09.06.2021 - 09:17

Lordstown Motors stellt eigene Zukunft in Frage

Das Elektroauto-Startup Lordstown Motors hat in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht offiziell vor bestandsgefährdenden Risiken für das Unternehmen gewarnt. Bereits vor einigen Wochen hatte CEO Steve Burns einen höheren Kapitalbedarf öffentlich gemacht. Der geplante Produktionsbeginn im Herbst scheint in Gefahr.

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„Die Firma glaubt, dass ihre gegenwärtigen Geldmittel nicht ausreichen, um die Produktion in Stückzahlen und den Marktauftritt solcher Fahrzeuge zu finanzieren. Diese Bedingungen regen substanzielle Zweifel an unserem Fortbestand für mindestens ein Jahr“, heißt es in der Meldung an die SEC unter anderem.

Dass es Finanzprobleme gibt, hatte sich bereits vor Wochen abgezeichnet: Ende Mai hatte Lordstown-Chef Steve Burns angekündigt, dass ohne zusätzliches Kapital nur die Hälfte der ursprünglich angestrebten Stückzahl des elektrischen Pickup-Trucks Endurance produziert werden. Die benötigte Summe nannte Burns aber nicht.

Trotz der nun veröffentlichten Selbstzweifel an der eigenen Zukunft hält Lordstown weiterhin an seinem Plan fest, im September 2021 mit der Produktion des Modells in begrenzter Stückzahl zu beginnen. Genau auf diesen Verkaufsbeginn setzt Lordstown offenbar, um über diese positive Nachricht die weitere Finanzierung zu erhalten. „Unsere Fortführungsfähigkeit hängt von unserer Fähigkeit ab, die Entwicklung unserer Elektrofahrzeuge abzuschließen, die behördliche Zulassung zu erhalten, mit der Produktion im kommerziellen Maßstab zu beginnen und den Verkauf solcher Fahrzeuge zu starten“, so das Unternehmen.

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Den genauen Kapitalbedarf beziffert das Unternehmen immer noch nicht, deutet aber an, dass es nicht um kleine Summen geht. „Unser derzeitiges Budget sieht nur einen begrenzten Produktionsbeginn im Jahr 2021 vor. Für die Produktion im Jahr 2022 und darüber hinaus werden zusätzliche Mittel benötigt, um unseren Anlauf zur vollen kommerziellen Produktion fortzusetzen. Die erforderlichen Mengen können erheblich sein“, heißt es in dem SEC-Report.

Der Aktienkurs von Lordstown Motors brach nach Veröffentlichung der Mitteilung deutlich ein, zwischenzeitlich um bis zu 23 Prozent. Lordstown ist nach der Fusion mit einem SPAC börsennotiert und wollte so den Kapitalbedarf für den Produktionsanlauf decken.

In diesem Frühjahr wurde das Unternehmen von dem Shortseller Hindenburg Research attackiert. Hindenburg hatte nach eigenen Angaben herausgefunden, dass die 100.000 Vorbestellungen „weitgehend fiktiv“ seien und vor allem der Kapitalbeschaffung dienen sollen. Zudem soll ein Prototyp des Endurance bei einem ersten Straßentest im Januar 2021 vollständig ausgebrannt sein – nach nur zehn Minuten. Die US-Börsenaufsicht ermittelt noch wegen der Vorwürfe.

Ende März 2021 hatte Lordstown noch einen Beta-Prototypen des Endurance vorgestellt. Dabei wurde angekündigt, dass 57 Exemplare des Testträgers gebaut und erprobt werden sollen. Bisher wurden aber noch keine Fahrzeuge auf den Straßen abgelichtet – für ein Fahrzeug, das angeblich ab September in Serie gebaut werden soll, höchst ungewöhnlich.

Update 15.06.2021: Die Krise beim Elektroauto-Startup Lordstown Motors hat nun auch personelle Konsequenzen. CEO Steve Burns und Finanzchef Julio Rodriguez sind zurückgetreten. Angela Strand, bisher eines der unabhängigen Verwaltungsrats-Mitglieder, ist nun vorübergehend die neue Frontfrau, bis ein neuer CEO gefunden wird. Mit Becky Roof gibt es auch eine neue Interims-Finanzchefin. Lordstown Motors hatte vor einigen Tagen offiziell vor bestandsgefährdenden Risiken für das Unternehmen gewarnt.
heise.de, handelsblatt.com, sec.report, manager-magazin.de, golem.de, lordstownmotors.com (alle drei Update)

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Ein Kommentar zu “Lordstown Motors stellt eigene Zukunft in Frage

  1. Hans im Glück

    Das hätte auch nur Hans im Glück geglaubt, dass die echt mal Autos produzieren. xD

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09.06.2021 09:51