25.07.2022 - 19:30

Sono Motors zeigt Serien-Design des Sion

Der Münchner Solarauto-Entwickler Sono Motors hat das Serien-Design seines Solar-Elektroautos Sion vorgestellt. Dabei geht es nur um die Gestaltung der Karosserie und des Innenraums – an den Angaben zur Technik hat sich nichts geändert. Geplanter Produktionsbeginn ist das zweite Halbjahr 2023.

Das bei einer Veranstaltung in München enthüllte Fahrzeug trägt immer noch das Grund-Design der Prototypen, mit denen Sono seit einer ganzen Weile zu Promotions- und Entwicklungsfahrten unterwegs ist. Das Fahrzeug im Stile eines Kompakt-Vans trägt nun das finale Design, wie es ab dem kommenden Jahr in Finnland bei Valmet Automotive in Serie gebaut werden soll.

Von Außen handelt es sich bei den Neuerrungen um Details: Das Lichtband der Frontscheinwerfer ist neu gestaltet, ebenso die mittig an der Front platzierte Ladeklappe und der darunter liegende Lufteinlass. Auch am Heck wurde das Lichtdesign überarbeitet und die Rückfahrkamera in das Design integriert.

Der Innenraum wurde für die Serienproduktion ebenfalls angepasst, hier sticht nach wie vor das freistehende Infotainment-Display hervor. Das Panel mit echtem Moos hat es ebenfalls in das Serien-Design geschafft.

„Es ist eine ganze Menge passiert“, sagt Mitgründer Jona Christians. „Aber eines hat sich nicht geändert: Die Solarpanels sind nicht nur auf dem Dach platziert, sondern etwa auch in der Türe, der Fronthaube und dem Kofferraumdeckel.“

Insgesamt sind 456 sogenannte Halbzellen in die Karosserie integriert. Genau an diesem Punkt wird es zwischen dem Exponat in München und dem späteren Serienmodell noch Änderungen geben, um dem Ziel, die Halbzellen nahtlos in die Karosserie zu integrieren, näher zu kommen. „Die Solarzelle selbst ist keine Neuentwicklung von uns“, sagt Christians. „Alles weitere, Einkapselung, Verschaltung und Software kommt von Sono.“

Mit den Solarzellen soll es möglich sein, Strom für 112 Kilometer pro Woche oder rund 5.000 Kilometer pro Jahr zu laden. Oder 16 Kilometer am Tag. „Das senkt die Betriebskosten enorm, den Sion müssen die Kunden vier Mal seltener laden als vergleichbare Elektroautos“, so Christians. „Die selteneren Ladevorgänge senken nicht nur die Kosten, sondern sind auch ein großer Vorteil bei der Convenience.“

Der Solar- und auch Ladestrom wird in einer 54 kWh großen LFP-Batterie gespeichert, die für rund 305 Kilometer WLTP-Reichweite sorgen soll. An einer Schnellladesäule kann der Sion mit bis zu 75 kW geladen werden, für das AC-Laden ist ein bidirektionaler Onboard-Charger mit 11 kW verbaut. Der erwartete Verkaufspreis liegt bei 25.125 Euro netto, also in Deutschland bei 29.899 Euro brutto.

Im nächsten Schritt werden von dem Serien-Design nun 37 Exemplare gebaut, davon 16 funktionsfähige Autos für Abstimmungs- und Validierungstestfahrten sowie 21 Rohkarossen für diverse Belastungs- und Crashtests.

Mit dem Auftragsfertiger Valmet wurde inzwischen eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet. „Bereits jetzt sitzen die Ingenieure von Sono und Valmet zusammen, um die Produktion vorzubereiten“, sagt Jona Christians.

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Mit dem Konzept, Solarzellen in ein Elektroauto zu integrieren, sieht sich Sono Motors nach wie vor gut aufgestellt. „Es gibt zwei große Trends, die Solar im Auto begünstigen. Solar hat sich extrem entwickelt, bei Effizienz und Preisen. Solar ist eine der günstigsten Energieformen, die wir auf den Planeten haben“, sagt der weitere Mitgründer Laurin Hahn. „Der zweite Grund ist die Elektromobilität, die sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt hat – sowohl bei der Batterietechnik, als auch bei der Kundenakzeptanz.“

Die Schnittstelle zwischen diesen beiden Trends sei der „Sweet Spot, den wir für Sono Motors sehen“, so Hahn. Daher basiert das Unternehmen inzwischen auf zwei Säulen – dem eigenen Fahrzeuggeschäft mit dem Sion sowie der Sparte Solartechnik, die Solar-Anlagen in alle Arten von Fahrzeuge integrieren soll.

Und das müssen nicht einmal elektrisch angetriebene Fahrzeuge sein: Neben dem Serien-Sion hat Sono Motors in München ein Solar Bus Kit vorgestellt. Dieses kann auch auf dem Dach von Dieselbussen platziert werden, um Strom für die Nebenverbraucher zu erzeugen und somit den Kraftstoffverbrauch zu senken.
Quelle: Vorab-Medienevent

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30 Kommentare zu “Sono Motors zeigt Serien-Design des Sion

  1. Nostradamus

    Sie müssen kein neues Unternehmen gründen oder ein neues Auto bauen, um Solarzellen auf der Oberfläche eines Autos anzubringen. Außerdem, wer braucht so ein hässliches Auto?

    • LVB

      Da steckt die Antwort schon in der Frage. Das Auto ist auf maximalen Nutzwert und Nachhaltigkeit ausgelegt und ist eine Schnittmenge aus verschiedenen Anforderungsprofilen. Ein Auto das man braucht, und keines das man will. Optik ist kein Nutzwert.
      Da es aber sehr wohl ein Kaufargument ist und Gefühle eine ebenso große Rolle wie der Geldbeutel spielen, machen traditionelle Hersteller einen Bogen um derartige Solarintegration. Mehr als das Dach passiert nicht. Darum -> neues Unternehmen ohne Tradition und Aktionäre und riesigem Verwaltungsapparat. Und ein neues Auto.

      • Franz Bauer

        Das ist es nicht, ineffizienter könnte man Solarzellen nicht verbauen wie hier. Sie sollten sich den Quatsch mit den Solarzellen Sparen, das gesparte Geld verwenden und in ein Balkonkraftwerk zu investieren, dann wird dadurch erheblich mehr für die Umwelt getan.

      • Ralph

        Ich finde das Aussehen cool.

    • HoIIe

      Leute die vll in einer Mietwohnung wohnen wo z.b. einen kurzen Arbeitsweg von 5-7 km haben oder als Zweitwagen für Familien wo die Kinder zum Kiga oder in die Grundschule fahren…
      Ja man kann die kurze Strecke auch laufen oder mit dem Fahrrad fahren aber das Wetter ist halt nicht immer schön…

    • stefun

      Wer braucht die vielen unbezahlbaren modelle. Dasselbe gilt für ebikes. Ich glaube die meisten warten auf Alltagsautos. Leider sind fast alle Marken den einfachen Weg gegangen und haben mit „hübschen“ Luxusmodellen begonnen. Viel PS Überfluss. Bald überrollen uns die Asisten mit vernunftigen hässlichen Autos

    • blablub

      1. Ich mag schlichte, zweckmäßige Autos. 2. Niemand „braucht“ ein hübsches Auto. Abgesehen von Aerodynamik ist Karrosseriedesign ist reines Marketing. Selbst schuld, wenn du dich davon einlullen lässt.

  2. TitanManfred

    Gutes Konzept, nur dass die VORDERRÄDER angetrieben werden!!!! Kaputte Antriebswellen und Gleichlaufgelenke, sowie störender Einfluß in der Lenkung, das muss doch nciht sein! Bitte Bitte bald den Allradler nachschieben!

    • gerd

      Heckantrieb verkleiner leider den Kofferraum sehr stark, siehe BMW i3…
      sehr unklug bei Zweck/Stadtfahrzeug.

      • LVB

        Bedingt.

        Heckantrieb hat Vorteile bei Wendekreis, Traktion und Fahrdynamik. Aber Nachteile bei Kofferraumvolumen und Rekuperation. Offenbar hat man sich gegen Fahrdynamik und für Nutzwertmaximierung entschieden. Schade, aber verständlich. (Der i3 ist sehr nutzbar für ein Fahrzeug in Pologröße, wenn man Sitze umklappt. Und die Kabel landen vorne)

        Warum man Komplexität eines Allradlers in Kauf nehmen sollte für ein Fahrzeug in der Leistungsklasse um dann die Nachteile bei Wendekreis, Lenkeinfluss, Verschleiß und Kofferraum miteinander kombinieren sollte für mehr Traktion auf nassen oder schwierigen Untergründen erschließt sich mir allerdings auch nicht. Würde sich sicher verkaufen, ist aber für viele Anwendungen nur ein gefühlter Mehrwert.

    • SHausSTA

      Komisch, seit Jahrzehnten werden Fronttriebler verkauft, ohne dass sich massenhaft Kunden beschweren. Was für ein Auto fahren Sie denn?

      • Alkibiades

        Bei herkömmlich angetriebenen Fahrzeugen verhält sich das aber ein bisschen anders. Die fahren sich zwar auch nicht so schön wie ein Standardantrieb aber dafür gewinnt man deutlich platz im Innenraum (da der Motor quer eingebaut werden kann). Das ist vielen Kunden dann wichtiger als das etwas bessere Fahrverhalten. Dieses Argument fällt bei einem BEV aber weg.

        • sig

          na ja, wie ein Heckantrieb den Kofferraum auch bei eine BEV verkleinert, sieht man am BMW i3.

          • Niklas

            War es da nicht primär der REX? Es gibt doch extra Blenden, um die originale Abdeckung gegen eine mit -Rex-Mulde zu tauschen, wenn man keinen REX hat.

          • Dieter Bigler

            Welch ein Unsinn. Ich fahre seit Jahrzehnten mit Citroen und hatte noch nie Probleme mit einer Antriebswelle. Das war vor über 50 Jahren so, musst dich mal updaten. Ausserdem, wer braucht schon einen 4×4, wohnst du auf der Alp?

    • Richard

      Wenn Sie Angst vor defekten Antriebswellen an der VA haben, wird Ihnen aber ein Allradler nichts nützen…

    • Gerald

      dann sind 27.756.367 Autos für den Müll… denn bei sehr vielen Herstellern hat sich der Frontantrieb durchgesetzt. Ich denke es war der VW/Audi Konzern der in den 70ern den Frontantriebe hochgejubelt hat… als Errungenschaft und er hat sich bei vielen durchgesetzt… denn er hat auch seine Vorteile.

      • Niklas

        Es ist aber auch VW, die ihn gerade beim Thema Elektromobilität wieder in der Kiste verschwinden lassen. MEB hat nur Frontantrieb, wenn das Auto Allrad hat.

      • Dieter Bigler

        Den Frontantrieb hat Citroen schon in den 40erjahren Serie mässig verbaut…

    • Dieter Bigler

      Welch ein Unsinn. Ich fahre seit Jahrzehnten mit Citroen und hatte noch nie Probleme mit einer Antriebswelle. Das war vor über 50 Jahren so, musst dich mal updaten. Ausserdem, wer braucht schon einen 4×4, wohnst du auf der Alp?

  3. Robert

    Lauter Experten mal wieder hier unterwegs…

    • Udo

      Wiedermal was von Sono
      Habe im ersten Augenblick gedacht da kommt der Touran von VW
      Aber halt
      Hier kommt die unendliche Geschichte von Sono ab 16000 Euronen
      Haben noch Platz im Märchenbuch gefunden

      • Sig

        dieser Preis wurde genannt, richtig. aber ohne Batterie.
        Einfach mal zuende lesen, hilft immer.

      • Bernardo

        Ja, Sono hatte den Sion im entfernten 2019 mal für €15’500.- angepriesen plus Batterie. Dazumal war ich dabei und einen reserviert. Doch als daraus plötzlich über 28’000.- wurden musste ich für mich die Reissleine ziehen!

  4. Nörgler

    Also mir gefällt das kantige Design, das hat Aussagekraft und erinnert ein wenig an die Autos der 60-er und 70-er Jahre. Die unendliche Geschichte kann weiter gehen.

  5. Rob

    Das kann nur einer sagen der ein Fahrzeug als Statussymbol sieht anstatt als Nutzfahrzeug.

  6. Roger Hobbs

    „Die selteneren Ladevorgänge senken nicht nur die Kosten…“ welche von den Versicherungsbeiträgen mehrfach aufgefressen werden. Was kostet wohl ein neuer Kotflügel samt Verschaltung?
    Anstatt dem Kunden, ähnlich wie bei Sonnen, einen Zugang zu einem virtuellen Stromnetzwerk aus einem Sion eigenen PV Park zu ermöglichen…das wäre Nachhaltig und Kostensparend

  7. Franz Rebein

    Bin schon total gespannt auf das Auto! Würde mich freuen es bald kaufen zu können. Das Konzept hat mich überzeugt.

  8. Micha

    Der Verbrauch von 17,7kWh auf 100km liegt deutlich höher als bei anderen teils dynamischeren E-Autos z.B. Hyundai um 13kWh. Da taugt der hohe Aufwand mit den Solarzellen nicht mal, um den Mehrverbrauch zu kompensieren, geschweige denn einen Nutzen zu stiften.
    Und dann: (Zitat)
    „Das senkt die Betriebskosten enorm, den Sion müssen die Kunden vier Mal seltener laden als vergleichbare Elektroautos“, so Christians.

    Also bei bis zu 112km Solargewinn je Woche würde 4x seltener Laden bedeuten, dass das Auto nur 150km in der Woche bewegt wird.
    Rechengang:
    Reichweite 305km -> 4x seltener laden -> 4x305km=1220km
    davon 3x305km=915km solar geladen -> 915km : 112km/wo=8wo
    1220km : 8wo=150km/wo
    Ohne Solar wäre die Batterie also nach 2Wochen leer.
    Und das geht auch nur im Kurzstreckenbetrieb und Stadttempo. Selbst einmalige längere Fahrten z.B Wochenendausflug von 100km je Ladeintervall bei nachfolgendem Kurzstreckenbetrieb würden die 8Wochen Ladeintervall schon um 3Wochen verkürzen.
    Im Langstreckeneinsatz bringen die Solarzellen nichts.

    Grundsätzlich macht Solarzellen am Auto vor allem mit Autobahnfahrten nur Sinn, wenn es deutlich energieeffizienter ist (Windwiderstand wie bei den Solar-Rekordfahrzeugen z.B. Solarworld GT aus 2013 cwA=0,27m2 mit cw=0,16 von der Hochschule Bochum), damit der Solaraufwand mehr als nur in homöopathischen Dosen zum Energiebedarf beisteuert.
    Und je schneller das Autochen fahren soll, desto wichtiger ist ein geringer Windwiderstand. Aber das verstehen 80% der Autofahrer nicht und lehnen eine aerodynamische Form deshalb ab.
    Dafür sind die Dinger am Markt halt teuer, materialverschwendend und zu schwer.

  9. Bartholomäus Steiner

    Super! Ich freue mich auf den Sion!

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