot der Raststätte in Anspruch nehmen, sondern auch einen großen Spielplatz und einen Fitness-Parcours nutzen. Insofern ist die Anlage in vielerlei Hinsicht eine Tankstelle der Zukunft.
tank.rast.de

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8 Kommentare zu “Raststätte Werratal: Schnelllader direkt neben Zapfsäulen

  1. Ali Aslan

    EnBW macht es schon! Hut ab!

  2. Northbuddy

    Ich sehe es gemischt. Die Positionierung der Ladesäulen ist mitunter sehr fragwürdig. Insbesondere, wenn man bedenkt, das auch Frauen alleine mal Nachts laden müssen. Die stehen dann ungerne zwischen ausländischen LKWs rum und diskutieren ggf. mit deren Fahrern. Insofern ist die hier gezeigte Position natürlich vorteilhaft und deutlich besser.
    Aber direkt neben den Ladesäulen? Selbst wenn man die 150kW der HPC Lader ausnutzt, dürfte ein Stop 15-30min. dauern. Das Problem: Die Fahrer sind dann ggf. mit was anderem, wie z.B. Essen, beschäftigt. Und was ist, wenn da 4 Fahrzeuge laden, und ein weiterer kommt? Hinten anstellen? Und während der Wartezeit ins Restaurant gehen? Ganz durchdacht scheint mir das nicht.

    Ich wäre dafür, die Säulen an der Autobahn einfach in die Nähe des Restaurants zu stellen. Nicht direkt, vor dessen Eingang (das provoziert nur Falschparker), aber eben auch nicht in die hinterste, dunkelste Ecke, wo man sie nachts zwischen den LKW kaum findet. Denn DAS Erlebnis, dort nachts laden zu müssen, prägt auch die Erfahrung “e-Mobilität”.

  3. EFahrer

    Frage: Ist auch unter einem Dach mit Bargelg bezahlen möglich? Ansonsten wäre das leider der 2. Saachfehler in diesem Artikel – (…) gleich wie Verbrenner(…).
    Da auch( der Satz. (…) Auf Rastplätzen von Tank & Rast sind derzeit 790 Ladesäulen in Betrieb.(…) sollte richtigerweise lauten: Auf Rastplätzen von Tank & Rast sind derzeit 790 Ladesäulen aufgestellt, etliche davon immer wieder in Betrieb. ….
    Anmerkung sei erlaubt: Führholzen West (electrive berichtet ca 2017, dankenderweise) hat zudem die grüne H2 Zapfsäule ( solare Eigenerzeugung). Sogar Waschwasser kommt aus einer Zapfpistole (verpackungsfrei).
    Doch das Wichtigste. Die dortige > 1MW Solarstromanalge liefert ausreichend Power für alles. Zudem bietet sie auch noch Schatten und Regenschutz für sehr viele weitere parkende PKW. So geht zeitgemäße Gegenwart.
    Dennoch Dank an den chinesischen Eigentümer von T+R für diese weiteren Lader und die (kleine) weiter PV-Anlage.
    Danke an Euch für den Bericht.

  4. Volker

    Ich weiß gar nicht, warum da alle so durchdrehen. Erstens will ich überhaupt nicht da aus dem Auto steigen, wo mir die Benzindämpfe um die Nase wehen. Und zweitens ist das Design in Form einer Durchfahrt eine krasse Platzverschwendung wo nur wenige Fahrzeuge gleichzeitig stehen können. Warum dieser Anachronismus?

  5. Thomas Wagner

    Ich bin froh, dass ich die Ladesäulen an den Raststätten in der Regel bei den PKW-Parkplätzen finde.
    Da sind sie gut aufgehoben, da man für eine kurze Pause das Auto auch ohne zu Laden dort parken würde.
    Was mir fehlt sind großzügige Überdachungen der Ladesäulen, am besten mit PV, damit auch bei schlechten Wetter prolemlos geladen werden kann.
    Die Idee Ladesäulen bei den Zapfsäulen aufzustellen ist typisch für Leute, die noch nicht viel mit dem Elektroauto unterwegs waren, zB. unsere Regierung 😉

  6. Jan

    Damit auch für eLKW nutzbar. Sehr zukunftsfähig und in ein paar Jahren einfach die Zapfsäulen ersetzen.

  7. KnofiFlo

    Ich finde den Ansatz sehr gut.
    Tankstellen sind generell nicht platz-effektiv gebaut, damit auch der dämlichste SUV-Fahrer sein zu großes Fahrzeug nahezu quer an eine Zapfsäule stellen und tanken kann.
    Ebenso können LKW an normalen Zapfsäulen tanken – soviel Platz gibt es dort immer.
    Gerade mit den zu großen Fahrzeugen ist der klassische Parkplatz als Ladeplatz extrem knapp bemessen, v.a. wenn man mit dem Kabel an die teilweise sinnfrei platzierten Buchsen im Auto kommen muss. Man stelle sich vor, dass E-tron, Model X mit Anhänger und Taycan nebeneinander auf einem Parkplatz stehen. Jeder hat die Ladebuchse an einer anderen Stelle am Fahrzeug – da ist man froh um jeden Zentimeter mehr Freiraum. Man denke an Rollstuhlfahrer, etc.
    Wenn die 350kw-Lader in klassischer Tank-säulen-Art aufgestellt sind und dafür die 50kw-Lader in großzügiger Parkplatz-Anordnung, ist das in meinen Augen durchaus praktisch und zukunftsträchtig. Wenn dann noch ALLES mit PV überdacht wird, kann das ganze sogar effektiv werden.

  8. Egon

    Schnelladesäulen näher an den Shop. Ladepausenplätze mit komfortablem Fussweg zum Shop und Aussentischplätzen plus ausreichend Mülleimer beim Wagen. Gesunde Mischung. Und alles dezentral mit gut gewarteter Energieversorgung. Überdacht natürlich. Und die Überdachung mit hocheffizienten gut belüfteten Solarzellen.

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2020/09/14/enbw-nimmt-neue-schnelllader-an-raststaette-werratal-sued-in-betrieb/
14.09.2020 16:29