Rolls-Royce erweitert F&E-Kapazitäten in Brandenburg

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Triebwerkshersteller Rolls-Royce will die Forschung und Entwicklung von hybrid-elektrischen Antriebssystemen für die nächste Generation der Luftfahrt in Brandenburg vorantreiben. Dazu hat das Unternehmen in Cottbus ein Memorandum of Understanding mit dem Landes- und Bundeswirtschaftsministerium unterzeichnet.

Kern der Absichtserklärung sind der Ausbau der Forschungs- und Entwicklungskapazitäten am Rolls-Royce-Standort in Dahlewitz sowie der Aufbau einer weiteren Betriebsstätte in Cottbus. Das Land Brandenburg hat sich im Gegenzug bereiterklärt, das Engagement von Rolls-Royce mit Mitteln aus dem Programm zur Förderung von Forschung, Innovationen und Technologien „ProFIT Brandenburg“ zu unterstützen.

„Rolls-Royce ist nicht nur einer der ganz wichtigen Player in der Luftfahrtindustrie, das Unternehmen ist auch Taktgeber für den Transformationsprozess der Branche. Es macht uns stolz, dass Rolls-Royce die Forschung und Entwicklung von hybrid-elektrischen Antriebssystemen für die nächste Generation der Luftfahrt bei uns in Brandenburg ausbauen will“, so Brandenburgs Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung.

Rolls-Royce gibt an, über die Erweiterung seiner Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in Dahlewitz hinaus auch eine Betriebsstätte in Cottbus eröffnen und zudem eng mit Akteuren aus der Region zusammenarbeiten zu wollen. Zu den bisherigen Partnern in Deutschland zählen unter anderem die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und die Fraunhofer-Gesellschaft.

Ziel sei, ein „weltweit einzigartiges industrielles Ökosystem für hybrid-elektrische Luftfahrtantriebe“ zu schaffen, schreibt Rolls-Royce in einer eigenen Mitteilung. Mithilfe der Förderung wollen die Briten bis 2027 „erhebliche Investitionen für das Entwicklungsprojekt in Brandenburg tätigen“ und noch im laufenden Jahr rund 50 Arbeitsplätze in der Region sichern.

Die F&E-Tätigkeiten werden zwischen dem Standort Dahlewitz und der neuen Einrichtung aufgeteilt, die am Center for Hybrid Electric Systems Cottbus (CHESCO) der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg angesiedelt wird. Während Dahlewitz das technische Management der Projekte obliegt, soll ein großer Teil der Entwicklungsarbeit künftig in Cottbus erledigt werden.

„Der Wettlauf zum Netto-Nullpunkt in der Luftfahrt ist von entscheidender Bedeutung, aber auch eine der extremsten technologischen Herausforderungen, die es gibt“, äußert Rob Watson, Direktor von Rolls-Royce Electrical. Die langfristige und zunehmende Unterstützung der deutschen Regierung für die Luft- und Raumfahrttechnologie sei ein entscheidender Faktor für Rolls-Royce, um seine Anstrengungen zu vervielfachen. Neben Dahlewitz und Cottbus verfügt Rolls-Royce auch über ein zuarbeitendes Elektrotechnik-Team in Bayern.

Rolls-Royce wagt sich mit seinem Know-how im Triebwerksgeschäft zunehmend an die Elektrifizierung von Flugzeugantrieben. Die Marschroute ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des Herstellers, der bis 2050 klimaneutral sein will. Hybridantriebe sind dabei nur ein Entwicklungsbereich, auch vollelektrische Antriebe sollen zum Zukunftsspektrum des Unternehmens gehören.

Erst im März hatten sich Rolls-Royce vor diesem Hintergrund mit Flugzeugkonstrukteur Tecnam und der norwegischen Regionalfluggesellschaft Widerøe zusammengeschlossen, um bis 2026 ein rein elektrisches Passagierflugzeug zum Einsatz zu bringen. Rolls-Royce wird dabei das gesamte elektrische Antriebssystem einschließlich eines Energiespeichersystems für das neue P-Volt-Flugzeug liefern.
mwae.brandenburg.de, rolls-royce.com

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